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Glücksspielprävention

Aktionstag Glücksspielsucht 29. September - BZgA informiert über Suchtrisiken von Online-Glücksspielen

"Eine Glücksspielsucht entwickelt sich meist schleichend und von Betroffenen fast unbemerkt. Deshalb ist es wichtig, für die Suchtrisiken von Glücksspielen zu sensibilisieren und so eine Glücksspielsucht rechtzeitig zu vermeiden“ meint Michaela Goecke, Leiterin des Referates für Suchtprävention der BZgA.
Aktuelle BZgA-Studiendaten belegen, dass rund 430.000 Menschen in Deutschland von einem problematischen Glücksspielverhalten oder einer Glücksspielsucht betroffen sind. Pathologisches Glücksspiel ist als Abhängigkeitserkrankung anerkannt. Erste Anzeichen für ein problematisches Glücksspielverhalten können zum Beispiel sein:
- Es wird sehr viel gespielt und das Spielverhalten kann nicht mehr kontrolliert werden
- Die Gedanken kreisen fast nur noch ums Spielen
- Es wird mehr Geld verspielt als fürs Spielen zur Verfügung steht
- Das Spielen wird vor anderen verheimlicht. Es kommt zu Streitigkeiten wegen des Spielens

Unter www.check-dein-spiel.de gibt es ein Formular zur Beantragung einer Selbst- und Fremdsperre, Informationen und Empfehlungen zum Umgang mit Glücksspielen mit Online-Selbsttest zur Überprüfung des eigenen Spielverhaltens und Online-Verhaltensänderungsprogramm „Check out".


Liberalisierung des Glücksspiels

Seit 1. Juli 2021 gilt in ganz Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021 - GlüStV 2021. Damit gelten in allen Bundesländern gleiche Regeln, gleichzeitig wurden verschiedene Online-Glücksspielangebote legalisiert.

Was ist Glücksspiel?

Das Glückspiel ist durch zwei wesentliche Merkmale gekennzeichnet:
- der Spielausgang ist überwiegend vom Zufall bestimmt
- es wird um einen materiellen Einsatz gespielt, meist um Geld

Welche Glücksspiele gibt es?

Glückspiele sind zum Beispiel Casinospiele (Poker, Roulette, Glücksspielautomaten), Sportwetten, Pferdewetten, Lotto, Toto aber auch Rubbellose.

Wo werden Glücksspiele gespielt?

Glücksspiele werden in Casinos, in Spielhallen, in Wettbüros, im Internet oder in Gaststätten an Geldspielautomaten gespielt.

Warum kann Glücksspiel abhängig machen?

Je schneller auf einen Einsatz ein Ergebnis folgt, desto rascher und stärker verändert das Spiel das Bewusstsein. Darum machen Geldspielautomaten und Sportwetten leichter abhängig als Lotto, auf dessen Ergebnis Spieler teils tagelang warten müssen.

Wie kann ich eine Abhängigkeit erkennen?

Die Symptome oft ähnlich wie bei den stoffgebundenen Süchten: ausschließliches Denken an das Glücksspiel, suchttypische Merkmale wie Kontrollverlust („Nichtaufhörenkönnen“), Abstinenzunfähigkeit, Vernachlässigung von Familie, Freunde und Hobbys, Beschaffungskriminalität etc.

Was wird jetzt legal?

Legal werden Online Sportwetten, Online Casino (Roulette, Black Jack), Online Poker und virtuelle Automatenspiele. Es ist aber nur legal, wenn auf einer .de Domain gespielt wird und der Anbieter eine Lizenz hat. Für Jugendliche ist es weiterhin nicht erlaubt.

Wie können Jugendliche an Glücksspielen teilnehmen?

Gar nicht. Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Es nehmen aber trotzdem Jugendliche am Glücksspiel teil: Laut ESPAD-Studie haben 15,8 % der Befragten aus der 9. und 10. Klasse in Bayern innerhalb eines Jahres an einem Glücksspiel mit Geldeinsatz teilgenommen.
Quelle: Seitz, N.-N., Rauscher, C, Kraus, T. (2020) Die Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2019 (ESPAD): Befragung von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse in Bayern. IFT Institut für Therapieforschung München.

Was ist mit Lootboxen, Schatzkisten im Gaming-Bereich?

Spiele mit Glücksspielinhalten im Gaming-Bereich ist im GlüStV 2021 nicht geregelt. Das neue Jugendschutzgesetz (JuSchG) nimmt im §10b Absatz 3 Bezug darauf: "Insbesondere sind nach konkreter Gefahrenprognose als erheblich einzustufende Risiken für die persönliche Integrität von Kindern und Jugendlichen ... glücksspielähnliche Mechanismen". Es ist aber noch unklar, wie das umgesetzt werden soll.

Wie kann Glücksspielprävention ausschauen?

Die Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern e.V. (aj) ist die bayerische Fachinstitution im erzieherischen Kinder- und Jugendschutz. Sie entwickelt für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V. (LSG) innovative Präventionskonzepte

Wo kann ich mir Hilfe holen?

In Bayern wird vor Ort in spezialisierten Suchtberatungsstellen beraten. Es gibt auch Onlineangebote für Desktop-PC oder als App fürs Handy. Zielgruppen sind hier sowohl Betroffene von Glücksspiel, als auch Angehörige.

Was ist neu seit 1. Juli 2021?

Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder

In Halle (Saale) wird eine gemeinsame Glückspielbehörde aufgebaut, die 2023 voll arbeitsfähig sein soll.

Ausschluß minderjähriger oder gesperrter Spielerinnen und Spieler

Durch Authentifizierung soll sichergestellt sein, dass keine Minderjährigen oder gesperrte Spielerinnen und Spieler an Glücksspielen teilnehmen können.

Zentrale Sperrdatei

Wo es vorher nötig war sich bei jedem einzelnen Anbieter sperren zu lassen, wird es eine Zentrale Sperrdatei geben die Spiel- und Anbieterübergreifend wirksam ist. Das bedeutet sowohl in Spielhallen, Wettbüros, Casionos, Online und Gaststätten mit Geldspielgeräten.

Ein Spielerkonto plattformübergreifend

Es wird für jeden Spieler und jede Spielerin ein verifiziertes Konto geben über dies sichergestellt werden kann, dass nicht mehrere Spiele gleichzeitig gespielt werden.

Einschränkung der Werbung

Zum Beispiel dürfenn aktive Sportlerinnen und Sportler oder solche in einer offiziellen Funktion nicht für Glücksspiel werben.


Presse und TV

Beiträge zum Thema aus der Presse und TV

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA

Die Informationen wurden unter anderem mit Hilfe folgender Seiten erstellt:

Suchtprävention

Am Plärrer 10

90429 Nürnberg


Richard Erlbacher

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