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Cluster "Zukunft der Pflege" startet Pionierprojekt PPZ-Nürnberg

Neues Pflegepraxis-Zentrum verhilft Pflege-Innovationen zum Durchbruch

Die Technik soll dem Menschen dienen. Damit dies auch in der Pflegepraxis gewährleistet wird, werden innovative, neue Pflege-Technologien jetzt im Pflegepraxis-Zentrum getestet.

beautiful young woman nurse or doctor using innovative technology to monitor patient data, mixed media

Pflegebranche in Not: In den nächsten Jahren werden deutlich mehr Menschen auf Pflegeleistungen angewiesen sein als heute. Gleichzeitig stehen bereits heute viel zu wenig Pflegefachkräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Einen Ausweg aus dem Dilemma versprechen neue Technologien, die Pflegende und Pflegebedürftige gleichermaßen unterstützen. Die ersten wurden bereits entwickelt, tun sich jedoch beim Markteintritt schwer. Das neue PPZ (Pflegepraxiszentrum) der Metropolregion Nürnberg soll das nun ändern. Seine Aufgabe: Pflegetechnologien auf ihre Alltagstauglichkeit hin testen.

Altenpflege, ambulanter Pflegedienst, Intensivpflege - überall fehlt es an Personal. Schon seit einigen Jahren versuchen die Verantwortlichen in Bund und Kommunen den Engpass in den Griff zu bekommen. Vieles lässt sich durch die bereits beschlossenen Maßnahmen in der Pflegepraxis mit weniger Zeit und Personal erledigen, selbstverständlich mit dem gleichen Qualitätsstandard. Der Pflegeberuf an sich erfuhr durch gezielte Kampagnen eine deutliche Aufwertung. Und pfiffige Startups entwickelten die ersten Technologien, die den Job noch effizienter gestalten und gleichzeitig das Leben der Pflegebedürftigen erleichtern. Vieles soll sogar dazu beitragen, die Selbstständigkeit und damit auch die Lebensqualität zu erhalten. In jedem Fall aber schaffen diese Technologien den wichtigen Freiraum für mehr zwischenmenschliche Beziehungen.

Modern technologies in medicine

Nur wenige Pflege-Technologien bereits im Einsatz

Beispiele dafür gibt es einige – zum Beispiel automatisierte Systeme, die Stürze und Notfälle erkennen, Wundlegen vermeiden oder erkennen, ob der Patient genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Sogar Roboter kommen zum Einsatz und assistieren in manchen Bereichen. Textile Hebehilfen schützen die Gesundheit der Pflegekräfte. Doch in der Praxis kommen nur wenige der neuen Erfindungen zum Einsatz. Die Verantwortlichen in Kliniken, Altenheimen und Pflegediensten zögern, die Technologien einzusetzen.

Schuld daran ist die oftmals nicht erwiesene Praxistauglichkeit der Pflege- bzw. Mensch-Technik-Interaktion-Technologien (MTI). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat dies erkannt und das neue Cluster "Zukunft der Pflege" gestartet. Die Fördermaßnahme gehört zum Forschungsprogramm "Technik zum Menschen bringen".

Zum Cluster "Zukunft der Pflege" gehört ein in Deutschland einmaliges Pflegeinnovationszentrum in Oldenburg, in dem Ingenieure und Pflegewissenschaftler gemeinsam neue Technologien unter realistischen Bedingungen erforschen. Hinzu kommen vier Pflegepraxiszentren (PPZ) in Hannover, Freiburg, Berlin und Nürnberg, an denen neue Technologien im Alltag der Pflege eingesetzt und getestet werden.

Caretaker Assisting Senior Man In Using Digital Tablet

Hemmschwellen zwischen Pflege und technischen Helfern abbauen

Hauptaufgabe der PPZ ist es, MTI-Technologien für den Pflegebereich auf Herz und Nieren zu prüfen und damit schon mittelfristig Barrieren und Hemmschwellen zwischen Technik und Pflege im Anwendungsalltag abzubauen.

Das Pflegepraxiszentrum in Nürnberg ging Anfang 2018 an den Start. Hinter ihm steht ein Konsortium aus NürnbergStift und Klinikum Nürnberg, der Diakonie Neuendettelsau sowie dem Netzwerk Forum MedTech Pharma e.V., der Wilhelm Löhe Hochschule in Fürth und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Aufgabe des PPZ-Nürnberg: Moderne Technologien in der Praxis testen und die Auswirkungen auf die Versorgungsqualität untersuchen - und dies sowohl mit Blick auf Patienten und deren Angehörige als auch auf die Organisation und das betroffene Personal.

Pflegepraxis-Zentrum bringt Vorteile für alle Beteiligten

Die getesteten Pflege-Technologien sollen anschließend durch ein Prüfsiegel, Testimonials und Netzwerkaktivitäten bei der Einführung unterstützt werden.

Die Tests bringen einige Vorteile mit sich:

  • Bessere Chancen beim Markteintritt für neue Pflege-Technologien durch nachweisbaren Beleg der Praxistauglichkeit
  • Schnellere Einführung neuer Pflege-Technologien in der Praxis und damit Entlastung des Pflegepersonals
  • Schnellere Einführung neuer Pflege-Technologien in der Praxis und damit Entlastung des Pflegepersonals
  • Höhere Chance auf mehr Lebensqualität für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen

Gleichzeitig soll das Pflegepraxiszentrum Nürnberg auch Aus- und Weiterbildungsangebote für das Pflegepersonal entwickeln. Das Ziel: das Berufsbild der Pflegekräfte modernisieren und attraktiver machen.

Das Projekt „PPZ-Nürnberg“ wird bis Ende 2022 zu 100 Prozent von der Bundesregierung gefördert. Danach muss es sich als Beratungs- und Testinstitution selber tragen.

Ansprechpartner des Pflegepraxiszentrums Nürnberg:


Michael Pflügner

Stadtdirektor 2. Werkleiter NürnbergStift


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Aktualisiert am 25.07.2021, 21:10 Uhr

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