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Quellen und Forschungen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg 37

"Schreib die Reformation von Munchen gancz daher". Teiledition und historische Einordnung der Nürnberger Klarissenchronik (um 1500)

Umschlag QGKN 37

Herausgegeben von Lena Vosding
Texte und Bearbeitung von Anna Durwen, Tobias Enseleit, Hanne Grießmann, Jessica Wessels, Jens Wortmann, Lena Vosding
Nürnberg 2012, 246 S. mit 17 Abb.

ISBN 978-3-925002-37-3
Erhältlich im Stadtarchiv
Verkaufspreis: 30 Euro

Der Band enthält die wissenschaftliche Teiledition und eingehende Untersuchung der Nürnberger Klarissenchronik, die sowohl für die Klosterreform als auch für die Reformationszeit der Reichsstadt von großer Bedeutung war. Die Untersuchung dokumentiert die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe von sechs Studierenden der Geschichtswissenschaft und Germanistik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, die sich intensiv mit der Konventschronik der Nürnberger Klarissen beschäftigt haben.
Dem Klarissenorden wurde 1279 das Kloster des Reuerinnenordens in Nürnberg mit all seinen Gütern durch Bischof Berthold von Bamberg einverleibt. Der Höhepunkt des klösterlichen Lebens fällt in die Zeit der Äbtissin Caritas Pirckheimer, die 1479 als Schülerin in das Kloster eintrat. Sie stand in Briefkontakt mit den Vertretern des Nürnberger Frühhumanismus – Conrad Celtis, Christoph Scheurl und ihrem Bruder Willibald Pirckheimer. In den 90iger Jahren des 15. Jahrhunderts waren humanistische Bestrebungen innerhalb des Konvents sichtbar. Sie äußerten sich in der Rückbesinnung auf die eigene Vergangenheit und auf die Geschichte des Klosters.
So begannen die Schwestern des Nürnberger Klarissenordens um 1500, die Geschichte ihres Ordens und ihrer Gemeinschaft schriftlich festzuhalten. Hierbei nahm Caritas Pirckheimer eine leitende Rolle ein und es bestand eine enge Zusammenarbeit mit dem Franziskanerbruder Nikolaus Glassberger. Die Nürnberger Klarissenchronik hat sich in drei Fassungen von der Konzeption über die Korrektur bis zur Endfassung erhalten.
Grundlage für die Arbeitsgruppe der Universität Münster war die Edition aller drei Chronikfassungen, jeweils beschränkt auf einen Ausschnitt, der den Bericht der Nürnberger Schwestern über ihre Reformtätigkeit im Münchner Klarissenkonvente St. Antonius und St. Jakob beinhaltet. Dabei werden die verschiedenen Bearbeitungsebenen skizziert, Entstehungszusammenhänge, die Arbeitsweise der Schreiberinnen und die auf sie wirkenden intellektuellen Einflüsse analysiert. Kommentierende Einzelbeiträge werden der Teiledition zur Seite gestellt. Aufgrund der neuen Erkenntnisse haben die Autorinnen und Autoren die Funktion der Klarissenchronik vor dem Hintergrund spätmittelalterlicher Reformchronistik untersucht und herausgearbeitet.

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