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Blühwiesen schaffen Räume für Bienen und Insekten

insektenfreundliche Wiese

SÖR ist es ein Anliegen, im Stadtgebiet Lebensräume für Bienen und andere Insekten zu erhalten und – wo möglich – weitere zu schaffen. „Seit vielen Jahren liegt unser Fokus nicht nur auf der Gestaltung optisch ansprechender Grünflächen, sondern auch in der Schaffung und Erhaltung von Lebensräumen von Bienen und anderen Insekten“, sagt Bürgermeister und Sör-Werkleiter Christian Vogel hierzu.

Kontumazgarten

Besonders im Fokus steht die bienenfreundliche Nutzung und Umgestaltung bestehender Flächen. Hier sticht der Kontumazgarten mitten in Nürnberg hervor, in dem SÖR 2018 eine niedrigwüchsige Bienenmischung ausgesät hat. Schnell haben sich die ersten Blüten gezeigt, die gleich Insekten anzogen. Über die Jahre lässt sich eine stetige Veränderung beobachten: Nach dem Verblühen der einjährigen Arten wie Ringelblume und Sonnenblume haben 2019 zweijährige Pflanzen wie Königskerze und Wilde Malve sowie mehrjährige Arten wie Wiesensalbei und verschiedene Kleearten den Bestand geprägt. Inzwischen stehen mehrjährige Stauden im Fokus. Die Blühwiese ist einer Pionierin der Naturforschung gewidmet, Maria Sibylla Merian (1647 bis 1717).

Norduferpark am Wöhrder See

Bei der Gestaltung großer Flächen wird Bienen- und Insektenschutz von Anfang an mitgeplant, so zum Beispiel im Norduferpark am Wöhrder See. Hier hat SÖR rund 4 000 Quadratmeter Fläche entsiegelt; 7 500 Quadratmeter an Bestandsfläche wurden abgebrochen und nur 3 500 Quadratmeter davon wiederhergestellt. Dazu gehören auch Wegeflächen im nördlichen Abschnitt, die in Wiesenflächen umgewandelt werden. Zusammen mit den bestehenden Rasenflächen entsteht dadurch ein etwa 8 000 Quadratmeter großes Wiesenband hinter dem Sandstrand und den Aufenthaltsflächen auf dem Rasen. Zwischen Radweg und der Straße Wöhrder Talübergang entsteht so ein extensives grünes Band.

Zur Verbesserung der biodiversen Qualität der Wiesenfläche wurde dazu noch eine Blühmischung für Verkehrsinseln eingesät, die sich in den nächsten Jahren entwickeln wird: 46 verschiedene Blumen und neun unterschiedliche Gräser bieten ein abwechslungsreiches Bild. Es wird sich eine dauerhafte Wiesengesellschaft entwickeln, die durch eine einjährige Mahd gepflegt wird.

Mäh-Konzept

Auch das städtische Mäh-Konzept trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei: Sör mäht rund vier Millionen Quadratmeter Rasen- und Wiesenflächen – ein Viertel davon seltener als zweimal im Jahr. Durch das nur ein- bis zweimalige Mähen pro Jahr bleiben diese Flächen naturnah und können als Zuhause für Bienen und andere Insekten dienen.

Auch Sandmagerrasen, wie im Marienbergpark, wird nur einmal im Jahr gemäht und bieten mit einer besonderen Wiesen- und Wildblumenmischung ebenfalls ein Zuhause für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Die insektenfreundliche Wiese im Kontumazgarten wird sogar nur alle zwei Jahre gemäht; die Mahd kann nicht ganz entfallen, da es sonst zu einer Verbuschung durch die umliegenden Bäume käme.

Zum Vergleich: Liegewiesen, Grill- und Sportflächen sowie Flächen für Veranstaltungen müssen vier- bis sechsmal jährlich gemäht werden, Bolzplätze sogar acht- bis zehnmal.

Marienbergpark

Im Marienbergpark begannen die Überlegungen, wie in öffentlichen Grünflächen die biologische Vielfalt erhöht werden kann, schon 2014: Das Nürnberger Bündnis für Biodiversität hat zusammen mit Sör den ehemaligen, 1 700 Quadratmeter großen Staudengarten im Volkspark Marienberg in einen artenreichen und insektenfreundlichen Garten umgestaltet:

Die Fläche bietet zehn unterschiedliche Lebensbereiche, vom trockenen Sandmagerrasen mit seinem speziellen Nahrungsangeboten für Schmetterlinge und Wildbienen über eine kleine Feuchtzone bis zu einer Schmetterlingswiese, dem heutigen „InsektenReich“.

Bienenbeute im Bürgermeistergarten

Der Bürgermeistergarten am Neutor bietet ein ganz besonderes Stück Stadtnatur: in der Bienenbeute „Zeidlarius Norimbergensis“ hat ein Bienenstock schon seit 2014 sein Zuhause. Die Künstlerin Birgit Maria Jönsson hat diese Bienenbeute im Januar 2013 aus einem 2,70 Meter hohen Eichenstamm geschnitzt, 2012 gespendet vom Imker Hans Ammon. Von städtischer Seite waren hier das Umweltamt und Sör unter dem damaligen Zweiten Bürgermeister Horst Förther federführend, unterstützt wurde die Realisierung der aufwändigen Skulptur unter anderem durch den Bund Naturschutz in Bayern.

Auch heute noch findet das Bienenvolk direkt im Bürgermeistergarten Nahrung. Damit ist diese Bienenbeute ein langjähriges, lebendiges Symbol für das Engagement Nürnbergs für die Bienen in der Stadt.

Zeidler-Bienenbeute im Bürgermeistergarten

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Seit 2014 steht der "Zeidlarius Norimbergensis" im Bürgermeistergarten, geschaffen von Birgit Maria Jönsson.

Die Bienenbeute von innen

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Innen ist Platz für ein Bienenvolk.

Einzug der Bienen in die Bienenbeute

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Die Bienen beziehen ihr neues Zuhause - dort leben sie bis heute.

Bienenbeute und Künstlerin Jönsson

Die Künstlerin Birgit Maria Jönsson mit der von ihr geschaffenen Bienenbeute.


Was kann jeder tun?

Nicht nur die Stadtverwaltung ist gefragt, auch jede Bürgerin und jeder Bürger: Mit bienen- und schmetterlingsfreundlichen Blumen bestückt, trägt jeder Garten oder Balkon dazu bei, dass sich Insekten wohlfühlen. Dazu gehören beispielsweise Ringelblume, Kornblume, Kapuzinerkresse, Mohn, Sonnenblume und natürlich die Bienenweide. Auch ein Kräuterbeet mit Rosmarin, Salbei, Thymian und Dill lockt Insekten an.

Sör verteilt bei Veranstaltungen passende „Blütentüten“, eine Samenmischung mit Kornblumen, Ringelblumen, Borretsch, Dill, Phazelien und Buchweizen; ein Tütchen ergibt zwei Quadratmeter schmetterlingsfreundliche Fläche, die auch Bienen und andere Insekten anzieht. Die Blütentüten sind auch im BürgerInformationsZentrum der Stadt Nürnberg erhältlich.

20. Mai - Weltbienentag

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 20. Mai als Welt-Bienentag (World Bee Day) zum ersten Mal im Jahr 2018 ausgerufen. Er soll darauf aufmerksam machen, dass Bienenpopulationen weltweit massiv zurückgehen und daher dringend Schutz benötigen. Bienen sind hauptverantwortlich für die Bestäubung von 75 Prozent der globalen Nahrungsmittelpflanzen. Doch obwohl Bienen – Honigbienen und Wildbienen gemeinsam – so wichtig für Biodiversität und Nahrungsmittelversorgung sind, schrumpfen ihre Populationen weltweit seit über einem Jahrzehnt deutlich. Die Gründe hierfür sind hauptsächlich der Einsatz von Pestiziden sowie Monokulturen in der Landwirtschaft, aber auch der Mangel an Nistplätzen für Wildbienen, kurz: der Rückgang des Lebensraums für Bienen. Dem möchte die Stadt Nürnberg entgegenwirken.

Der 20. Mai wurde als World Bee Day gewählt, um an Anton Janscha zu erinnern, geboren am 20. Mai 1734. Er war unter anderem Rektor der ersten modernen Imkerschule und Verfasser zahlreicher Bücher über Bienen und Imkerei.

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