Erbe und Sehenswürdigkeiten aus vielen Epochen
Die sehenswerte Altstadt erstreckt sich auf einer Halbinsel ("Panagia"), die weit ins Meer hineinreicht. Bekrönt wird Kavala von einer eindrucksvollen Festung, die im 15. Jahrhundert, nach der Eroberung Kavalas durch die Osmanen, auf den Ruinen einer byzantinischen Akropolis errichtet wurde. Darunter erstreckt sich am Berghang ein altes Türkenviertel mit steilen Gassen. Als Beispiel für orientalisch-islamische Baukunst kann das Imaret angesehen werden: ein zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Muhammad Ali Pascha, dem Gründer der letzten ägyptischen Königsdynastie, errichteter Gebäudekomplex mit zahlreichen Kuppeln und mehreren Innenhöfen, der vor allem religiösen und wohltätigen Zwecken und als Bildungseinrichtung diente. Inzwischen wird das Imaret als 5-Sterne-Hotel genutzt. Sehenswert sind auch ein aus römischer Zeit stammendes und unter osmanischer Herrschaft erneuertes Aquädukt und verschiedene Museen, beispielsweise das Archäologische Museum.
Zeugnisse aus antiker Vergangenheit finden sich ebenso im Gemeindegebiet von Kavala. „Wir sehen uns wieder bei Philippi!“ drohten Octavian, der spätere Kaiser Augustus, und Marc Anton den Caesar-Mördern Brutus und Cassius unmittelbar vor der Schlacht, die 42 v. Chr. stattfand. Im Jahr 50 n. Chr. gründete der Apostel Paulus hier die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden. Heute zählt Philippi zu den bedeutendsten nordgriechischen Ausgrabungsstätten und seit Juli 2016 zum UNESCO-Welterbe; das antike Theater wird nach wie vor für Veranstaltungen genutzt. In der Nähe von Philippi befindet sich mit "Dikili Tash" die älteste frühsteinzeitliche Siedlung von Ostmakedonien und Thrakien. Seit der Antike wird im Gemeindegebiet von Kavala und dessen Umgebung auch Wein angebaut, die Weingüter produzieren hervorragenden Wein und können teilweise besichtigt werden.