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Haus-Rucker-Co

Laurids Ortner, Manfred Ortner, Günter Zamp Kelp

Künstlergruppe 1967–1992

Titel:

Wegweiser, 1971

Material:

Duraskin (PVC beschichtetes Gewebe), eloxiertes Aluminiumblech, Stahlrohrmast, Betonfundament

Maße:

1200 x Ø 250 cm

Patenschaftsgeber:

Vereinigte Seidenwebereien, Krefeld
(Materialspende); Kabel- und Metallwerke Gutehoffnungshütte AG (Materialspende)

Standort SUN71:

Marienbergstraße/Flughafenstraße, Nürnberg
nach mehrfacher Zerstörung 1979 endgültig entfernt



Der Beitrag der Künstlergruppe Haus-Rucker-Co war das spektakulärste Projekt des Symposions. Es handelte sich um einen 14 m langen, hoch aufragenden weißen Zeigefinger mit silbrig glänzendem Fingernagel, der an der Zufahrtstraße zum Flughafen installiert war und Richtung Innenstadt wies. Imponierend war nicht nur die Form, sondern auch die Konstruktion des Kunstwerks: Mittels eines Gebläses wurde ein Überdruck erzeugt, der das pneumatische Objekt in Form hielt.

Mit dem Standort und der weithin sichtbaren Form erfüllte der Wegweiser alle Merkmale eines öffentlichen Wahrzeichens. Aber für viele Nürnberger*innen stellte er mit dem als banal empfundenen Motiv eine Absurdität dar. Auch die Künstler waren sich des streitbaren Gehalts bewusst. Dennoch waren alle Beteiligten schockiert über die Zerstörung durch unbekannte Täter nach knapp vier Wochen. Der weitere Verlauf
des Kunstwerks wurde zu einem zähen Ringen um dessen Stellenwert in der Stadt: Eine engagierte Plakataktion in der Kunsthalle Nürnberg brachte die benötigte Summe für die Wiederaufstellung zusammen.

Fünf Monate später abermals zerstört, fand sich im Mai 1974 ein anonymer Spender für die erneute Errichtung. Nachdem das Objekt im Februar 1976 ein drittes Mal zerstört wurde, stand der innere Stahlrohrmast noch weitere drei Jahre, bis das Werk 1979 entfernt und durch die Stahlplastik Unexpected I von Buky Schwartz (Nr.12) ersetzt wurde. Ihr endgültiger Abbau stand emblematisch für ein Projekt, dem nach einem kräftezehrenden, acht Jahre dauernden Kampf ein für alle Mal die Luft ausging. Heute bleibt nur noch die Erinnerung daran, wie zukunftsgewandt sich die Stadt 1971 mit dem Beitrag von Haus-Rucker-Co positionierte.

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