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Koordinierungsstelle Radikalisierungsprävention Nürnberg

"Radikal informiert!" in Nürnberg

„Radikal informiert!“ der Koordinierungsstelle Radikalisierungsprävention des Jugendamts der Stadt Nürnberg verfolgt aktuelle Tendenzen und wertet wissenschaftliche Erkenntnisse und Handlungsansätze zum Thema Radikalisierung, Extremismus sowie Gewalt bei jungen Menschen aus. Neben der Zielgruppe Kinder und Jugendliche in Nürnberg richtet sich das Angebot vor allem an Nürnberger Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe sowie an Lehrkräfte. Natürlich können sich auch Eltern und Bürgerinnen und Bürger mit Fragen oder Bedenken direkt an die Koordinierungsstelle wenden. Neben der Beratung erfolgt bei Bedarf auch das Vermitteln von spezialisierten Beratungsangeboten. Dabei gilt der Grundsatz: Es gibt keine falschen Anfragen!


Push- und Pull-Faktoren in den Extremismus

Das Auseinandersetzen mit gesellschaftlichen Themen ist wichtig für die Entwicklung junger Menschen und es ist vor allem während der Pubertät altersgemäß. Ein Radikalisierungsprozess entsteht, wenn junge Menschen zu einer einseitigen und extremen Polarisierung von Gefühlen, Überzeugungen und Verhaltensweisen neigen. Dieser soziale Prozess kann im Extremismus enden. Dieser bedingt in der Regel eine damit einhergehende Gewaltbereitschaft gegenüber Sachen und/oder Menschen und kann die militante Ablehnung unserer Gesellschaft beinhalten.

Sozioökonomische Armut, negative Bildungsverläufe, Krisen- und Ausgrenzungserfahrungen, aber auch Indoktrinierung durch das direkte soziale Umfeld können Auslöser hin zum Extremismus sein (Push-Faktoren). Extremismus bietet aber auch jugendtypische Attraktivitätsmomente wie feste Bezugspunkte und Orientierungen, einen ritualisierten Alltag, Klarheit und Eindeutigkeit, Selbsterhöhung, Ausleben von Gewalt und Machtphantasie, Gemeinschaftsleben, Kameradschaft, Wunsch nach Provokation und Tabubruch (Pull-Faktoren).


Basiskonzept Radikalisierungsprävention in der Kinder- und Jugendhilfe

Es gilt, junge Menschen – und das erst recht in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung – frühzeitig auf ihrer Suche nach Sinn, Individualität und Zugehörigkeit zu begleiten und zu unterstützen. Auftrag von Eltern, Schule und Jugendhilfe ist, individuelle Fähigkeiten zu fördern, Möglichkeiten in unserer pluralistischen Gesellschaft sichtbar zu machen und nach Kräften gesellschaftliche Schlechterstellung auszugleichen. Nur so gelingt es, dem Angebot geschlossener Weltbilder und dem damit einhergehenden Hass und der Gewalt zuvor zu kommen.

Die Kinder und Jugendhilfe bietet unter diesen Prämissen präventive Maßnahmen im Sinne des § 1 und § 14 SBG VIII an.

Weitere Informationen enthält das "Basiskonzept Radikalisierungsprävention in der Kinder- und Jugendhilfe", das dem Nürnberger Jugendhilfeausschuss am 22.02.2018 vorgestellt wurde.


Präventionsarbeit von „Radikal informiert!“ in Nürnberg

  • Einschätzen, Beraten und Expert/-innenvermittlung in der Einzelfallarbeit.
  • Recherche und Informationsaufbereitung zu konkreten Fragestellungen aus dem Bereich Radikalisierung und Extremismus (z.B. Strömungen, Institutionen, Merkmalen, Symbolik, Ideologien, Verschwörungstheorien, etc.).
  • Beratung, Unterstützung und Begleitung von Projektideen mit Bezug zur Radikalisierungsprävention.
  • Bereitstellung und Entwicklung von Fortbildungs- und Informationsangeboten für Fachkräfte.
  • Vermittlung und Entwicklung von Gruppenangeboten für junge Menschen.

Zielgruppen von „Radikal informiert!“ in Nürnberg

  • Kinder, Jugendliche und Familien
  • Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe
  • Multiplikator/-innen und Lehrkräfte
  • Öffentlichkeit – Nürnberger Bürgerinnen und Bürger

Mit welchen extremistischen Ideologien beschäftigt sich „Radikal informiert!“?

  • Rechtsextremismus
  • Linksextremismus
  • Religiös bedingte Radikalisierung
  • Monothematische Ideologien

Welche Ziele verfolgt „Radikal informiert!"?

  • Identifizierung mit demokratischen Grundwerten einer pluralistischen Gesellschaft.
  • Förderung von Partizipation, Selbstwirksamkeit und Empowerment.
  • Unterstützung bei einer gelingenden Identitätsentwicklung.
  • Vorbeugung und Begegnung von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
  • Stärkung der Resilienz gegenüber geschlossenen Weltbildern und extremistischen Einstellungen.
  • Befähigung zur gewaltfreien Auseinandersetzung mit anderen Überzeugungen.

Kontakt

Stadt Nürnberg - Jugendamt

Koordinierungsstelle Radikalisierungsprävention

Am Plärrer 10

5/505

90429 Nürnberg


Christian Mätzler

Telefon: 09 11 / 2 31-2 38 10

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