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Prag – Die Partnerschaft

Die (Wieder-)Annäherung zwischen beiden Städten begann in der Zeit, als Prag die Hauptstadt der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (ČSSR) und dieser Staat Teil des sogenannten Ostblocks sowie Mitglied des "Warschauer Paktes" war. Der damalige Nürnberger Oberbürgermeister, Dr. Peter Schönlein, wünschte sich Nürnberg als Mittelpunkt einer Ost-West-Achse – dazu gehörte Prag, aber auch die ukrainische Partnerstadt Charkiw, die im April 1990 einen Partnerschaftsvertrag mit Nürnberg unterzeichnet hatte.

Bereits vor der Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung mit Prag im September 1990 kamen erste Austausch- und Kooperationsprojekte zustande, und in der ersten Hälfte der 1990er Jahre war die Zusammenarbeit zwischen Prag und Nürnberg besonders intensiv – es gab fast keinen Bereich, in dem nicht auf die eine oder andere Weise kooperiert wurde.

Intensiver Austausch in den 1990-er Jahren

So erarbeiteten die Statistischen Ämter beider Städte u.a. einen "Städtevergleich Prag-Nürnberg" - die erste Publikation dieser Art zwischen Partnerstädten. Die Gründung eines "Nürnberger Hauses" in Prag wurde in den ersten Jahren dieser Partnerschaft mit viel Engagement vorangetrieben, ließ sich letztendlich aber nicht realisieren. Ein weiteres Novum war die "Radiobrücke Nürnberg-Prag" mit gleichzeitig veranstalteten Konzerten in der Nürnberger Sebalduskirche und der Prager Teynkirche, die vom Bayerischen und Tschechischen Rundfunk live übertragen wurden.

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die bis heute andauert, entwickelte sich zwischen den beiden Stadtarchiven. So wurde von den beiden Stadtarchiven zusammen mit der Humboldt-Universität Berlin und der Karlsuniversität Prag im Oktober 2008 eine wissenschaftliche Tagung zu den historischen Beziehungen zwischen Prag und Nürnberg durchgeführt.

Die Prager Karlsuniversität und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vereinbarten eine wissenschaftliche Zusammenarbeit; zwischen der Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg und der Prager Wirtschaftshochschule wurde ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet, der noch heute mit Leben erfüllt wird.

Zu den herausragenden Kooperationsprojekten zählt auch der Austausch zwischen der Grundschule Amberger Straße in Nürnberg und der Základní Škola Lupáčová in Prag, der im Jahr 2002 mit den „Goldenen Städtepartnerschaftssternen“ der Europäischen Kommission ausgezeichnet wurde.

Neue Projekte beleben die Partnerschaft

Nach einer eher ruhigen Phase befindet sich die Partnerschaft zwischen der fränkischen und der tschechischen Metropole seit ein paar Jahren wieder im Aufwind. Neue Austausch- und Kooperationsprojekte, insbesondere im Schulbereich, aber auch gegenseitige Einladungen zu verschiedenen Fachtagungen, Delegationsbesuche, Bürgerreisen oder einfach nur ein informeller Informationsaustausch sorgen für erneuten Schwung in dieser Städtepartnerschaft.

Das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft Nürnberg-Prag im Jahr 2010 wurde unter anderem mit einem Konzert der Nürnberger Symphoniker und einer Jugendstil-Ausstellung aus Nürnberg im prachtvollen Repräsentationshaus der Stadt Prag, dem Jugendstilpalais Obecní dům, gefeiert.

Bereits in den 1990-er Jahren hatten sich Prag und Nürnberg bemüht, die Verkehrsinfrastruktur zwischen beiden Städten zu verbessern, und zu diesem Zweck u.a. eine gemeinsame Verkehrskonferenz mit hochrangigen Politikern und Verkehrsexperten durchgeführt. Offensichtlich mit Erfolg: Seit der Fertigstellung des letzten Teilstücks der Autobahn zwischen Nürnberg und Prag - der A6 zwischen Amberg-Ost und dem Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald, eine Wiederbelebung der alten „Via Carolina“ - ist Prag in knapp drei Stunden erreichbar.

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