Seit 2012 stand der ehemalige Kaufhof am Aufseßplatz in der Nürnberger Südstadt leer. 2020 wurde das Gebäude abgerissen, bevor das Bauprojekt bis Anfang 2026 ruhte und traurige Bekanntheit als „Lago di Aufseß“ erlangte. Im Februar 2026 folgte der Startschuss für die Fortführung der Bauarbeiten für das sogenannte „Schocken-Carré“.
Mit dem „Schocken-Carré“ entsteht am Aufseßplatz ein modernes, gemischt genutztes Quartier aus Wohnen, Einzelhandel, Nahversorgung und sozialen Angeboten. Geplant ist ein siebengeschossiger Neubau. Seine Fassade wird an das historische Schocken-Gebäude erinnern und damit städtebaulich an die Geschichte des Orts anknüpfen. Im Untergeschoss mit direktem Zugang zur U-Bahn werden künftig Flächen für den Einzelhandel und kleinteilige Mietangebote untergebracht. Der bestehende U-Bahn-Zugang bleibt erhalten und wird in das neue Gebäude integriert.

Das ist neu
Der Projektträger strebt einen Baustart im Herbst 2026 an. Die Fertigstellung ist für 2029 vorgesehen. Aufgrund von Änderungen in der Detailplanung hat der Projektträger im August 2026 eine sogenannte Tektur bei der Stadt eingereicht. Dabei handelt es sich um die nachträgliche Änderung eines bereits eingereichten Bauantrags. Die Unterlagen werden derzeit von der Stadt geprüft.
Die Stadt begleitet das Vorhaben eng und bearbeitet die erforderlichen Verfahren im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten zügig. Dem vorausgegangen sind intensive Gespräche sowie eine erfolgreiche Vermittlung der Stadt zwischen der Ten Brinke Group als Entwicklerin des sogenannten „Schocken-Carré“ und den Projektpartnern BayernHeim und Siedlungswerk Nürnberg.
Auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen auf einer Bruttogrundfläche von etwa 43.000 Quadratmetern insgesamt 200 Mietwohnungen entstehen. Nach dem aktuellen Planungsstand sind davon 126 Wohnungen öffentlich gefördert.
Darüber hinaus sind rund 7.700 Quadratmeter Einzelhandelsfläche vorgesehen. Hauptnutzer soll Edeka werden. Zum Projekt gehören außerdem ein Familienzentrum mit 75 Kindergartenplätzen, eine Erziehungsberatungsstelle und eine Arztpraxis. Eine direkte Verbindung zur U-Bahn sowie Stellplätze für Pkw und Fahrräder sind ebenfalls vorgesehen.
Fakten zum Projekt:
Der Aufseßplatz liegt in der Nürnberger Südstadt in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs. Im Süden des Platzes schließt das Areal des ehemaligen Kaufhofs an. Der Platz ist durch Haltestellen der U-Bahnlinie U1 und der Straßenbahnlinien 5, 6, 10 und 11 an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.
Die Grundstücksfläche des ehemaligen Kaufhofs umfasst etwa 7.000 Quadratmeter. Der Aufseßplatz selbst hat eine Fläche von etwa 9.000 Quadratmeter.
Ehemalige Kaufhof-Immobilie:
Für den geplanten Neubau hat die Stadt Nürnberg eine Baugenehmigung erteilt. Mit dem sogenannten „Schocken-Carré“ entsteht ein modernes, gemischt genutztes Quartier aus Wohnen, Einzelhandel, Nahversorgung und sozialen Angeboten. Geplant ist ein siebengeschossiger Neubau. Im Untergeschoss mit direktem Zugang zur U-Bahn werden künftig Einzelhandelsflächen und kleinteilige Mietangebote untergebracht. Der bestehende U-Bahn-Zugang bleibt erhalten und wird in das neue Gebäude integriert. In den Obergeschossen entstehen 200 neue Wohnungen, Stellplätze sowie eine Kindertagesstätte. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist dabei der geförderte Mietwohnungsbau. Zudem wurde eine Vereinbarung zu Dach- und Fassadenbegrünung, einem Mobilitätskonzept sowie einem Anteil familiengerechter Wohnungen getroffen.
Aufwertung des Aufseßplatz:
Auch das Umfeld des ehemaligen Kaufhofs und der Aufseßplatz werden aufgewertet.
Südwestlich des historischen Nymphenbrunnens wurde im Sommer 2024 ein ebenerdiger Brunnen mit Fontänen errichtet. Auf dem gesamten Platz werden neue Bäume als Schattenspender gepflanzt und zusätzliche Sitzbänke aufgestellt.
Die Firma Ten Brinke Group ist Eigentümerin des ehemaligen Kaufhof Warenhauses und entwickelt das Projekt. Die Stadt trägt die Kosten für die Maßnahmen zur Aufwertung des Aufseßplatzes. Nach längerem Stillstand hatte die Stadt zuletzt zwischen dem privaten Eigentümer sowie der BayernHeim und dem Siedlungswerk Nürnberg erfolgreich vermittelt, Fördermittel für den geförderten Mietwohnungsbau akquiriert und damit maßgeblich die Fortführung des Projekts mit angestoßen.
Die Kosten für die Aufwertung des Aufseßplatzes betragen etwa 1,4 Millionen Euro. Die Kosten für den Neubau sind nicht bekannt, da es sich hier um private Investitionen handelt.
Die ehemalige Kaufhof-Immobilie ist abgebrochen. Im Jahr 2026 starten die Bauarbeiten für den Neubau des Wohn- und Geschäftsgebäudes im Herzen der Südstadt.
Im Juni 2019 luden die Stadterneuerung Nürnberg und das Quartiersmanagement Galgenhof/Steinbühl zu einer Bürgerinformationsveranstaltung zur Aufwertung des Aufseßplatzes ein. Auch der Südstadt Aktiv e.V., Veranstalter des jährlichen Maifestes auf dem Aufseßplatz, hat sich mit Anregungen an den Planungen beteiligt.
Auch Stadtrat und Ausschüsse beschäftigen sich mit dem Thema Aufwertung des Aufseßplatzes. Hier eine chronologische Übersicht der Sitzungen:
Am 11. Oktober 1926 wurde mit dem Kaufhaus Schocken das erste Kaufhaus in Nürnberg eröffnet. Der Name geht auf die ehemaligen Eigentümer Salman und Simon Schocken zurück. Die jüdischen Brüder mussten ihren Kaufhauskonzern im Zuge der „Arisierung“ 1938 zwangsverkaufen. 1939 wurde aus der Schocken AG die Merkur AG und das Kaufhaus in Merkur umbenannt.
Das ursprüngliche Haus von Architekt Erich Mendelsohn war der erste Bau in Nürnberg in moderner Architektur. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und durch einen Neubau ersetzt. 1949 erhielt die Familie Schocken 51 Prozent des Grundkapitals von der Merkur AG zurück, 1953 verkaufte sie ihre Anteile an Helmut Horten. Ab 1975 firmierte das Kaufhaus unter dem Namen Horten. Die Fassade war zu diesem Zeitpunkt längst mit den für Horten-Kaufhäuser typischen „Hortenkacheln“ ausgestattet.
1994 übernahm die Kaufhof AG die Horten-Kette, 2004 wurde das Kaufhaus in Kaufhof umbenannt. Am 16. Juni 2012 schloss die Filiale am Aufseßplatz endgültig ihre Türen. Damit endete eine rund 85-jährige Kaufhaus-Geschichte in der Südstadt. Im Frühjahr 2016 kaufte die Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen Stiftung & Co. KG die leerstehende Immobilie. Im Herbst 2019 wurde sie an die Firma Ten Brinke Group weiterverkauft.
Bilder zum Projekt
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Aktualisiert am 21.09.2026, 10:15 Uhr











