SÖR stellt jedes Jahr den Baumbericht vor und gibt darin Auskunft über Neupflanzungen, Baumfällungen, Trends und Entwicklungen rund um die Themen "Straßenbäume" und "Bäume in Grünanlagen". Der Baumbestand verändert sich laufend durch Neupflanzungen, Fällungen und die Einbeziehung bisher noch nicht erfasster Bestände. Der Bericht gibt zudem einen Ausblick auf die geplanten Pflanz- und Pflegemaßnahmen für das laufende Jahr.
Baumbericht 2025

Im Werksausschuss SÖR am 22. April 2026 wurde der Baumbericht 2025 vorgestellt. Der Bericht enthält den Sachstand zur Baumbilanz, zu besonderen Projekten, zu Beschlüssen und aktuellen Qualitätsstandards von SÖR. Zusätzlich sind hier alle Baumpflanzungen aus dem Jahr 2025 verzeichnet. In diesem Jahr hat SÖR das Ziel von mindestens 500 Bäumen erreicht: 626 Bäume wurden in Grünanlagen und im Straßengrün gepflanzt.
Baumbericht 2025: Mehr Pflanzungen, steigende Herausforderungen für den Stadtbaumbestand
SÖR hat in der Sitzung des Werkausschusses am Mittwoch, 22. April 2026, den aktuellen Baumbericht 2025 vorgestellt. Christian Vogel, Bürgermeister und Erster SÖR-Werkleiter, zieht eine insgesamt positive Bilanz: „Mit 626 neu gepflanzten Bäumen wurde das Ziel von mindestens 500 Pflanzungen erneut deutlich übertroffen. Gleichzeitig zeigen die Zahlen und Entwicklungen, dass Schutz und Erhalt des Stadtbaumbestands angesichts des Klimawandels zunehmend anspruchsvoller werden.“
Digitale Baumkarte wird stets aktualisiert
Der Baumbestand im öffentlichen Raum Nürnbergs umfasst aktuell rund 270 000 Bäume, davon sind etwa 88 800 Bäume einzeln erfasst und kartiert. Die kontinuierliche Nacherfassung des Baumbestands – insbesondere in Grünanlagen – sorgt auch dafür, dass der bekannte Baumbestand weiter anwächst, was die Datengrundlage für Planung, Kontrolle und Pflege deutlich verbessert. Darüber hinaus ermöglicht die digitale Baumkarte Bürgerinnen und Bürgern einen transparenten Einblick in den Baumbestand sowie die einfachere und schnellere Abwicklung von Baumpatenschaften und Baumspenden. Die digitale Baumkarte zeigt inzwischen alle rund 88 800 erfassten Bäume.
Neue Baumpflanzungen
Ein Schwerpunkt der Arbeit von SÖR liegt weiterhin auf der gezielten Erweiterung des Baumbestands. Neue Pflanzungen erfolgen sowohl im Rahmen von Bauprojekten als auch durch aktive Standortsuche – insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen mit hoher Hitzebelastung.
In Gostenhof konnten durch die Sanierung der Murrstraße acht neue Baumstandorte geschaffen werden. Durch den Aufbruch der Fahrbahn, den neuen Aufbau der Straße und die Neuordnung der Parkstreifen wurde genug Platz für Bäume hergestellt. Somit konnten im Jahr 2025 insgesamt sechs Feld-Ahorne und zwei Hainbuchen gepflanzt werden. Die Bäume wurden durch eine großzügige Spende der „Bäume für Nürnberg Stiftung“ finanziert.

Mobile Bäume als Gestaltungselement und Mittel der Planung
Durch mobile Bäume können Straßenabschnitte im Stadtgebiet flexibel umgestaltet und die Akzeptanz für mehr Grün im Zuge von Planungen erhöht werden. Im Jahr 2025 gab es im gesamten Stadtgebiet insgesamt 185 Baumtröge. Aufgrund des begrenzten Substratvolumens speichern diese vergleichsweise kleinen Pflanzgefäße jedoch nur wenig Wasser und erfordern eine regelmäßige Bewässerung. Eine nachhaltige klimatische Wirkung mit spürbarer Verschattung lässt sich daher vor allem an dauerhaften Baumstandorten mit ausreichend großem Wurzelraum erreichen.
Anpassung an den Klimawandel
Neben klassischen Pflanzmaßnahmen wurden auch innovative Ansätze umgesetzt. Dazu gehören die Entsiegelung von Flächen zur Schaffung neuer Baumstandorte, die Vergrößerung von Baumscheiben zur Verbesserung der Wasserversorgung sowie der Einsatz klimaangepasster Baumarten. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Widerstandsfähigkeit des Stadtgrüns langfristig zu sichern. Denn der Baumbericht macht auch deutlich, dass sich die klimatischen Bedingungen weiter verändern. Das Jahr 2025 war geprägt von längeren Trockenphasen und ungleich verteilten Niederschlägen sowie 21 Hitzetagen über 30 Grad Celsius. Diese Entwicklungen führen zu erheblichem Stress für die Bäume und erhöhen die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Besonders der Eichenprozessionsspinner verursachte 2025 erhöhte Aufwendungen in der Bekämpfung.
Investition in die Zukunft des Baumbestands
Die Anforderungen an die Pflege des Baumbestands spiegeln sich auch in den Kosten wider:
Während in den Jahren 2021 bis 2024 die Kosten von rund 3 Millionen auf 5 Millionen Euro anstiegen – so erreichten diese im Jahr 2025 einen Höchststand. Die Aufwendungen für Baumpflege, Bewässerung und Kontrolle bei rund 6,8 Millionen Euro.

2025 wurden rund 200 000 Wässergänge durchgeführt und etwa 10 000 Jungbäume regelmäßig versorgt. Neben der Umsetzung des schon bewährten Jungbaumpflegekonzepts wurden systematisch auch ältere Bäume bewässert. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Vitalität des Bestands langfristig zu sichern.
Darüber hinaus wurde 2025 ein Pilotprojekt zur sensorgestützten Bewässerung gestartet. An fünf unterschiedlichen Straßenbäumen in der Weststadt wurden drei verschiedene Sensortechniken getestet. Sowohl Bäume mit Baumwässerung, als auch ohne Baumwässerung wurden auf ihre Wasserverfügbarkeit untersucht. Erste Ergebnisse zeigen, dass insbesondere ältere Bäume stark von gezielter Bewässerung profitieren.

Bürgermeister Vogel betont: „Unsere heutigen Investitionen in die Stadtbäume sind auch Investitionen in die Zukunft Nürnbergs. Der Baumbestand leistet einen zentralen Beitrag für das Stadtklima und die Lebensqualität in Nürnberg. Bäume kühlen die Umgebung und spenden Schatten, verbessern die Luftqualität und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Besonders Altbäume spielen eine wichtige Rolle für die Biodiversität, da sie wertvolle Rückzugsräume für Vögel, Insekten und andere Arten bieten.
Baumpatinnen und Baumpaten pflegen öffentliches Grün
Auch das Engagement der Bevölkerung nimmt weiter zu: Im Jahr 2025 gab es 1.590 Baumpatinnen und Baumpaten, die sich um über 2.180 Bäume kümmern. Zudem wurden durch Spenden rund 35 zusätzliche Bäume finanziert. Diese Beteiligung ist ein wichtiger Baustein für den langfristigen Erhalt des Stadtgrüns.
Vogel zieht als Fazit: „Der Baumbericht 2025 zeigt: Nürnberg ist auf einem guten Weg, den Baumbestand zu sichern und auszubauen. Gleichzeitig machen Klimawandel, steigende Pflegeanforderungen und begrenzte Flächen deutlich, dass neue Strategien erforderlich sind. SÖR wird daher auch künftig auf innovative Technologien, klimaangepasste Pflanzkonzepte und die enge Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft setzen, um die grüne Infrastruktur nachhaltig zu stärken.“
Weitere Baumberichte und Broschüren
Seit 2021 wird der Baumbericht für Straßenbäume und Grünanlagen durch SÖR veröffentlicht. Bis zum Jahr 2020 gab es ausschließlich Straßenbaumberichte.


