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Biodiversität in der Projektplanung

Objektplanung Neubau

Die bauliche Nachverdichtung und starke Übernutzung vieler Grünanlagen in stark
verdichteten Stadtteilen führen zu einer starken Verdrängung von vielen Arten. Um diesem Verlust entgegenzuwirken, werden bereits zu Planungsbeginn die verschiedenen Aspekte zur Förderung von Insekten mitgedacht und im Objektplan berücksichtigt. Durch eine gezielte funktionale Raumgliederung, die Materialwahl und die Einrichtung von besonders strukturreichen Arealen können Lebensräume von Insekten geschützt und gefördert werden.

Im Pflanzplan werden vorzugsweise pollen- und nektarspendende Arten und Sorten berücksichtigt, die möglichst über die gesamte Vegetationsperiode Nahrung bieten. Bei der Ausschreibung wird darauf geachtet, dass Pflanzen und Saatgutmischungen so weit wie möglich aus gebietsheimischer Herkunft stammen. Und die Entwicklungspläne schließlich legen Standards zur dauerhaften Pflege der Anlage fest.


Straßenbegleitgrün und Straßenbäume

An vielen Straßenrändern und Bankettstreifen können spezielle Blüten- und Krautsäume eingerichtet werden, da diese hier keiner direkten Trittbelastung ausgesetzt sind. Mit speziellen Blühmischungen und gezielten Pflanzungen können auch diese Bereiche - zumindest abschnittsweise - einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Insekten und Bienen im Stadtgebiet leisten. Auch bei Straßenbäumen werden, neben anderen Kriterien, möglichst Baumarten gewählt, die Insekten Pollen und Nektar spenden.

Biodiversität Grünstreifen Web

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Manche Grünstreifen können zu "Blühstreifen" werden und so Insekten Raum und Nahrung bieten.


Entwicklungsplanung / Parkpflegewerke

In großen Grünanlagen werden Habitatstrukturen - Lebensräume zahlreicher Tiere - in Pflege- und Entwicklungsplänen sowie in Parkpflegewerken erfasst.

In den Pflege- und Entwicklungsplänen werden u.a. Zielvorgaben für Einzelflächen verankert, wie der Insektenreichtum erhalten und verbessert werden kann. Am Nordufer des Wöhrder Sees wurden beispielsweise im Zuge der Umgestaltung Wegeflächen in Wiesenflächen umgewandelt. Zwischen Radweg und der Straße Wöhrder Talübergang ist so ein extensives grünes Band entstanden. Dabei muss natürlich stets auch berücksichtigt werden, wie und wie stark die jeweilige Anlage genutzt wird. Daneben wird bereits bei der Pflege- und Entwicklungsplanung geprüft, in welchen Anlagen eine gestaffelte Mahd mit unterschiedlichen Frequenzen möglich ist.

Auch bei der Auswahl von Blumenzwiebeln und Frühlingsgeophyten werden Insektenbelange berücksichtigt: Die Blühaspekte im Jahreszeitenablauf werden in den öffentlichen Grünanlagen nicht durch eine Wechselbepflanzung mit einjährigen Blühpflanzen erzielt, denn diese wären für Insekten nur untergeordnet nutzbar. Stattdessen erfolgen vorzugsweise mehrjährige Staudenpflanzungen und eine Aussaat von Wildblumenmischungen. So können auch Eingriffe im Boden reduziert werden, so dass bodennistende Wildbienen weniger stark beeinträchtigt werden.


Wasserwirtschaft

In Nürnberg gibt es ca. 150 km Bachläufe, davon sind zwei Drittel offenes Gerinne. In den Gewässerentwicklungskonzepten werden die Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie berücksichtigt und im laufenden Gewässerunterhalt umgesetzt. Diese setzt eine ganzheitliche Betrachtung der Gewässer um, vor allem aus ökologischer Sicht.

An den Gewässerabschnitten, an denen der Zugriff auf Grundstücke möglich ist, werden Verbauungen möglichst entfernt und das Gerinne naturnah mit flachen Ufern umgestaltet. An geeigneten Stellen im Hochwasserfall wird - wo möglich - eine gewisse Gewässerdynamik zugelassen. Dadurch entstehen immer wieder neue Lebensräume (z.B. Uferanbrüche).

Die laufende Gewässerpflege wird zeitlich und fachlich so ausgeführt, dass sich eine artenreiche Lebensgemeinschaft an den Gewässerufern ansiedeln kann. Der Ufersaum wird z.B. wechselseitig alternierend gemäht, damit immer Rückzugsräume für Flora und Fauna stehen bleiben. Hierbei wird auch die Biotopvernetzungsfunktion der Bäche gefördert.

Langfristige Ziele sind eine Verbesserung der Gewässerstruktur und die Ansiedlung einer vielfältigen Ufervegetation, die wiederum wichtige Nektarpflanzen von Insekten und Wildbienen aufweist. SÖR verfügt für den Gewässerunterhalt über im eigenen Haus ausgebildete Wasserbauer, welche die Belange der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes gleichermaßen berücksichtigen können.

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