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Nürnberg in Farbe 1935 bis 1975

Von Ruth Bach-Damaskinos und Thomas Dütsch
Erfurt: Sutton Verlag 2017
168 Seiten, ca. 180 Abbildungen, Hardcover
ISBN: 978-3-95400-814-8
Verkaufsreis: 30 Euro


Der Band kann nur im Buchhandel erworben werden.

Zu den wenig bekannten Fotoschätzen im Stadtarchiv Nürnberg zählen die umfangreichen Sammlungen an Farbdias. In dem vom Sutton Verlag herausgegebenen und vom Stadtarchiv Nürnberg erarbeiteten Bildband lassen rund 180, überwiegend unveröffentlichte Farbfotografien vier Jahrzehnte Stadtgeschichte Revue passieren. Die Bilderreise durch eine bewegte Epoche beginnt Mitte der 1930er Jahre. Damals brachten zuerst Kodak, kurz darauf Agfa die ersten Farbdiafilme auf den Markt. Aus dieser Zeit besitzt das Archiv etliche Sammlungen von Amateurfotografen, die das unzerstörte Nürnberg mit seinen pittoresken Gassen, Plätzen und Bürgerhäusern zeigen. Der überwiegende Teil dieser Aufnahmen gelangte als Schenkung an das Stadtarchiv, darunter die des Textilkaufmanns Otto Strunz (1894–1979), des städtischen Bauoberinspektors Hans Kugler (1889–1974) und des als Amtmann im Gartenbauamt tätigen Josef Winkler (1890–1969). Allerdings sind nicht alle Fotografen namentlich überliefert, von manchen kennen wir nur den Familiennamen, wie von dem Fotografen Mayer-Reinach, der eine ganze Reihe an Dias hinterlassen hat, die einen lebendigen Eindruck vom bunten Treiben zwischen den Verkaufsständen auf dem Hauptmarkt und dem Obstmarkt vermitteln.

Während die Vorkriegsbilder überwiegend von Hobbyfotografen stammen, kann die Mehrzahl der Aufnahmen, die die Zerstörung der Nürnbergs während des Zweiten Weltkriegs dokumentieren, einem Fotografen zugeordnet werden: Ray DʼAddario (1920–2011), der als einer der offiziellen Bildreporter der US-Armee zur Berichterstattung über die Nürnberger Prozesse und die Nachfolgeprozesse abkommandiert, in seiner Freizeit die zerstörte Stadt und die mühevollen, von Improvisation und Entbehrungen geprägten Nachkriegsjahre in der Trümmerlandschaft festhielt.

Auf die schwierigen Nachkriegsjahre folgte die Phase des Wiederaufbaus mit ihren nachhaltigen Eingriffen in die Stadtgestalt. Diese Zeit der 1950er und 1960er Jahre, die oft mit dem Begriff "Wirtschaftswunderjahre" versehen wird, wurde von den Fotografen des Hochbauamtes festgehalten, die nun gezielt Farbdiafilme einsetzten, da mit den Kleinbilddias die verstärkte Nachfrage von Medien und Werbung nach Bildvorlagen bedient werden sollte. Sie zeigen neben den erhalten gebliebenen und wiederhergestellten historischen Gebäuden der Altstadt auch die neu entstandenen Bauten und Denkmäler und ab den späten 1960er Jahren vermehrt städtische Großveranstaltungen und Ereignisse.

Entstanden ist so eine kurzweilige Bilderreise, die in das alte Nürnberg zwischen 1935 und 1975 einlädt und anschaulich den rasanten Wandel unserer Stadt dokumentiert. Dabei wird die Modernisierung der Architektur und des Stadtbildes ebenso aufgezeigt wie die Veränderungen im Alltag und Leben der Bevölkerung.

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