Die schöne Zwillingsschwester
Das im Jahr 1000 gegründete Bistum Krakau ist im Südosten Polens an der Weichsel gelegen. Krakau war vom 14. bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts die Hauptstadt Polens und die Krönungsstadt der polnischen Könige, die hier auch ihre letzte Ruhe fanden. Der Wawel, ein Hügel an der Weichsel mit Königsschloss und Kathedrale, ist auch heute noch das Wahrzeichen der Stadt. Dort wurden vom 11. Jahrhundert bis 1795 die polnischen Krönungsinsignien verwahrt. Im Jahr 1364 wurde die Krakauer Akademie als erste polnische und zweite Universität in Mitteleuropa gegründet, die heutige Jagiellonen Universität. Dort studierten beispielsweise Nicolaus Kopernikus und der spätere Papst Johannes Paul II.
Im 15. und 16. Jahrhundert erlebte Krakau – wie Nürnberg – eine wirtschaftliche und künstlerische Blütezeit. Bedeutende Nürnberger Künstler arbeiteten für oder in Krakau: Neben Hans Dürer und Veit Stoß, der den weltberühmten Altar der Marienkirche schuf, auch Peter Flötner, Peter Vischer, Georg Pentz und Hans Beheim. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Krakau zum Zentrum des polnischen Museumswesens, im 20. Jahrhundert wieder zum Fluchtort der polnischen Künstlerelite.

