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Charkiw (Ukraine)

Freiheitsplatz in Charkiw

Rund zehn Jahre nach der Orangenen Revolution erlebte die Ukraine erneut eine dramatische Etappe in ihrer Entwicklung, geprägt durch eine Zuspitzung der verbalen und schließlich auch kriegerischen Auseinandersetzungen um die zukünftige geopolitische Orientierung der Ukraine. Der Ukraine-Konflikt hat auch die Partnerstadt Charkiw (russisch: Charkow) ins Bewusstsein gerückt: Aufgrund der seit 1990 bestehenden, intensiven städtepartnerschaftlichen Beziehungen verfolgten viele Nürnberger Bürgerinnen und Bürger mit besonderem Interesse und tiefer Anteilnahme die Ereignisse in der Ukraine. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Milizen forderten auch in Charkiw viele Verletzte, und die Gewalt gipfelte in einem Attentat auf den Oberbürgermeister der Stadt.

Das enge städtepartnerschaftliche Netzwerk zwischen Nürnberg und Charkiw konnte schon Hilfe leisten, als eine Kooperation auf der großen politischen Bühne noch nicht möglich war: Auf ziviler Ebene wurden viele soziale Projekte weiter vorangetrieben und gemeinsame Projekte als Beitrag auf dem Weg in eine souveräne und friedliche Zukunft durchgeführt. Besondere Ansatzpunkte für ein gemeinsames Engagement fur Frieden und Menschenrechte in Ost und West entwickelten Nürnberger und Charkiwer Jugendliche, die sich auf die Spuren der gemeinsamen Vergangenheit begaben und sich mit Erinnerungen an den 2. Weltkrieg sowie mit den Menschenrechten auseinandersetzten. Ergebnisse dieses Projekts waren eine zweisprachige Broschüre und ein Internet-Blog mit den Resultaten des gemeinsamen Seminars sowie nicht zuletzt kulturübergreifende Erkenntnisse und Freundschaften zwischen den jungen
Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die Schwerindustrie-Metropole Charkiw hat auch fast 25 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion mit maroden Gebäuden, veralteten Krankenhäusern, Altersarmut und Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen, aber die Trostlosigkeit der 90er Jahre, als die städtepartnerschaftlichen Aktivitäten fast nur humanitare Hilfe beinhaltete, ist glücklicherweise Vergangenheit. Es war „König Fußball“, der im Sommer 2012 im Zuge der Fußball-Europameisterschaft für neue Straßen, ein neues Stadion, einen neuen Flughafen und vielleicht sogar für ein neues Selbstbewusstsein der Charkiwer sorgte. Eines aber war schon vorher da und wird auch hoffentlich in Zukunft die Bevölkerung auszeichnen: ehrliche Gastfreundschaft auch dann, wenn man außer einer Flasche Wodka nichts besitzt.

Weitere Informationen zu Charkiw:

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