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Trinkwasser - Legionellenproblematik

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die natürlich in unserer Umwelt vorkommen, insbesondere in Oberflächenwässern. Sie können auch im Leitungssystem der Haus- (Trinkwasser-) Installation existieren. Dort vermehren sie sich besonders stark bei Temperaturen zwischen 25 Grad C und 50 Grad C, sowie bei längerer Stagnation des Wassers (in der Leitung stehendes Wasser). Zu diesen Verweilzeiten kommt es z.B. bei längerer Abwesenheit der Bewohner auf Grund eines Urlaubs.

Welche Erkrankungen werden durch Legionellen verursacht?

Legionellen können zwei unterschiedlich verlaufende Krankheiten hervorrufen. Zum einen das sogenannte „Pontiac-Fieber“, eine fiebrige, grippeähnliche Erkrankung, die nach wenigen Tagen auch unbehandelt wieder abklingt. Zum anderen die wesentlich schwerere sogenannte „Legionärskrankheit“. Hier folgt auf grippeartige Symptome eine schwere Lungenentzündung mit hohem Fieber, die in vielen Fällen im Krankenhaus behandelt werden muss.

Auf welche Weise kann man sich mit Legionellen infizieren?

Als Hauptinfektionsweg ist das Einatmen erregerhaltiger, lungengängiger Aerosole aus dem Warmwasserbereich anzusehen. Dies kann auf zwei Wegen passieren:
- Beim Einatmen von erregerhaltigem Wasser als Aerosol (das heißt, feinstzerstäubte Wasserpartikelchen, Wassertröpfchen, wie z.B. im Nebel). Hier stellen insbesondere Duschen, Brause am Wasserhahn, aber auch Aerosole aus Whirlpools, Raumluftbefeuchter oder Zimmerbrunnen-Fontänen Gefahrenquellen dar.
- Bei einer „Aspiration“ (versehentliches „Verschlucken“ beim Trinken wobei dann Wasser in die Lunge gelangt.)
Das Trinken von erregerhaltigem Wasser ist ungefährlich. Eine Übertragung der Legionellen von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Risikominimierung durch Vorbeugung

Grundsätzlich ist es wichtig eine Stagnation (länger als 72 Stunden) des Wassers in einem Temperaturbereich von 250 bis 500 C zu vermeiden.
Am Boilerausgang muss mindestens eine Temperatur von 600 C erreicht werden. Im gesamten Warmwassersystem darf der Temperaturverlust max. 5 K betragen, so dass
am Wasserhahn selbst die Warmwassertemperatur über 550 C liegen muss, während die Temperatur des Kaltwassers max. 250 C betragen darf.
Bei Legionellenzahlen über 100 KBE/100 ml liegt eine Überschreitung des technischen Maßnahmewerts nach der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vor. Damit, so der Verordnungstext, ist eine von der Trinkwasser-Installation ausgehende vermeidbare Gesundheitsgefährdung zu besorgen, das heißt, eine entsprechende Gefährdung ist nach menschlichem Ermessen nicht mehr unwahrscheinlich.

Pflicht zur Untersuchung

Der „Unternehmer und der sonstige Inhaber“ (UsI), der eine Trinkwasser-Installation betreibt, hat diese auf Legionellen spec. zu untersuchen, wenn
1. Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen (z.B. Vermietung) oder öffentlichen Tätigkeit (z.B. Schulen, Pflegeheime etc.) abgegeben wird.
2. sich im Objekt eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung befindet (Großanlagen sind Anlagen mit Trinkwassererwärmern mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder einem Inhalt über 3 Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen dem Abgang Trinkwassererwärmer und der weitest entfernten Entnahmestelle. Der Inhalt der Zirkulationsleitung wird dabei nicht berücksichtigt.
3. Duschen oder andere Einrichtungen vorhanden sind, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt.

Verwaltungen und Eigentümergemeinschaften sollten sich mit der Richtlinie VDI/DVGW 6023 „Hygiene in Trinkwasser-Installationen; Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung“ vertraut machen. Dazu werden vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) auch Schulungen angeboten

Ein- und Zweifamilienhäuser sind von dieser Vorschrift nicht betroffen.
Bei einer Wasserabgabe im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit ist das Wasser jährlich, im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit mindestens alle 3 Jahre zu untersuchen.

Was ist bei einem Nachweis von Legionellen zu tun?

Die weitere Vorgehensweise ist im Arbeitsblatt W 551 des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) verbindlich geregelt
Alle Nutzer (Bewohner/Mieter) des Objekts sind über den Legionellennachweis und die Verhaltensregeln schriftlich (z.B. Aushang, Wurfpost in Briefkasten) zu informieren.
- Bei Nachweis von mehr als 10.000 Legionellen/100 ml („extrem hohe Konzentration“) im Warmwasser ist eine Nutzungseinschränkung des Warmwassers erforderlich („Duschverbot“).
- Auf diese Maßnahme kann nur verzichtet werden, wenn die aerosolbildenden Warmwasserzapfstellen mit endständigen Sterilfiltern versehen werden.
- Das Gesundheitsamt ist über das weitere Vorgehen zu informieren.
- Die Trinkwasser-Installation ist durch einen Fachbetrieb zu überprüfen. Darüber hinaus ist eine sog. „Gefährdungsanalyse“ entsprechend der Empfehlung des Umweltbundesamtes zu erstellen und die Verbraucher sind über deren Ergebnis zu informieren.

Weitergehende Auskünfte und Beratung erhalten Sie in der Zeit von 8:00 - 11:00 Uhr von den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes unter der Rufnummer

Telefon: 09 11 / 2 31- 3194 (südl. Stadtgebiet) oder 231-3195 (nördl. Stadtgebiet)

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