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Ampeln

Ampeln sorgen für Sicherheit und Flüssigkeit im Straßenverkehr

Ampeln werden im fachlichen Sprachgebrauch als "Lichtsignalanlagen" mit der Abkürzung "LSA" bezeichnet.
Mit Hilfe der Lichtsignalanlagen werden folgende Ziele gewährleistet:

  • Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer
  • Leistungsfähigkeit des Straßennetzes
  • Flüssigkeit des Verkehrsablaufs

Die Abteilung Verkehrstechnik plant die Ampeln bzw. Lichtsignalanlagen im Stadtgebiet. Die Steuerungen – zum Beispiel die "Grüne Welle" oder die Bevorzugung von Bus und Straßenbahn – werden laufend überprüft und verbessert. Im Zusammenhang mit Baustellen muss häufig die Verkehrsführung geändert werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrstechnik erstellen die Planung für Änderungen an den betroffenen Signalanlagen und passen die Steuerungen an. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verkehrssicherheit. Außerdem wird das Verkehrsleitsystem (VLS) im Gebiet Messe/Stadion/Arena mit seiner dynamischen Wegweisung und den Ampeln betreut und weiterentwickelt.

Der Bau und der Unterhalt der Lichtsignalanlagen wird vom Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Fachbereich Planung und Bau - Elektrotechnik) durchgeführt.

Im Stadtgebiet von Nürnberg sind zurzeit über 530 Lichtsignalanlagen in Betrieb – angefangen vom einfachen Fußgängerüberweg bis hin zur großen Kreuzung. Diese bieten je nach Ausstattung und Örtlichkeit verschiedenen Verkehrsteilnehmergruppen besondere Hilfe. So werden zum Beispiel Fußgänger, blinde und sehbehinderte Menschen, Busse oder Straßenbahnen an einer Vielzahl von Lichtsignalanlagen besonders unterstützt.


Grünpfeilschilder

Seit der bundesweiten Einführung des Grünpfeilschildes im Jahr 1994 gibt es in Nürnberg knapp 20 Grünpfeilschilder an Lichtsignalanlagen.


Warum sind nachts viele Ampeln aus?

Seit 1. Juli 1980 wird in Nürnberg ein Teil der Lichtsignalanlagen (LSA) nachts abgeschaltet, derzeit sind es über 190 Ampeln.

Gemäß der Verwaltungsvorschrift (VwV-StVO § 37 Absatz VI) ist nächtliches Ausschalten nur nach eingehender Prüfung zu verantworten: Auch ohne Lichtzeichen muss ein sicherer Verkehrsablauf für alle Verkehrsteilnehmer möglich sein und es dürfen keine anderen Gefahren durch das Abschalten entstehen. Das heißt: Grundsätzlich sind stets die Kriterien der Verkehrssicherheit, Qualität des Verkehrsablaufes, der Umwelt und die Belästigung der Anwohner abzuwägen. Die Abstimmungen zur Einführung von Nachtabschaltungen erfolgen zwischen Vertretern der Polizei, des Servicebetriebes Öffentlicher Raum (Bereich Straßen- und Verkehrsrecht) und des Verkehrsplanungsamts.

Bei der Nachtabschaltung werden verschiedene gestaffelte Zeiten praktiziert, je nach Abhängigkeit der Erfordernisse für die Verkehrssicherheit.


Wie funktioniert die "Grüne Welle"?

In Nürnberg werden rund 30 Straßenzüge des Hauptverkehrsstraßennetzes in koordinierter Steuerung geschaltet, regelmäßig überarbeitet und angepasst. Ziel ist es, dass Autofahrer an möglichst vielen aufeinander folgenden Ampeln ohne Halt durchfahren können. Bei optimalen Rahmenbedingungen ist eine Grüne Welle durchgehend möglich und wird in der Programmierung umgesetzt.

Dabei gilt:

  • Die Abstände zwischen den signalisierten Kreuzungen müssen genau passen, damit die Grüne Welle in beiden Richtungen möglich ist. Ansonsten funktioniert sie nur in einer Richtung optimal – oder es müssen Kompromisse für beide Richtungen gesucht werden.
  • Das Verkehrsaufkommen darf nicht zu hoch sein und es darf nicht zu viele Ein- und Abbieger geben. Kommt es im Verkehrsablauf zu Stauungen, sinkt die Durchschnittsgeschwindigkeit so stark, dass die Qualität der Grünen Welle leidet.
  • Gleich lange Umlaufzeiten (Zeitdauer eines einmaligen Signalprogrammablaufes) der betreffenden Lichtsignalanlagen sind notwendig.
  • Oft steht der Grünen Welle die Notwendigkeit entgegen, alle Verkehrsteilnehmer – also auch Fußgänger, Radfahrer sowie Bus und Bahn – sicher und ohne übermäßige Wartezeiten bedienen zu können.

Diese Rahmenbedingungen führen dazu, dass die Grüne Welle in manchen Straßenzügen oder zu manchen Tageszeiten nur eingeschränkt umgesetzt werden kann.


Blindensignalisierung

Tacker

Warum tickt die Ampel?

Da blinde Menschen oft Probleme haben, den Ampelmast zu finden, ist ein Lautsprecher angebracht, aus dem permanent ein „Tickgeräusch" ertönt. Daher wird diese Einrichtung auch „Tacker" genannt. Die Lautstärke dieses Geräusches ist übrigens abhängig vom Lärm der Umgebung. Das bedeutet: Wenn ein Lastwagen vorbeifährt, wird das Ticken lauter. Nachts, wenn es ruhig ist, ist auch das Ticken leiser, damit Anwohner nicht gestört werden.

Anforderungstaster

Wozu dient das gelbe Kästchen?

Das Kästchen beinhaltet ein sogenanntes taktiles Signal, ist also für Blinde und Sehbehinderte fühlbar. Auf der Unterseite des Kästchens befindet sich ein tastbarer Pfeil, der vibriert, wenn das Fußgängersignal Grün zeigt. An manchen Ampeln können blinde Menschen durch leichtes Drücken des Pfeils ein akustisches, also hörbares Grünsignal auslösen. Dieses Signal ertönt aus einem Lautsprecher, der direkt unter dem Grünlicht angebracht und als „Piepen" wahrnehmbar ist.

Akustische Freigabe

Warum piept die Ampel?

Weil blinde und sehbehinderte Menschen das Grünlicht für Fußgänger nicht bzw. nicht gut sehen können, ermöglicht ihnen ein Piepton das sichere Überqueren der Straße. Dieses Signal ertönt aus einem Lautsprecher, der direkt unter dem Grünlicht angebracht ist.

Blinde Riffelplatten

Wozu sind die Rillen und Noppen in der Bodenplatte?

Blinde Menschen können die Rillen mit dem Blindenstock ertasten und erkennen so, dass erhöhte Aufmerksamkeit nötig ist, bevor sie die Straße betreten. Die Rillen weisen übrigens immer in die Richtung, in der man die Straße überqueren soll.

Warum gibt es nicht an jeder Ampel eine blindengerechte Ausstattung?

Derzeit sind knapp 40 % der Anlagen blindengerecht ausgestattet. Dabei ist nicht nur die Anschaffung teuer, sondern auch der Unterhalt. Daher konzentriert sich die Stadt darauf, die Lichtsignalanlagen blindengerecht auszustatten, die bei einer Sanierung der alten Ampelanlage höchste Priorität haben. Aus Kostengründen werden diese priorisierten Lichtsignalanlagen nach dem Nürnberger Standard mit einer taktilen Blindensignalisierung ausgestattet. Nur in Ausnahmefällen kommt auch die oben beschriebene akustische Signalisierung zum Einsatz. Die Stadt Nürnberg arbeitet dabei eng mit dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e. V. sowie dem Behindertenrat der Stadt Nürnberg zusammen. Eine nachträgliche Ausstattung kann aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt nicht erfolgen.

Zielsetzung ist es, kontinuierlich alle benötigten Ampeln blindengerecht auszustatten. Denn besonders hilfsbedürftige Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass ihre "Hilfe" zuverlässig funktioniert. Daher die Bitte an dieser Stelle: Melden Sie bitte defekte Ampeln oder zeigen Sie Sabotagen an.

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