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Charkiw – Die Stadt


Charkiw auf einen Blick

  • zweitgrößte Stadt der Ukraine
  • rund 1,5 Millionen Einwohner
  • Universitätsstadt seit 1805
  • bedeutendstes Wissenschafts- und Bildungszentrum der Ukraine mit 42 Universitäten und Hochschulen
  • wichtiges Zentrum für Industrie (Metallverarbeitung und Anlagenbau, Leicht- und Lebensmittelindustrie, chemische Industrie, Bauwirtschaft, Elektroindustrie, Maschinen- und Schienenfahrzeugbau)
  • bedeutendster Verkehrsknotenpunkt in der Ukraine
  • Platz der Freiheit, größter Platz Europas
  • Lesopark mit Mahnmal "Mutter Heimat"

Vom Militärstützpunkt zum Knotenpunkt

Charkiw, im Nordosten der Ukraine an den Flüssen Lopan, Udy und Charkiw gelegen, ist Hauptstadt des gleichnamigen Gebietes, das 3,1 Millionen Bewohner zählt. Die Stadt selbst ist mit 1,45 Millionen Einwohnern nach der Landeshauptstadt Kiew die zweitgrößte Stadt in der Ukraine und war die sechstgrößte in der ehemaligen Sowjetunion.

1654 gilt als Gründungsdatum von Charkiw, das sich von einem militärischen Grenzstützpunkt gegen die Krimtataren zu einem Handels- und Verwaltungszentrum entwickelte. 1726 wurde das Charkiwer Kollegium gegründet, an dem der berühmte ukrainische Philosoph Skovoroda lehrte; 1805 erfolgte die Gründung der Charkiwer Universität. Die Stadt entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum bedeutendsten Eisenbahnknotenpunkt Russlands und zum Industrie– und Handelszentrum im Süden des Zarenreiches.

Nach der Oktoberrevolution im 20 Jahrhundert wurde Charkiw zur Hauptstadt der "Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik" und behielt diesen Status bis 1934 bei. In den zwanziger Jahren wurde das erste Hochhaus in der Sowjetunion, das Haus der staatlichen Industrie „Gosprom“, gebaut, und in den dreißiger Jahren entstanden riesige Traktoren- und Turbinenwerke. Anfang der 30er Jahre waren Charkiw und Umgebung aber auch ganz besonders vom berüchtigten "Holodomor", der berüchtigten Hungersnot, betroffen. Außerdem fielen gerade in Charkiw viele Schriftsteller, Künstler und Pädagogen den Stalinschen "Säuberungen" zum Opfer.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Charkiw zu zwei Dritteln zerstört, 280.000 Menschen sind in und um Charkiw ums Leben gekommen. Die Stadt wurde zweimal von deutschen Truppen besetzt, die deutschen Besatzer terrorisierten die Bevölkerung und ermordeten alle jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die nicht rechtzeitig fliehen konnten. Am 23. August 1943 wurde Charkiw endgültig durch die Sowjetarmee befreit, dieser Tag ist bis heute einer der größten Gedenktage in Charkiw. Die Gedenkstätte Lesopark mit der überdimensionalen Statue „Mutter Heimat“ befindet sich am Rand eines Massengrabes und erinnert an die Charkiwer Kriegsopfer. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau, wobei die Rüstungsindustrie die wichtigste Rolle spielte. 1962 erreichte die Einwohnerzahl eine Million, 1975 wurde die erste U-Bahnlinie eröffnet.

Tradition und Moderne

Charkiw beherbergt eine der größten Universitäten in der Ukraine und gilt als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Forschungszentrum mit Nuklear- und Weltraumforschung. Mehr als 100 wissenschaftliche Forschungsinstitute und mehr als 40 Hochschulen und Universitäten mit rund 250.000 Studierenden (ca. 17% der Stadtbevölkerung) sowie eine Reihe von Akademien der Wissenschaften sind in Charkiw angesiedelt. In Charkiw laufen Eisenbahnlinien, Autobahnen und Fluglinien zusammen, die die westlichen, zentralen und östlichen Teile des Landes mit südlichen Regionen wie Donbass, Pridneprovje und Kaukasus verbinden.

Darüber hinaus präsentiert sich Charkiw als grüne Stadt, in deren Zentrum sich Altes und Neues harmonisch miteinander verbinden: Hochhäuser im Bauhausstil stehen neben Bauten im klassizistischen oder stark ornamentalen Stil der europaweit beachteten "Ukrainischen Moderne" aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Zahlreiche Theater, Museen und Bibliotheken vermitteln einen Einblick in ukrainische Kunst und Kultur. Herausragend ist der größte Platz Europas (Platz der Freiheit; früher Dzherzhinskiplatz). Mit dem konstruktivistischen Verwaltungsgebäude der staatlichen Industrie (Gosprom; ukr. Derschprom) bietet er eine Skyline, die zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Ein ebenso vor Jahrzehnten auf diesem Platz errichtetes Bauwerk, das zentrale Lenin-Denkmal, wurde bei einer Demonstration im September 2014 zerstört.

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