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Stadt der Menschenrechte  

Stadt der Menschenrechte

Stadt der Menschenrechte

Die Nationalsozialisten machten Nürnberg 1933 zur „Stadt der Reichsparteitage“ und errichteten Monumentalbauten als Kulissen für ihre Großveranstaltungen. Auch die 1935 hier erlassenen, menschenverachtenden Rassengesetze sind untrennbar mit dem Namen Nürnberg verbunden. Nach Kriegsende führten die Alliierten im Nürnberger Justizgebäude die Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher des Nazi-Regimes. Die „Nürnberger Prozesse“ waren Wegbereiter für die internationale Strafgerichtsbarkeit der Gegenwart. Der Name Nürnbergs bleibt so mit der Geschichte des Nationalsozialismus unweigerlich verbunden. Die Stadt sieht ihre besondere Verantwortung angesichts dieser Vergangenheit. Deshalb bemüht sie sich, als „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ aufzuklären und neue, hoffnungsfrohe Zeichen zu setzen.

2001 eröffnete der damalige Bundespräsident Johannes Rau das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Am historischen Ort der Täter vermittelt eine Dauerausstellung vor allem jungen Menschen Ursachen, Zusammenhänge und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Mit der neuen städtischen Ausstellung „Memorium Nürnberger Prozesse“ am Ort des Internationalen Militärtribunals gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes wird der weltberühmte Saal 600 des Nürnberger Justizgebäudes an der Fürther Straße erschlossen. Die Dokumentation erläutert anschaulich Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des internationalen Strafverfahrens, bei dem sich erstmals Individuen persönlich wegen ihrer Verbrechen gegen das Völkerrecht zu verantworten hatten. Auch die von den Nürnberger Prozessen ausgehenden Entwicklungen hin zu dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag werden thematisiert.

In der Straße der Menschenrechte, die der israelische Künstler Dani Karavan 1993 schuf, sind auf Säulen in verschiedenen Sprachen 30 Artikel der Menschenrechtserklärung im Stadtbild präsent.

Die Stadt Nürnberg richtete das erste kommunale Menschenrechtsbüro Deutschlands ein und verleiht seit 1995 im Turnus von zwei Jahren den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Preisträger 2011 ist der kolumbianische Journalist Hollman Morris. Er berichtet seit mehr als 15 Jahren über Menschenrechtsverletzungen und Gewaltopfer des seit Jahrzehnten währenden bewaffneten Konflikts in seinem Heimatland Kolumbien. Auch Morddrohungen konnten ihn nicht von seinen Recherchen abhalten.

Einmal im Jahr ist Nürnberg seit 1995 zudem Schauplatz der Internationalen Menschenrechtskonferenz, die verschiedenste Aspekte der Menschenrechte als Themenschwerpunkte in den Mittelpunkt einer international besetzten Expertentagung rückt.

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