Kreisverkehre – in der Fachsprache Kreisverkehrsplatz genannt – haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Sie stellen unter bestimmten Voraussetzungen eine gute und verkehrsichere Alternative zur herkömmlichen Regelung mit Ampeln dar. Jeder Einsatzfall muss individuell geprüft werden, da Kreisverkehre nicht nur Vorteile haben.
Kleine Kreisverkehre mit einspuriger Verkehrsführung und entsprechend geringerer Verkehrsbelastung schneiden in der Unfallforschung sehr gut ab. Nach Untersuchungen der Beratungsstelle für Schadensverhütung im Verband der Schadensversicherer (VdS) liegen die volkswirtschaftlichen Unfallkosten bei einem solchen kleinen Kreisverkehr 40 Prozent niedriger als bei herkömmlichen Kreuzungen. Dabei darf jedoch eine Verkehrsbelastung von 20 000 Fahrzeugen pro Tag nicht überschritten werden. Außerdem müssen die zuführenden Straßen annähernd gleiche Belastungen haben. Vorteilhaft für Kreisverkehre sind solche Standorte, an denen wenig Fußgänger und Radfahrer auftreten, da ein Kreisverkehr vorrangig den Kraftfahrern mehr Sicherheit bietet.
Mehrspurige Kreisverkehre dagegen verringern die Verkehrssicherheit wesentlich, da häufige Spurwechsel innerhalb des Kreisverkehres auftreten und so Konflikte begünstigen. Mehrspurige Kreisverkehre erfordern auch zusätzliche Maßnahmen für die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer.
Die Leistungsfähigkeit an Kreisverkehren kann gesteigert werden, wenn zusätzliche Nebenfahrbahnen (sog. Bypässe) eingerichtet werden, in dem einzelnen Übereckfahrbeziehungen somit die Fahrt durch den Kreisel erspart wird.
Kreisverkehrsplätze werden nicht eingerichtet, wenn zu hohe Verkehrsbelastungen auftreten und es Rückstaus geben könnte oder die Sicherheitsanforderungen für Radfahrer und Fußgänger nicht gewährleistet sind.