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Hans-Jürgen Breuste


1933 Hannover

2012 ebenda

Titel:

Overkill I + II (2-tlg.), 1971

Material:

Militärschrott, schwarz gespritzt

Maße:

340 x 500 x 260 cm und 260 x 360 x 220 cm

Patenschaftsgeber:

Stadt Nürnberg

Ausführung:

Firma Berosta, Schweinau

Standort SUN71:

Kopernikusschule Maffeiplatz, Nürnberg

Standort 2021:

Steintribüne, Zeppelinstraße, Nürnberg (seit 1988)

Haltestelle:

Dutzendteich (Tram 6, Bus 55, 65)




Hans-Jürgen Breuste pflegte bereits mit jungen Jahren Kontakte nach Nürnberg; zwei Ausstellungen 1965 in der mobilia-Galerie und 1966 bei Hansfried Defet empfahlen ihn für das Symposion. Früh begann Breuste mit gefundenem Material zu arbeiten, mit dem er zunehmend die Themen Tod und Zerstörung in den Kontext politischer Ereignisse stellte.

Für die Volksschule am Maffeiplatz sollte Breuste ein „Objekt von erzieherischem Wert“ entwickeln. Von der drastischen Bildsprache der zweiteiligen Arbeit Overkill, einer Installation aus zusammengeschweißtem Material, das er auf Militärschrottplätzen in Nürnberg sammelte, war man jedoch hochgradig schockiert: Heizkesselteile, Kanonenrohre und leere Magazine quellen aus meterhohen, hintereinander arrangierten Panzerplatten; ein Nachfüllstutzen für eine Heizungsanlage lässt als umgekehrter Trichter aus seinem Inneren Geschützrohre und Granatenbehälter herausfallen. Allein durch ihre Größe ist die Plastik Monument und Mahnmal zugleich. Entstanden als unmittelbare Reaktion auf den Vietnamkrieg, erinnert die Installation in Nürnberg an den generellen Wahnsinn von Krieg und Gewalt.

Ihre Platzierung auf einem Grundschulgelände verstärkte sicherlich die Emotionalität der in der Bevölkerung geführten Debatte. Das Baureferat formulierte in einem schreiben an die Organisatoren, ob „es nicht richtiger [sei], den in der geistigen und seelischen Entwicklung befindlichen Kindern eine Botschaft aus der ‚heilen‘ Welt vor die Tür zu stellen“. Im Rahmen der Ausstellung Faszination und Gewalt wurde das Kunstwerk 1988 auf die Rückseite der Zeppelintribüne versetzt, nach Aussage des Künstlers an den „einzig richtigen Ort“.

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