Das Volksbad ist ein Bauwerk, das den Nürnbergern wie kaum ein anderes in der Stadt am Herzen liegt. Der Stadtrat hat im Jahr 2020 den Plänen der Verwaltung zugestimmt und beschlossen, das Bad zu sanieren und wieder in Betrieb zu nehmen. Das Bad wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 geöffnet.

Was ist neu?
Entgegen der ursprünglichen Kosten- und Zeitplanung gibt es erhebliche Verzögerungen. Nach Prognose im Juli 2026 belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 90 bis 100 Millionen Euro. Darin ist bereits ein Risikoaufschlag für noch ausstehende Nachträge und mögliche Kostenentwicklungen bis zum Abschluss der Baumaßnahme enthalten. Die Inbetriebnahme des denkmalgeschützten Gebäudes ist nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2027 vorgesehen.
Die extreme Kostenentwicklung von anfangs veranschlagten 56 Millionen Euro (Stand 2022) auf etwa 90 bis 100 Millionen Euro (Stand 2026) ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen handelt es sich beim Volksbad um eines der anspruchsvollsten Sanierungsprojekte der Stadt. Bei der Instandsetzung des über 100 Jahre alten Baudenkmals mit acht Gebäudeteilen wurden viele Schäden und konstruktive Besonderheiten erst sichtbar, als Bauteile geöffnet wurden.
Hinzu kamen umfangreiche Anforderungen des Denkmalschutzes, die während der Bauausführung zusätzliche Restaurierungs- und Planungsleistungen erforderlich machten. Ein weiterer Faktor sind die Baupreise, die seit der ursprünglichen Kostenberechnung im Jahr 2020 außergewöhnlich stark gestiegen sind.
Der Werkausschuss NürnbergBad hat am Freitag, 17. Juli 2026, beschlossen, das Projekt fertigzustellen. Ziel bleibt es, das Volksbad für die Nürnbergerinnen und Nürnberger wieder erlebbar zu machen.
Fragen zu Zeitplan und Kosten
Bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Bauwerks gibt es viele Unvorhersehbarkeiten bis weit in die Bauphase hinein. Folgende Mängel wurden erst während der Arbeiten festgestellt:
- Fehlende Fundamente: Entgegen den historischen Plänen fehlten einzelne Fundamente unter den Schwimmhallen. Die erforderliche Bohrpfahl-Unterfangung zur statischen Sicherung verursachte Mehrkosten sowie eine Bauverzögerung von rund acht Monaten.
- Verdeckte Schäden: Erst während der Arbeiten wurden verdeckte Schäden, Schadstoffbelastungen aus dem alten Gaswerk sowie historische Decken und Bemalungen entdeckt, die denkmalpflegerisch relevant sind.
- Innenputz hielt nicht: Die ursprünglich für den Innenputz beauftragte Firma schaffte es trotz mehrerer Anläufe nicht, dass der Putz an den historischen Ziegeln hält. Die langwierige Kündigung und Neuvergabe dauerten zehn Monate. Dadurch wurden weitere Gewerke massiv behindert.
- Mehr Personal vor Ort: Der Generalplaner hat drei zusätzliche Fachkräfte dauerhaft auf die Baustelle entsandt. Zudem wird das Projektteam durch Mitarbeiter von NürnbergBad und dem Eigenbetrieb Frankenstadion unterstützt.
- Intensivere Überwachung: Die Taktung der Baubesprechungen wurde erhöht und das Kosten- sowie Termin-Reporting deutlich intensiviert.
- Strukturanpassung: Die Projektleitung wurde neu geordnet und es wird nach weiterer Unterstützung für die Kosten- und Terminverfolgung gesucht.
Die Mehrkosten werden über Kredite finanziert, die in die Wirtschaftspläne des Eigenbetriebs NürnbergBad einfließen. Der jährliche Zuschuss der Stadt an den Eigenbetrieb muss dafür von 11 Millionen Euro auf mindestens 15 Millionen Euro steigen.
Der Stadtrat hat entschieden, dass die Eintrittspreise des Volksbads die gleichen werden wie in anderen städtischen Bädern.
Der Bau des Rochus-Parks beginnt im Frühjahr 2027. Die Rothenburger Straße wird nach Ende der Bauarbeiten am Vorplatz des Volksbads wieder vollständig geöffnet. Die Fertigstellung ist voraussichtlich im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2026.
Das Volksbad ist nicht nur ein Schwimmbad. Es hat eine lange Geschichte und große Bedeutung für Nürnberg. Viele haben hier Schwimmen gelernt. Neben den Schwimmhallen wird es Sauna- und Wellnessangebote, Gastronomie und Platz für Veranstaltungen geben – und so den ganzen Stadtteil beleben.
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So sieht es aktuell im Volksbad aus
Video zum Projekt:
Fakten zum Projekt:
Das Nürnberger Volksbad befindet sich im Stadtteil Gostenhof in der Rothenburger Straße in unmittelbarer Nähe zum Plärrer. In der Nachbarschaft liegen das Nicolaus-Copernicus-Planetarium, das Betriebsgebäude der N-Ergie, der Rochusfriedhof und Wohngebäude.
Durch die Lage am Plärrer ist der Standort mit U-Bahn, Straßenbahn und Bussen ideal an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs angebunden. Außerdem plant die N-Ergie den Bau eines Parkhauses mit Zufahrten in der Imhoffstraße sowie der Straße „Beim Rochusfriedhof“. Dort sollen rund 600 Autos Platz finden.
Die Gesamtfläche des Gebäudes beträgt 62.058 Quadratmeter. Es umfasst eine zentrale Wartehalle, drei Schwimmhallen sowie Bereiche mit Wannen- und Duschbädern, Umkleiden und Ruheräumen. Im hinteren Teil des Grundstücks ist ein Kesselhaus angeschlossen. Damit war das Volksbad bei seiner Eröffnung im Jahr 1914 die größte Badeanstalt Deutschlands.
Das Volksbad soll ein Hallenschwimmbad mit großem Wellness-Anteil werden. Darüber hinaus soll das Bad von Schulen und Vereinen genutzt werden. Gerade im Nürnberger Stadtwesten besteht in diesen Bereichen ein großes Defizit, da dort kein Hallenbad angesiedelt ist. Der Großteil der Schulklassen in Nürnberg, die ohne Schwimmunterricht auskommen müssen, liegt im Westen. Hatten die Sportvereine dort früher starke Schwimmabteilungen, sind diese seit Schließung des Volksbads sukzessive geschwächt worden.
Konkret sieht die Planung Folgendes vor:
Halle I:
Für das öffentliche Schwimmen steht in der ehemaligen Männerschwimmhalle das große Schwimmbecken im Jugendstilambiente zur Verfügung. Nebenan wird es einen modernen Baby- und Kleinkinderbereich geben, in dem sich Eltern entspannen können.
Halle II:
Hier sind vier Bahnen für das Schul- und Vereinsschwimmen mit Meterbrett geplant. Eine Besonderheit ist der Hubboden. Damit kann die Wassertiefe stufenlos variiert werden. Abends und am Wochenende könnte hier Nürnbergs größtes Planschbecken entstehen. Oder der Boden wird komplett angehoben und es ist Platz für Tagungen und Veranstaltungen in besonderem Ambiente. Das Kesselhaus wird neu gebaut und enthält ein Lehrschwimmbecken und Umkleiden.
Halle III:
Die ehemalige Frauenschwimmhalle wird mit voraussichtlich vier bis sechs Saunen zum Sauna- und Wellnessbereich umgebaut. Die Halle ist direkt an einen großen Physiotherapiebereich und an die Gastronomie angebunden. Dort können auch externe Gäste, die nicht schwimmen wollen, hoch oben im ehemaligen Lichthof mit Blick auf die historische Fassade und hinein in die Halle II speisen.
Rochus-Park:
Nördlich des Volksbads entsteht auf 6.000 Quadratmetern der Rochus-Park. Dafür werden etwa 3.000 Quadratmeter des ehemaligen Betriebshofs der N-Ergie Aktiengesellschaft entsiegelt. Der Park bringt mehr Grün in den Stadtteil, und schafft eine sichere Rad- und Fußwegverbindung von der Fürther Straße nach Gostenhof. Bewässert wird das Grün über Dachwasser und Grauwasser aus dem Volksbad. Baubeginn ist im Frühjahr 2027.
Die Stadt Nürnberg ist Träger des Projekts.
Die Gesamtkosten belaufen sich Stand 2026 auf rund 80 bis 100 Millionen Euro. Die extreme Kostenentwicklung von anfangs veranschlagten 56 Millionen Euro (Stand 2022) ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Während der Sanierungsarbeiten des Bauwerks sind unvorhersehbare Schäden und konstruktive Besonderheiten sichtbar geworden. Hinzu kamen umfangreiche Anforderungen des Denkmalschutzes, die während der Bauausführung zusätzliche Restaurierungs- und Planungsleistungen erforderlich machten. Zuletzt sind die Baupreise seit der ursprünglichen Kostenberechnung außergewöhnlich gestiegen.
Nach einer positiven Machbarkeitsstudie wurde die Verwaltung im Dezember 2018 beauftragt, eine Entwurfsplanung mit Kostenberechnung zu erarbeiten. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung im Oktober 2020 den Plänen zugestimmt.
Der nächste Schritt war die Abgabe des Bauantrags im Sommer 2021. Für die Genehmigung durch die Bauordnungsbehörde war ein halbes Jahr eingeplant. Ab Sommer 2021 wurde das Gebäude ausgeräumt. In den weitläufigen, verwinkelten Kellerbereichen und auf den Dachböden lagen noch viele Gerätschaften aus den vergangenen Jahrzehnten wie historische Garderoben, Beleinungen der Bahnen und das eine oder andere Sofa aus den alten Ruheräumen.
Im November 2021 hat die Stadt die erste Teilbaugenehmigung erhalten. Die Sanierung des Volksbads begann mit der Entfernung der künstlichen Mineralfasern aus den Dächern. Mittlerweile sind die Abbrucharbeiten abgeschlossen und die neuen Schwimmbecken wurden eingebaut. Seit Mai 2023 laufen die Dachdeckerarbeiten.
Nördlich des alten Volksbad-Gebäudes entsteht ein Neubau. Das neue Gebäude beherbergt zukünftig außer zwei Technik-Untergeschossen ein Lehrschwimmbecken in der Größe von 12,5 mal 10 Meter für Schulen und Vereine. Im ersten Stock entstehen die öffentlichen Umkleiden und im zweiten Stock die Umkleiden für Schulen und Vereine. Die Betonteile des Hauses werden ressourcenschonend mit Recyclingbeton hergestellt. Deckenfest wurde Juli 2024 gefeiert.
Im Mai 2025 wurde mit der Umgestaltung der Rothenburger Straße direkt vor dem Volksbad begonnen. Hier wird durch breitere Gehwege, neue Grünflächen sowie der Pflanzung neuer Bäume mehr Aufenthaltsqualität geschaffen. Der Weg vom Plärrer zum Volksbad soll durch die Maßnahmen ebenfalls sicherer werden.
Zwischen dem Plärrer-Hochhaus und der Straße Am Rochuskirchhof wird die Rothenburger Straße um zwei Meter vom Volksbad abgerückt. Durch die Verlegung und schmalere Fahrspuren schafft die Stadt mehr Raum für Fuß- und Radverkehr sowie zusätzliche entsiegelte Flächen. Die Carsharing-Station vor dem Plärrer-Hochhaus wird verlegt, auch vor dem N-Ergie-Hochhaus entstehen neue Bäume und Grünflächen. Dadurch kommt man vom U-Bahn-Aufgang Plärrer ohne Hindernisse zum Volksbad. Vor diesem gibt es ebenfalls neue Bäume und Sitzbänke. Die Straße Beim Rochuskirchhof wird verkürzt und ebenfalls mit neuen Grünflächen ausgestattet.
Während der Sanierungsarbeiten des denkmalgeschützten Bauwerks sind unvorhersehbare Schäden und konstruktive Besonderheiten sichtbar geworden. Somit verzögert sich der Zeitplan der Arbeiten. Die Wiedereröffnung des Volksbads ist nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2027 geplant.
Im Herbst 2019 liefen Gespräche mit Vereinen und Verbänden aus dem Stadtteil, um Ideen und Erwartungen für das Volksbad abzufragen. Auf einer Website zum Volksbad konnten die Bürger ihre Anregungen abgeben und lesen, was bisher vorgeschlagen wurde. Auch im Rahmen einer Postkartenaktion konnten Ideen eingereicht werden.
Auch Stadtrat und Ausschüsse beschäftigen sich mit dem Thema Sanierung des Volksbads. Hier eine chronologische Übersicht der Sitzungen:
Seit der Schließung des städtischen Volksbads im Jahr 1994 bewegte die Frage nach dem künftigen Umgang mit dem Jugendstilbau die Gemüter vieler Nürnberger. Mehrere Initiativen hatten versucht, das Bad mit unterschiedlichen Konzepten wieder zu neuem Leben zu erwecken. Bislang waren jedoch alle Pläne an der Finanzierung gescheitert. Mit der Zusage des Freistaats Bayern im September 2018, sich mit 18 Millionen Euro zu beteiligen, rückte die Wiederbelebung des Bads ein Stück näher. Im Dezember 2018 hat der Stadtrat dann entschieden, eine neue Abteilung des Eigenbetriebs NürnbergBad mit der weiteren Planung zu beauftragen.
Im Vorfeld ergab eine Machbarkeitsstudie von 2016, dass eine erneute Nutzung als Schwimmbad mit Sauna möglich wäre, falls Bund und Land das Projekt mit unterstützen. Das Büro Fritz Planung hatte im Auftrag der Stadt die Studie erarbeitet und darin drei Varianten einer künftigen Nassnutzung des Volksbads entwickelt, die sich vor allem im Anteil der Wellnessbereiche voneinander unterschieden. Die Variante mit dem geringsten Wellness-Anteil wurde von Seiten der Stadt nicht weiterverfolgt, da sie ein negatives Ergebnis bei den Betriebskosten erwarten ließe.
Im November 2019 beauftragte der Stadtrat zwei Büros mit der Vorplanung: Das Büro Fritz Planung, einem in Deutschland bekannten Bäderbauer mit jahrzehntelanger Erfahrung, wurde als Planer für Architektur und Gebäudetechnik eingesetzt. Das Architekturbüro hat in Nürnberg bereits das Südstadtbad und das Westbad saniert. Unterstützt wurde es von der Firma Tragraum Ingenieure, einem Nürnberger Statik-Büro, das beim Umbau des Plärrer-Hochhauses beteiligt war.
Bei seiner Eröffnung im Januar 1914 galt das Volksbad als die größte und modernste Badeanstalt in Deutschland. Warum das Bad so zukunftsweisend war und wie es ihm in seiner über 100-jährigen Geschichte erging, hat Daniel Gürtler vom Verein Geschichte für Alle zusammengefasst.
Bilder zum Projekt:
Planungen im Detail
Ausführliche Informationen zum Projekt inklusive detaillierter Beschreibungen und Pläne der künftigen Nutzungsbereiche finden Sie in den Unterlagen für die Stadtratssitzung am 21. Oktober 2020 (PDF).
Bildergalerien:
Weitere Projekte
Stadtentwicklungsprojekte ziehen manchmal große Veränderungen im Stadtbild nach sich und werden in der Öffentlichkeit rege diskutiert. Ausgewählte Projekte stellen wir Ihnen auf unserer Seite „Stadtentwicklung“ in loser Folge vor.
Aktualisiert am 22.07.2026, 10:13 Uhr









































