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Volksbad: Machbarkeitsstudie fällt positiv aus

Seit der Schließung des städtischen Volksbads im Jahr 1994 bewegt die Frage nach dem künftigen Umgang mit dem Baudenkmal aus der Jugendstilzeit die Gemüter vieler Nürnberger. Eine Machbarkeitsstudie zeigt nun: Eine erneute Nutzung als Schwimmbad mit Sauna wäre möglich. Voraussetzung ist allerdings, dass Bund und Land das Projekt mit unterstützen.

Das betonten Bürgermeister Christian Vogel, erster Werkleiter des städtischen Bäderbetriebs NürnbergBad, sowie Schul- und Sportbürgermeister Klemens Gsell am 17. Februar 2016 bei der Vorstellung der Ergebnisse der Studie. „Ein Bäderbetrieb ist, was die reinen Betriebskosten angeht, kostendeckend möglich“, so Vogel. Gsell ergänzte: „Es wäre zwar ein riesiger Kraftakt, aber machbar wäre es“.

Das Büro Fritz Planung hatte im Auftrag der Stadt Nürnberg die Studie erarbeitet und darin drei Varianten einer künftigen Nassnutzung des Volksbads entwickelt, die sich vor allem im Anteil der Wellnessbereiche voneinander unterschieden. Die Variante mit dem geringsten Wellness-Anteil wird von Seiten der Stadt nicht weiterverfolgt, da sie ein negatives Ergebnis bei den Betriebskosten erwarten ließe. Die erwarteten Sanierungskosten für die beiden anderen Varianten liegen bei rund 46,8 beziehungsweise 49,8 Millionen Euro.

Bürgermeister Vogel wird nun Finanzierungsgespräche mit dem Bund und dem Freistaat Bayern führen. Zudem erwägt die Stadt Nürnberg, in welcher Form die Bürger sich direkt an den Kosten beteiligen könnten. Die Entscheidung darüber, ob das Volksbad saniert und reaktiviert wird, trifft dann der Nürnberger Stadtrat.

Vision für die Saunalandschaft des Volksbads

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So könnte die Saunalandschaft im Volksbad einmal aussehen.

Häufige Fragen zum Thema (FAQ)

Fehlen im Umfeld des Volksbads nicht die Parkplätze für die erwarteten Besucher?

Durch die Lage direkt am Plärrer ist der Standort mit U-Bahn, Straßenbahn und Bussen ideal an das Netz des Öffentlichen Nahverkehrs angebunden. Außerdem plant die N-Ergie den Bau eines Parkhauses mit Zufahrten in der Imhoffstraße sowie der Straße „Beim Rochusfriedhof“. Dort sollen rund 600 Pkw Platz finden.

Ist die Bausubstanz und die Technik des Volksbads nach rund 20 Jahren Leerstand überhaupt noch nutzbar?

Die Bausubstanz ist insgesamt positiv zu bewerten, wie Bürgermeister Christian Vogel betont. Die Badewasser-, Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektrotechnik müsste jedoch komplett erneuert werden.

Ist das Vorgehen mit dem Denkmalschutz abgestimmt?

Das Büro Fritz Planung hat die Denkmalschutzbehörde bei der Machbarkeitsstudie bereits intensiv eingebunden. Einige Bereiche des Volksbads müssten sowohl im Hinblick auf Hülle als auch auf Ausstattung zum großen Teil erhalten werden, bei anderen wären lediglich Außenfassade, Gebäudeform und Dachlandschaft beizubehalten.

Warum wäre das Volksbad für das Schul- und Vereinsschwimmen so wichtig?

Gerade im Nürnberger Stadtwesten besteht in diesen Bereichen ein großes Defizit, da dort kein Hallenbad angesiedelt ist. Von den etwa 200 Schulklassen in Nürnberg, die ohne Schwimmunterricht auskommen müssen, liegen laut Bürgermeister Klemens Gsell rund 170 im Westen. Verfügten die Sportvereine dort früher über starke Schwimmabteilungen, sind diese seit Schließung des Volksbads sukzessive geschwächt worden. Das Volksbad ist laut Gsell der „Idealstandort“, um diese Probleme weitgehend zu lösen.

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