Vogelperspektive, ein Apfel, eine Tastatur mit Händen darauf und ein Stethoskop

Gesundheitsamt Nürnberg

Ein neuer Defibrillator für das Gesundheitsamt

120.000 Menschen sind in Deutschland pro Jahr von einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses betroffen. Dieser stellt die dritthäufigste Todesursache in Deutschland dar. Der plötzliche Herztod ist vermeidbar, wenn rascher Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet würden. Deshalb ist die Rettungskette in Nürnberg um eine smartphonegestützte Alarmierung von Ersthelfenden ergänzt worden.

Seit Oktober 2025 sorgen die GesundheitsregionPlus im Gesundheitsamt und die Fürther AGNF für schnellere Hilfe bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Deshalb hat das Gesundheitsamt nun die Patenschaft für einen AED (Defibrillator) übernommen.

Dieser ist kurz vor Weihnachten an der Außenwand des Amtes in der Burgstraße montiert worden und steht somit 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche für alle zur Verfügung. Der neue Defibrillator steht im Zusammenhang mit der stadtweiten Kampagne für ein dichtes Netz an AEDs stadtweit. Gleichzeitig wird ein Netz an Ersthelfern etabliert, die über eine App über Notfälle in ihrer Nähe informiert werden und schneller als der Rettungsdienst vor Ort sein können.

Bürgermeister Christian Vogel dazu:

"Ich habe die Einführung der Ersthelfer-App wesentlich vorangetrieben, da ich davon überzeugt bin, daß in Nürnberg auch bei zeitkritischen medizinischen Notfällen auf bürgerschaftliches Engagement gesetzt werden kann. 87 Prozent der Deutschen nutzen ein Smartphone. In der zweitgrößten Stadt Bayerns haben wir viele qualifizierte Menschen, die in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiten oder Menschen, die in einem unserer Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen tätig sind. Auf deren Engagement bauen wir."

Der medizinische Leiter des Gesundheitsamts Klaus Friedrich © Bayerische Bereitschaftspolizei / FoVi-Z Nuernberg / Bayer. Bereitschaftspolizei

Klaus Friedrich, Leiter der Gesundheitsamts und ehrenamtlicher Notarzt:

„Die Ursache eines Herz-Kreislauf-Stillstands sind zumeist Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, ein akut auftretender Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenfehler. Gut 65 Prozent (78 000 Personen) erleiden einen Herzstillstand zu Hause, mehr als 15 % im öffentlichen Raum und der Rest an anderen Orten. Kollabiert ein Mensch außerhalb des Krankenhauses, zählt jede Sekunde, denn pro Minute ohne Reanimiationsmaßnahmen gehen 10 % Überlebenswahrscheinlichkeit verloren. Nach wenigen Minuten ohne Herzschlag und Atmung wird der Organismus eines Menschen dauerhaft geschädigt.“

Außerhalb des Krankenhauses sind Betroffene auf Laienreanimation, also die Wiederbelebung durch anwesende Laien, angewiesen. Denn wenn die Pumpfunktion des Herzens aussetzt und der Blutkreislauf zum Stillstand kommt, werden lebenswichtige Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, Gehirnzellen erleiden nach drei Minuten bereits irreparable Schäden und sterben ab.

Zwischen dem Absetzen eines Notrufs und dem Eintreffen des Rettungsdienstes am Unfallort vergehen in der Regel 7-15 Minuten. Um genau diese Zeit zu überbrücken, sind die Leitstellen seit einigen Jahren geschult, die Anrufenden telefonisch zu einer Herzdruckmassage anzuleiten. Dies stellt jedoch noch immer für viele Menschen eine Hürde dar oder kann zum Beispiel aufgrund fehlender körperlicher Kraft nicht mehr adäquat durchgeführt werden.

Hier setzt die Ersthelfer-App an und fungiert als fehlendes oder unterstütztendes Glied in der Rettungskette.

Insgesamt gilt: Wenn Passanten oder Angehörige im Ernstfall sofort mit einer Herzdruckmassage beginnen würden, könnten jedes Jahr in Deutschland 10.000 Leben, in Europa geschätzt mehr als 100.000 Leben gerettet werden.

Da Patenschaft für einen AED (Defibrillator)