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NS-Zeit
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Die Nationalsozialisten nutzten das historische Erbe „des Deutschen Reiches Schatzkästlein“ und veranstalteten ab 1927 ihre Parteitage in Nürnberg. Adolf Hitler bestimmte die Stadt nach der „Machtergreifung“ zur „Stadt der Reichsparteitage“. Nach Plänen von Albert Speer entstanden Monumentalbauten in dem im Südosten der Stadt gelegenen Volkspark Dutzendteich. Die historischen Relikte zeugen bis heute vom Größenwahn der Machthaber im „Dritten Reich“. „Frankenführer“ Julius Streicher verbreitete von Nürnberg aus seine antisemitischen Hetzparolen. 1935 wurden hier die menschenverachtenden „Rassengesetze“ der Nazis verkündet. Der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 fielen hier mehr Menschen zum Opfer als anderswo: 26 Juden hätten die „Reichskristallnacht“ nicht überlebt, rühmte sich Nazi-Oberbürgermeister Willy Liebel. Auch bei der „Arisierung jüdischen Vermögens“ erlangte Nürnberg eine traurige Ausnahmestellung: Über 150 Betriebe und etwa 570 Grundstücke wechselten bei der erzwungenen Veräußerung jüdischen Eigentums die Besitzer. Auch Nürnberg war Zwischenstation beim fabrikmäßig organisierten Völkermord an Juden und anderen Minderheiten. Der Bahnhof Märzfeld war im Zweiten Weltkrieg für 2 000 Juden aus Franken der Ausgangspunkt für den Transport in die Vernichtungslager. Die zwei größten Deportationen erfolgten am 29. November 1941 in das KZ Jungfernhof bei Riga und am 24. März 1942 nach Izbica bei Lublin mit jeweils rund 1 000 Menschen. 2 373 namentlich bekannte Nürnberger und Nürnbergerinnen fielen dem Holocaust zum Opfer.
Im Januar 1945 fiel die Stadt in Schutt und Asche. Vom Bombenhagel fast unzerstört blieb das Gerichtsgebäude mit angeschlossenem Gefängnistrakt. So wurde die Stadt zum geeigneten Ort für die juristische Aufarbeitung der NS-Zeit. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fanden hier die „Nürnberger Prozesse“ statt: Vor einem Internationalen Militärtribunal hatten sich ab 20. November 1945 die Hauptkriegsverbrecher unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen gegen den Frieden zu verantworten. Dies geschah auf der Basis der „Nuremberg Principles“, die die Grundlage für ein neues Völkerrecht und die strafrechtliche Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen schufen: Erstmals wurden die Verantwortlichen für Krieg und millionenfaches Leid persönlich zur Verantwortung gezogen. In zwölf Nachfolgeprozessen wurde zwischen 1946 und 1949 gegen weitere NS-Größen und ihre Helfer verhandelt, darunter Ärzte, Juristen und führende Unternehmer.
Der Wiederaufbau der Stadt erfolgte in behutsamer Synthese aus Alt und Neu unter weitgehender Beibehaltung der alten Straßenzüge und Grundrisse. Bedeutende Bauten wie die Kaiserburg, die Kirchen St. Lorenz und St. Sebald, die Frauenkirche und das Rathaus stehen heute wieder in ihrer alten Gestalt. Außerhalb der Altstadt wuchsen neue Wohnviertel empor. In der modernen Metropole von heute ist die Geschichte Nürnbergs im Stadtbild sichtbar geblieben.
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