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Notfallvorsorge und Katastrophenschutz


Stromausfall / Blackout

Ein Mann liest in einer Wohnung bei völliger Dunkelheit mit einer Taschenlampe ein Buch., Bild © Artur Abramiv / AdobeStock

Warum dieses Thema wichtig ist

Ein Stromausfall betrifft Haushalt und Alltag in fast allen Bereichen: Licht, Heizung, Kommunikation, Wasser und Einkäufe – vieles funktioniert nicht mehr. Ein kurzer Ausfall ist meist schnell behoben, bei einem größeren oder länger andauernden Ausfall (Blackout) können jedoch mehrere Stunden bis Tage vergehen. Dann kommt es auf Ihre eigene Vorbereitung an.

Schnell‑Check: Was Sie bei einem Stromausfall sofort tun sollten

  1. Batteriebetriebene Lampen, Ersatzbatterien sowie Kerzen und feuerfeste Unterlagen bereitstellen.
  2. Kühlschrank und Gefriertruhe möglichst geschlossen halten.
  3. Ein batteriebetriebenes oder Kurbel‑Radio bereithalten, um Informationen zu erhalten.
  4. Elektrogeräte wie Herd oder Bügeleisen abschalten, um Stromspitzen und Gefahren zu vermeiden.
  5. Auch nach dem Ende des Ausfalls vorsichtig sein. Geräte schrittweise wieder anschalten.

Verhalten bei einem Stromausfall – Schritt für Schritt

  • Bewahren Sie Ruhe. Prüfen Sie zuerst, ob es nur Ihre Wohnung oder die ganze Straße betrifft.
  • Sorgen Sie für Licht: Nutzen Sie Campinglampen, Taschen- oder Stirnlampen sowie Kerzen auf feuerfesten Unterlagen.
  • Geräte abschalten: Herd, Bügeleisen, elektronische Geräte ausstecken, damit bei Belastung des Netzes keine Gefahr entsteht und Geräte beim Wiedereinschalten geschützt sind.
  • Eine Lampe eingeschaltet lassen: So erkennen Sie sofort, wenn der Strom zurück ist.
  • Kühlschrank und Tiefkühltruhe möglichst geschlossen halten. Wenige Stunden überstehen Lebensmittel meist problemlos. Bei längerem Ausfall verderbliche Lebensmittel frühzeitig verbrauchen.
  • Informationen einholen: Nutzen Sie ein Kurbelradio, ein batteriebetriebenes Radio oder ein Autoradio, um Nachrichten der Behörden oder Stadt zu hören.
  • Wärme halten: Wenn die Heizung ausfällt, Türen und Fenster mit Decken oder Rettungsfolie abhängen.
  • Nur im Freien kochen oder grillen: Campingkocher und Grills niemals in Innenräumen verwenden.
  • Hilfe und Gemeinschaft: Achten Sie auf Menschen in Ihrer Nähe. Besonders Kinder, ältere oder geschwächte Personen benötigen jetzt Ihre Unterstützung.
  • Zuhause bleiben: Vermeiden Sie unnötige Autofahrten. Ampeln könnten ausgefallen sein und die Unfallgefahr steigt.

Notfallvorsorge: Was Sie vorher tun können

  • Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und Getränken für mehrere Tage anlegen.
  • Wasser bevorraten – zusätzlich zur Trinkwasserversorgung, falls die Versorgung eingeschränkt ist.
  • Bargeld bereit halten. Geldautomaten und Zahlungssysteme können ausfallen.
  • Batterien, Powerbanks, Ersatz-Akkus laden bzw. bereithalten für Mobilfunk, Taschenlampen und Radio.

  • Decken, warme Kleidung, ggf. alternative Heizquellen, falls Heizung oder Warmwasser länger ausfallen.
  • Bei Nutzung von Heizalternativen vorsichtig vorgehen. Niemals in geschlossenen Räumen grillen oder heizen. Brand‑ oder Vergiftungsgefahr!

  • Vereinbaren Sie Treffpunkte mit der Familie für den Fall, dass Telefone nicht funktionieren.
  • Halten Sie ein batteriebetriebenes oder Kurbel‑Radio bereit. Viele große Rundfunksender nutzen Notstrom-Aggregate, sodass sie auch bei Stromausfall senden können.
  • Wenn Internet und Mobilfunk ausfallen, erhalten Sie Informationen außerdem an den Notfall-Infopunkten. Informieren Sie sich vorab, wo sich der nächste Infopunkt befindet (siehe unten).

Sorgen Sie jetzt vor

Sie müssen während eines großflächigen, länger andauernden Stromausfalls dazu in der Lage sein, sich mehrere Tage lang selbst zu helfen. Eine gute Notfallvorsorge schützt Sie und Ihre Familie. Fangen Sie deshalb jetzt damit an.

Notfall-Infopunkte: Hilfe und Informationen

  • Notfall-Infopunkte (Katastrophenschutz-Leuchttürme) sind Gebäude von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und anderen öffentlichen Einrichtungen. Sie sind mit dem SOS-Symbol und dem Hinweis „NOTFALL Infopunkt“ markiert.
  • Notfall-Infopunkte werden mit Notstrom versorgt und sind auch bei Dunkelheit gut erkennbar.
  • Notfall-Infopunkte sind so über die Stadt verteilt, dass sie fußläufig erreichbar sind.
  • Vor Ort sind geschulte Mitarbeiter, um zu informieren und zu helfen.

Wichtig zu wissen: Wo befindet sich Ihr Notfall-Infopunkt?

Informieren Sie sich, wo sich der nächste Notfall-Infopunkt (Katastrophenschutz-Leuchtturm) befindet. Bei einem Blackout erhalten Sie nur dort Hilfe und Informationen. Drucken Sie am besten gleich die Karte mit dem Standort aus und bewahren Sie sie für den Notfall sicher auf.

Fragen und Antworten zum Radioempfang

Ja, öffentlich-rechtliche Sendeanstalten wie der Bayerische Rundfunk (BR) strahlen in Krisensituationen wie einem Blackout Warnmeldungen der Behörden, ausführliche Lageberichte sowie Empfehlungen für die Bevölkerung aus.

Die großen Senderstandorte des BR sind in der Regel mit eigenen Dieselgeneratoren und Dieselvorräten für sieben Tage ausgestattet. Im Falle eines Stromausfalls springen sie an. Diese Standorte sind in ganz Bayern verteilt und versorgen einen großen Teil der Bevölkerung mit den Programmen des Bayerischen Rundfunks. Die mit Notstrom versorgten Sender strahlen die BR-Programme über UKW und zusätzlich über DAB+ aus.

Bei einem Stromausfall ist es wichtig, dass die Bevölkerung ein geeignetes UKW- oder DAB+-Radio mit geladenem Akku oder Batterien zum Empfang bereithält. Auch ein Autoradio ist eine gute Option, da es über eine Autobatterie verfügt.

Bayern 1, die reichweitenstärkste BR-Radiowelle, wurde als Programm für entsprechende Warndurchsagen festgelegt. Eine konkrete Frequenzangabe ist nicht notwendig oder zielführend, da diese je nach Empfangsort unterschiedlich ist. Bayern 1 lässt sich sehr leicht über einen automatischen Suchlauf an jedem Radio finden, sofern das Programm nicht bereits eingestellt oder auf einer Stationstaste abgespeichert ist.

In der Frequenzsuche sind die Empfangsmöglichkeiten für die BR-Programme zu finden. Bei den Radioprogrammen über UKW sind Frequenzangaben verfügbar, die angeben, welche Senderstandorte im Normalfall am besten empfangbar sind.

Fahren bei einem Blackout öffentliche Verkehrsmittel?

Straßenbahnen und U-Bahnen benötigen Fahrstrom und bleiben bei einem Stromausfall umgehend stehen. Ein Blackout kommt entweder ohne Vorankündigung oder mit wenigen Minuten Vorlauf. Die Folge: U-Bahnen bleiben eventuell im Tunnel stehen, die Straßenbahnen auf Strecke.

Sollte ein Zug zwischen den Haltestellen zum Stehen kommen, müssen die Fahrgäste evakuiert werden. Im Tunnel geschieht das durch VAG-Personal, das vor Ort kommt. Wenn ein Blackout droht, wird der Betrieb von Straßenbahnen und U-Bahnen deshalb unverzüglich eingestellt. Damit werden strandende Züge in Tunneln oder auf Straßenkreuzungen verhindert.

E-Busse können weiterfahren, solange ihr Speicher noch gefüllt ist. Das heißt, E-Busse können in jedem Fall noch ihre Tour zu Ende fahren und einrücken.

Dieselbusse können weiterfahren. Die Dieseltankstelle wird mit einem Notstromaggregat betrieben. Wenn möglich, wird die VAG ein zusätzliches Angebot, zum Beispiel für das Nightliner-Netz, bereitstellen. Der Dieselvorrat reicht für einige Tage. Ob Externe wie Polizei oder Feuerwehr Zugriff auf den Diesel der VAG benötigen, hängt von der Lage ab.

Mithilfe eines Notstromaggregats und Batteriebetriebs können die Sicherheitsbeleuchtung in Tunneln und Bahnhöfen, die Technik der Leitstelle, die Kommunikationssysteme (Funk, Telefon, WLAN), die Videoüberwachung, die Zugsicherung sowie gegebenenfalls auch Aufzüge und Rolltreppen weiter betrieben werden. Dies gilt so lange, wie es notwendig ist, in jedem Fall jedoch für die Dauer der Evakuierung.

In Kürze: Das Wichtigste zusammengefasst

Ruhe bewahren, für Licht sorgen, Geräte abschalten, Kühlschrank geschlossen halten, Informationen via Radio einholen, Nachbarn informieren oder unterstützen.

Licht, Haushaltsgeräte, Heizung, Heißwasser, Wasser- und Versorgungspumpen sowie große Teile der öffentlichen Infrastruktur, zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel, Ampeln, Straßenlaternen, Geldautomaten oder Supermarktkassen, fallen aus.

Ja, bei einem Blackout fallen Internet und Mobilfunk aus. Informationen erhalten Sie dann nur noch über Radio und an den Notfall-Infopunkten. Auch das Notrufsystem und somit der Notruf 112 funktionieren nicht mehr. Notrufe können Sie nur an den Notfall-Infopunkten absetzen.

Lebensmittel, Trinkwasser, Batterien, Taschenlampe, Radio, Bargeld, warme Kleidung und wichtige Medikamente.

Merkblatt Stromausfall

Alle wichtigen Informationen und Tipps zur Vorsorge und zum richtigen Verhalten bei einem möglichen Blackout in Nürnberg sind in einem kompakten Merkblatt zusammengestellt. Drucken Sie das Merkblatt aus und bewahren Sie es für den Notfall sicher auf.

Ratgeber Krisensituation

Der „Ratgeber Krisensituation“ fasst die Adressen der Anlaufstellen und die wichtigsten Informationen für den Notfall zusammen. Drucken Sie den Ratgeber aus und bewahren Sie ihn für den Notfall sicher auf.

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Aktualisiert am 24.04.2026, 14:59 Uhr