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Mosaik Jugendpreis: Mit Vielfalt gegen Rassismus

Das Logo des Jugend Mosaikpreises

Jährlich verleihen die Städte Nürnberg und München den Mosaik Jugendpreis. Der Preis zeichnet Jugendprojekte aus, die sich gegen alltäglichen Rassismus und für einen respektvollen Umgang aller Menschen einsetzen sowie interkulturellen Dialog fördern. Die Projekte können am Ausbildungsplatz, an der Schule, Hochschule oder bei einem Verein stattfinden. Der Preis wurde zum ersten Mal im Jahr 2015 vergeben. Er ist mit insgesamt 9.000 Euro dotiert.

Die Jury setzt sich jeweils aus einer Vertretung des Ausländerbeirats der Stadt München und des Integrationsrats der Stadt Nürnberg zusammen. Außerdem gehören der Jury Angehörige der Opfer an, die von der NSU in Nürnberg und München ermordet wurden, sowie fünf Jugendliche aus beiden Städten.


Das sind die Preisträger des Mosaik Jugendpreis 2017

Szenenbild aus dem Theaterstück "Ins Herz"

Fußballfans unter sich: Die Nürnberger Theatergruppe "Auf die Zwölf" hat ein Theaterstück über die Morde des NSU geschrieben. Damit gewinnt sie den ersten Preis.


Preisverleihung

Der Preis wird am 21. März, am internationalen Tag gegen Rassismus, im Nürnberger Künstlerhaus verliehen. Dort gibt es auch eine Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, dem Nebenklagevertreter im NSU-Verfahren und einem Jurymitglied.


Bis Ende Oktober 2016 konnten sich Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre aus Nürnberg und München mit Projekten bewerben, die sich für einen respektvollen Umgang der Menschen in der Stadt sowie für interkulturellen Dialog und Begegnung stark machten. Die Jury hat sich nun für drei Projekte entschieden, die in diesem Jahr mit dem Mosaik Jugendpreis geehrt werden sollen.

Der Preis wird am 21. März, am internationalen Tag gegen Rassismus, im Nürnberger Künstlerhaus verliehen. Dort gibt es auch eine Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, dem Nebenklagevertreter im NSU-Verfahren und einem Jurymitglied. Um Anmeldung bis spätestens 14. März 2017 wird gebeten. Die Preisverleihung ist Teil der "Nürnberger Wochen gegen Rassismus", die in diesem Jahr zum ersten Mal stattfinden.

Preisträger

1. Preis

Theaterstück „Ins Herz“
Die Nürnberger Theatergruppe „Auf die Zwölf“ befasst sich in diesem Stück mit der Mordserie des sogenannten NSU. Damit möchte sie den Opfern und deren Angehörigen ein Denkmal setzen. Dafür erhält sie ein Preisgeld von 4.000 Euro.

2. Platz

Borderless Broadcast
In der Sendung des Nürnberger Radiosenders "Radio Z" berichten junge Flüchtlinge über ihre Fluchterfahrungen und ihr Leben hier. Gemeinsam mit Redakteuren von Radio Z produzieren sie einen einstündigen Radiobeitrag. Das Projekt wird mit einem Preisgeld von 3.000 Euro ausgezeichnet.

3. Platz

Refukitchen
Evangelische Studierendengemeinde (ESG) in Nürnberg veranstaltet regelmäßige Kochabende, bei denen Nürnbergerinnen und Nürnberger mit Flüchtlingen zusammenkommen. Für dieses Engagement bekommt die ESG ein Preisgeld von 2.000 Euro.


Bilder der Projekte

Szenenbild aus dem Theaterstück "Ins Herz"

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Die Theatergruppe "Auf die Zwölf" setzt sich in ihrem Stück "Ins Herz" kritisch mit der Mordserie des rechtsextremen NSU auseinander. Sie zeigt dabei, was die Angehörigen durchleiden mussten, weil die Behörden bei der Aufklärung der Verbrechen Fehler machten.

Die Mitglieder der Theatergruppe "Auf die Zwölf"

Angefangen hat alles als Schultheatergruppe an der Wirtschaftsschule: Die Mitglieder von "Auf die Zwölf", alle zwischen 19 und 24 Jahren, kommen aus sieben verschiedenen Ländern. Längst haben sie die Schule beendet, doch die Theaterleidenschaft blieb und so spielte die Gruppe weiter.

Der Blick von der Regie ins Radiostudio

Einmal im Monat, 60 Minuten Sendung: Im Projekt „Borderless Broadcast“ produzieren junge radiobegeisterte Geflüchtete eine mehrsprachige Radiosendung, die auf Radio Z läuft. In der Sendung geht es um Flucht, das neue Leben hier, aber auch um Kultur und Musik der Herkunftsländer.

Im Aufnahmestudio sitzt die Gruppe um einen Tisch, auf dem Mikros stehen.

In den Sendungen erzählen die Geflüchteten von ihren Fluchterfahrungen und der neuen Heimat. Durch die teilweise sehr persönlichen Geschichten sensibilisieren sie ihr Publikum für ihre Lebenswelten. Ihr journalistisches Know-how erhalten die Geflüchteten in verschiedenen Workshops.

An einer langen Tafel essen viele Menschen, dazwischen stehen Schüsseln, Teller und Getränke.

Hier wird geschnipselt, gebrutzelt und natürlich gegessen: Im Mittelpunkt des Projekts "Refukitchen" stehen gemeinsame Kochabende, die von jungen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung veranstaltet werden. Dabei kochen die Teilnehmer Gerichte aus ihren Heimatländern.

Die Gruppe von Refukitchen auf dem Weihnachtsmarkt

Doch die Gruppe trifft sich nicht nur in der Küche, auch gemeinsame Freizeitaktivitäten wie ein Weihnachtsmarktbesuch stehen auf dem Programm. Die Jury zeichnet dieses Projekt daher als ein Beispiel für ein gelungenes Miteinander aus.


Zur Entstehung des Mosaik Jugendpreises

Mehr als 13 Jahre hat die Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“, kurz NSU, in ganz Deutschland rassistisch motivierte Morde und Verbrechen begangen, ohne von den Ermittlungsbehörden aufgedeckt zu werden. Allein in Nürnberg und München sind fünf Menschen mit türkischen und griechischen Wurzeln in dieser Zeit ermordet worden.

Die Opfer des NSU in Nürnberg und München

Enver Şimşek, 11. September 2000, Nürnberg
Abdurrahim Özüdoğru, 13. Juni 2001, Nürnberg
Habil Kılıç, 29. August 2001, München
Ismail Yaşar, 9. Juni 2005, Nürnberg
Theodoros Boulgarides, 15. Juni 2005, München


Diese Mordserie hat viele Menschen tief erschüttert. Vor diesem Hintergrund möchten die Städte Nürnberg und München mit dem Mosaik Jugendpreis ein Zeichen der gesellschaftlichen und politischen Ächtung von neo-nazistischer Gewalt und alltäglichen Formen von Diskriminierung setzen. Der Preis soll insbesondere einen Beitrag zur Prävention leisten und damit die bisherige interkulturelle und antirassistische Arbeit ergänzen.


Rückblick: Mosaik Jugendpreis 2016

Zum zweiten Mal vergaben die Städte Nürnberg und München den Mosaik Jugendpreis am 21. März 2016. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter vergab die Auszeichnung im NS-Dokumentationszentrum in München.

Die Preisträger

1. Preis

Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage
SchülerInnenprojekt der Initiativgruppe der Städtischen Berufsoberschule München

1. Preis

Gender Projekt – Kurs für junge Geflüchtete
von Kenny Smiles Lartey und anderen

2. Preis

Gegen Rechtsextremismus – Islamismus – Antisemitismus
SchülerInnenprojekt der Berufsschule 2 Nürnberg

3. Preis

Straßenfest – gegen Rassismus und Diskriminierung
Verein Junge Stimme


Archiv: Vergangene Preisverleihungen


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