Das achte Nürnberger Demografieforum fand am Donnerstag, 15 Oktober im Saal Heilig-Geist statt. Unter dem Titel „Mehr zusammen, weniger allein – Nürnberg vernetzt gegen Einsamkeit“ suchten Fachleute und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Nürnberger Seniorenarbeit auf Einladung des Seniorenamts Strategien und Lösungsansätze gegen Einsamkeit bei älteren Menschen.
Prof. Frieder Lang vom Lehrstuhl für Psychogerontologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg behandelte in seinem Einführungsvortrag die „Einsamkeit des langen Lebens“: Nuanciert erhellte Lang die Graubereiche zwischen selbstgewähltem, situativem Alleinsein und chronischem Einsamkeitsempfinden und lieferte damit die Basis für die weitere Diskussion.
In vier Fachforen wurden danach praxisrelevante Ansätze, die Rolle der Zivilgesellschaft, das Spannungsfeld zwischen Teilhabeförderung und Autonomie sowie die Herausforderungen bei Demenz und Depression erörtert.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion betonte Professor Dorothea Geuthner vom Stadtseniorenrat das erhöhte Vereinsamungsrisiko für pflegende Angehörige: „Wenn man sich den ganzen Tag um eine Person kümmern muss, dann bleibt schlicht keine Zeit, um soziale Kontakte zu pflegen.“
Neben neuen Begegnungsangeboten, um auch Menschen mit chronischem Einsamkeitsempfinden zu erreichen, wurden aber auch die vorhandenen Strukturen stark gemacht.
Dass Nürnberg hierfür gut aufgestellt ist, war eine zentrale Botschaft des Forums. Neben der Unterstützung durch Vereine, Verbände und Ehrenamtliche kommt insbesondere den Seniorennetzwerken eine Schlüsselrolle zu. Sie bündeln Angebote im Stadtteil, vermitteln Kontakte und schaffen verlässliche Anlaufstellen für ältere Menschen.
Nürnbergs Sozial- und Seniorenreferentin Elisabeth Ries betont: „Mit den Seniorennetzwerken ermöglichen wir die Vernetzung der Angebote für ältere Menschen direkt vor Ort. Nur wer sich auf verlässliche Strukturen in seinem Wohnumfeld verlassen kann, fühlt sich eingebunden, sicher und zugehörig – auch dann, wenn die persönlichen Möglichkeiten durch das Alter eingeschränkt werden.“

20 Jahre Seniorennetzwerke Nürnberg
Das Demografieforum stand zugleich im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Seit 20 Jahren tragen die Nürnberger Seniorennetzwerke dazu bei, soziale Teilhabe im Alter in die Stadtteile zu bringen. Heute erreichen sie mit ihren Angeboten nahezu das gesamte Stadtgebiet und sind ein wichtiger Baustein, damit ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben können.
Auch vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage unterstrich Elisabeth Ries die Bedeutung dieser Strukturen: „Gerade die Seniorennetzwerke zeigen, wie mit begrenzten Mitteln eine große Wirkung erzielt werden kann. Sie stärken Gemeinschaft, beugen Einsamkeit vor und ermöglichen vielen Menschen ein gutes Leben im Alter. Diese Erfolgsgeschichte müssen wir fortschreiben.“


