Das städtische Hochbauamt hat seit Herbst 2022 die Becken der Lagune im Tiergarten der Stadt Nürnberg saniert. Die Sanierungen sind abgeschlossen.
An der Lagune finden derzeit abschließende Arbeiten statt: Unter anderem stellt der Tiergarten den Seelöwenbereich fertig und führt Pflanzarbeiten im Besucherbereich durch. Auch die Traglufthalle, die die Delfine in den Wintermonaten vor frostigen Temperaturen schützt, bauen wir im März 2026 ab. Nach Abschluss der Arbeiten sind Delfine und Seelöwen draußen zu sehen und die Lagune ist wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Fakten zum Projekt
Die Lagune umfasst insgesamt rund 5.400 Kubikmeter Meerwasser. Becken 6, in dem das Pilotprojekt stattfindet, fasst 486,8 Kubikmeter. Die Tiere haben also während der Bauarbeiten allein in der Lagune 4.973,5 Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Die Becken lassen sich variabel verbinden und haben eine Wassertiefe zwischen 0,5 und 7 Metern.
Insgesamt besteht die Delfinlagune aus sechs Becken:
Becken 1: 1.078,4 Kubikmeter Wasser
Becken 2: 1.518,2 Kubikmeter Wasser
Becken 3: 1.798,4 Kubikmeter Wasser (Panoramabecken)
Becken 4: 363,7 Kubikmeter Wasser
Becken 5: 214,8 Kubikmeter Wasser
Becken 6: 486,8 Kubikmeter Wasser
Zusätzlich gibt es im Tiergarten noch das Delfinarium II mit 937 Kubikmetern Wasser. Es gibt abtrennbare Becken für Muttertiere mit Nachwuchs sowie für kranke Tiere.
Die sechs Großen Tümmler, die derzeit im Tiergarten Nürnberg leben, haben einen gewichtigen Anteil an den Artenschutzbemühungen des Tiergartens: Sie sind Stellvertreter bedrohter Delfinarten in der Natur, die durch Lärm, Müll, industrielle Fischerei, Umweltkatstrophen und den damit verbundenen Lebensraumverlust vom Aussterben bedroht sind.
Ein besonderer Fokus der Delfinhaltung im Tiergarten Nürnberg liegt im Bereich der Forschung für den Artenschutz. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Publikationen zu Delfinen stammen aus dem Tiergarten oder wurden durch diesen unterstützt, dies besonders in enger Zusammenarbeit mit der vom Tiergarten 1992 mitbegründeten und hier ansässigen Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha e.V. und mit der Universität für Ozeanografie in Rio Grande do Sul in Brasilien. Die im Delfinarium gewonnenen Erkenntnisse haben weltweit Bedeutung.
Etliche süßwasser- und küstenbewohnende Delfinarten sind inzwischen bedroht. In diesem Zusammenhang fällt Delfinarien eine zentrale Schutzfunktion zu. Das Wissen um Behandlung, Haltung und Zucht von kleinen Delfinarten wird zunehmend zum relevanten Bestandteil der Rettungskonzepte für bisher sieben direkt benannte Delfinarten. Der Tiergarten spielt in diesen Schutzprojekten eine wichtige fachliche Rolle. Es geht nun von der Rettung einzelner Individuen über die Rehabilitation dieser Tiere bis hin zur Reproduktion stark gefährdeter Arten als ganzheitliches Schutzkonzept, das ohne Zoos nicht realisierbar wäre.
Träger der Bauarbeiten ist die Stadt Nürnberg. Sie verantwortet auch die Umgestaltung.
Im Vorfeld der Beckensanierungen wurde im Herbst 2022 eine temporäre Bauschutzhalle aus Holz über den beiden Becken 1 und 6 errichtet. Witterungsgeschützt konnte in dieser Halle die Pilotsanierung des Beckens 6 durchgeführt werden, die die schrittweise Sanierung der Beckenränder und die Ausbesserung der Beckenwände umfasste.
Die erprobten Sanierungsmethoden konnten daraufhin auf die anderen Becken 1, das große Vorführbecken 2/3 sowie die Becken 4 und 5 übertragen und optimiert werden. Daraufhin wurde im Herbst 2025 die Bauschutzhalle wieder demontiert. Die Sanierungen an den Becken sind abgeschlossen.
An der Lagune finden derzeit abschließende Arbeiten statt: Unter anderem stellt der Tiergarten den Seelöwenbereich fertig und führt Pflanzarbeiten im Besucherbereich durch. Auch die Traglufthalle, die die Delfine in den Wintermonaten vor frostigen Temperaturen schützt, bauen wir im März 2026 ab. Nach Abschluss der Arbeiten sind Delfine und Seelöwen draußen zu sehen und die Lagune ist wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet.
Hier finden Sie eine chronologische Übersicht der von der Stadt Nürnberg veröffentlichten Pressemitteilungen zum Thema „Bauarbeiten in der Delfinlagune“.
Die Delfinhaltung im Tiergarten Nürnberg begann 1971 mit fünf Großen Tümmlern. Vierzig Jahre später, 2011, wurde die Delfinlagune eröffnet. Sie erweiterte das seit 40 Jahren bestehende Delfinarium um eine naturnahe Freianlage und vergrößerte mit fast 1.600 Quadratmeter Wasserfläche und 5.500 Kubikmeter Volumen das Delfinarium auf die sechsfache Fläche und das fünffache ihres Volumens.
Übersicht Lagune und Delfinarium II

Fragen und Antworten:
Insgesamt verfügen Delfinlagune und Delfinarium im Tiergarten Nürnberg über acht Becken, die rund sieben Millionen Liter Meerwasser fassen. Davon sind drei Becken im Delfinariumsbereich und es gibt zusätzlich einen Schleusenbereich. Alle Becken sind miteinander verbunden und können auch voneinander abgetrennt werden.
Während der Sanierung der Becken 2/3, 4 und 5 hatten die sieben Großen Tümmler insgesamt fünf Becken im Delfinarium und im von der Bauschutzhalle überdachten Bereich zur Verfügung: das sind rund 900 Quadratmeter und rund drei Millionen Liter Wasser.
Die Kalifornischen Seelöwen, die normalerweise in der Lagune zu sehen sind, lebten während der Sanierungsarbeiten hinter den Kulissen und waren somit nicht zu sehen.
Besucherinnen und Besucher konnten die andere im Tiergarten lebende Gruppe Kalifornischer Seelöwen im Aquapark beobachten.
Die sieben Großen Tümmler hatten während der laufenden Sanierungsarbeiten insgesamt fünf Becken im Delfinarium und im von der Bauschutzhalle überdachten Bereich der Lagune 900 Quadratmeter und drei Millionen Liter Wasser zur Verfügung.
Während der Arbeiten wurde ein wissenschaftliches Monitoring der Tiere durchgeführt, das über die Routineuntersuchungen hinausging und mögliche Verhaltensänderungen in Korrelation zu stattfindenden Bauarbeiten erfasst hat.
Grundlage dafür, dass Mitarbeitende Verhaltensänderungen der Tiere unmittelbar bemerken, ist, dass die sieben Großen Tümmler enger Beobachtung der Tierpflegerinnen und Tierpfleger, der Tiermedizin und der Wissenschaftler des Tiergartens stehen.
Alle Tiere wurden regelmäßig veterinärmedizinisch untersucht – dabei checkten und dokumentierten Tiergartenmitarbeitende ihren Gesundheitszustand regelmäßig. Zusätzlich wurden akustische Messungen im Wasser durchgeführt, um zu überprüfen, welche Lautstärken vorherrschen.
Die Tiere haben in Nürnberg ausreichend Platz und leben in einem guten Sozialgefüge. Sie auf andere Delfinarien zu verteilen, wäre daher ein Schritt gewesen, den wir nur als eine Notlösung in Erwägung gezogen hätten.
Während der Bauarbeiten konnten Besucherinnen und Besucher die Delfine im Delfinarium und vom Unterwassergang aus sehen. Die Gruppe der Kalifornischen Seelöwen befindet sich in einem anderen Gebäude und war somit nicht zu sehen. Allerdings konnte unsere zweite Gruppe Kalifornische Seelöwen im Aquapark beobachtet werden.
Während der Baumaßnahmen waren die Besuchertribünen in der Lagune gesperrt.
Die Delfinhaltung im Tiergarten Nürnberg begann 1971 mit fünf Großen Tümmlern. Vierzig Jahre später, 2011, wurde die Delfinlagune eröffnet.
Die sieben Großen Tümmler haben einen gewichtigen Anteil an den Artenschutzbemühungen des Tiergartens: Sie sind Stellvertreter für bedrohte Delfinarten in der Natur, die durch Lärm, Müll, industrielle Fischerei, Umweltkatstrophen und den damit verbundenen Lebensraumverlust vom Aussterben bedroht sind. Indem wir Besucherinnen und Besucher für diese Tierart begeistern, möchten wir sie für die Bedrohungen, denen andere Delfinarten in der Natur ausgesetzt sind, sensibilisieren.
Ein besonderer Fokus der Delfinhaltung im Tiergarten Nürnberg liegt im Bereich der Forschung für den Artenschutz. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Publikationen zu Delfinen stammen aus dem Tiergarten oder wurden durch diesen unterstützt, dies besonders in enger Zusammenarbeit mit der vom Tiergarten 1992 mitbegründeten und hier ansässigen Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha e.V. und mit der Universität für Ozeanografie in Rio Grande do Sul in Brasilien. Die im Delfinarium gewonnenen Erkenntnisse haben weltweit Bedeutung. Die Aussterbewahrscheinlichkeit ist für etliche süßwasser- und küstenbewohnende Delfinarten so hoch geworden, dass Delfinarien eine zentrale Schutzfunktion zufällt. Das Wissen um Behandlung, Haltung und Zucht von kleinen Delfinarten wird zunehmend zum relevanten Bestandteil der Rettungskonzepte für bisher sieben direkt benannte Delfinarten. Der Tiergarten spielt in diesen Schutzprojekten eine zentrale fachliche Rolle. Es geht nun von der Rettung einzelner Individuen über die Rehabilitation dieser Tiere bis hin zur Reproduktion stark gefährdeter Arten als ganzheitliches Schutzkonzept, das ohne Zoos nicht realisierbar wäre.
Im Tiergarten Nürnberg halten wir im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes EEP sechs Große Tümmler (Tursiops truncatus). Diese Delfinart ist in allen Weltmeeren zu Hause, vom gemäßigt kalten bis zu den tropischen Gewässern. Große Tümmler sind im offenen Meer anzutreffen, leben aber hauptsächlich in flachen Küstengebieten. Der Große Tümmler passt sich problemlos verschiedenen Lebensräumen an und ist daher für die Haltung in Delphinarien gut geeignet. Der Große Tümmler ist - im Gegensatz zu anderen Delphinarten - nicht vom Aussterben bedroht.
In Nürnberg ist der Große Tümmler Botschafter für ähnliche Delphinarten in der Natur und macht auf die Gefahren für die Delphine in den von Menschen verschmutzten, überfischten Meere aufmerksam. Noch wichtiger ist seine Funktion als Modellart für viele physiologischen Eigenschaften, die der Tümmler mit anderen Arten teilt und die in Nürnberg und anderen Delphinarien erforscht werden: Der Große Tümmler ähnelt anderen Delfinarten. Deswegen kann man Erkenntnisse, die man bei ihm gewinnt auf andere Arten übertragen und sie für deren Schutz nutzen.
Die Weltnaturschutzunion IUCN bestimmt die Kriterien für Auswilderung. Unsere Großen Tümmler erfüllen diese Kriterien nicht. Zudem sind die natürlichen Lebensräume der Großen Tümmler und ihrer Unterarten zunehmend bedroht. Die an die Küsten Argentiniens, Brasiliens und Uruguays gebundene Unterart des Großen Tümmlers, der atlantische Tümmler, ist dort fast ausgestorben. Gerade noch 600 Individuen haben an den Küsten Südamerikas überlebt. Es gilt daher für den Tümmler, zuerst die natürlichen Lebensräume zu schützen, ehe Auswilderungen in Betracht kommen. Daran arbeitet der Tiergarten Nürnberg für die Atlantische Unterart des Großen Tümmlers.













