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Fachtag zur Inklusionskonferenz am 12.09.2017

Werte für ein inklusives Nürnberg

Herr Dieter Maly begrüßte die Anwesenden. Die Inklusionsbeauftragte Frau Sabrina Dellith sprach über den Hintergrund des Fachtages und dessen Ablauf. Die Moderation von dieser interessanten Veranstaltung übernahm Jonas Lanig von der Stiftung CivilCourage.

Es waren neben den Vertretern von verschiedenen Verbänden viele Mitglieder des Behindertenrats anwesend. Das Delegiertenmodell kam hier eindeutig zum Tragen. Zwei Mitglieder des Behindertenrates leiteten am Nachmittag Arbeitsgruppen. Unser zweiter Vorsitzender Peter Vogt war für die Arbeitsgruppe „Mobilität im öffentlichen Raum“ zuständig, unser Mitglied Sonja Abend für die Arbeitsgruppe „Arbeit und Beschäftigung“.

Über den „Oldenburger Inklusionsprozess“ und „Von den Werten zum konkreten Handeln“ sprach Herr Prof. Dr. Lindemann aus Oldenburg am Vormittag.

In Oldenburg wird an dem Inklusionsprozess schon seit 5 Jahren gearbeitet. Herr Prof. Dr. Lindemann erklärte den Teilnehmern den Begriff Inklusion als „Teilhabe aller Menschen am öffentlichen Leben.“ Von Anfang an wurden alle Interessensvertretungen, sowie Politiker der Stadt Oldenburg mit einbezogen.

Es gibt in Oldenburg Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen, wie zum Beispiel Inklusion an Schulen oder Verkehr. Jeder dieser Arbeitskreise kann von interessierten Bürgern mitgestaltet werden. Personen aus Interessensvertretungen, die nicht an der Arbeit teilnehmen, werden zur Mitarbeit aufgefordert. Daher kann die Zusammensetzung der Fachgruppen monatlich variieren. Aus diesen Gruppen werden Untergruppen gebildet. Diese bearbeiten die einzelnen Themen genauer. Die Ergebnisse erhält die Stadt Oldenburg, die für die Umsetzung in einem vorgegebenen Zeitrahmen verantwortlich ist!

In Oldenburg gibt es Erstaunliches:
So haben alle Schüler einen Pass, der sie zum Benutzen von verschiedenen Einrichtungen und Wahrnehmen unterschiedlichster Angebote berechtigt. Vergleichbar ist dies mit unserem Nürnberg-Pass. Der Unterschied ist aber, dass jeder Schüler diese Berichtigungskarte erhält. Durch diese Zahlungsweise ist nicht erkennbar, welcher soziale Hintergrund sich hinter dem Nutzer verbirgt. Somit sind alle im Sinne der Inklusion gleichberechtigt.

Neu war für uns auch das Modell der Schulbegleitung. Hier in Nürnberg hat ein Schüler, der auf Unterstützung im Schulalltag angewiesen ist, seinen eigenen Schulbegleiter.

Diese Assistenz ist beispielsweise bei einem Verein angestellt. Der Schulbegleiter darf im Unterricht nur den ihm zugeteilten Schüler unterstützen.

In Oldenburg werden die Schulbegleiter von der Schule angestellt. In ihrer
jeweiligen Klasse dürfen sie jeden Schüler unterstützen und den Lehrer
entlasten. Grundsätzlich steht diese Person für alle Schüler zur Verfügung.

In den Schulen gibt es auch eine Pflegekraft, die für die Hilfe auf der Toilette zuständig ist. So müssen die Schulbegleiter nicht den Unterricht verlassen. Das alles hat uns begeistert. Es wäre nach Meinung der Teilnehmer wünschenswert, den Inklusionsprozess in Nürnberg auch unter dem Aspekt „Teilhabe aller Menschen“ und nicht nur unter der Sichtweise „Teilhabe der Menschen mit Behinderung“ fortzuführen.

Herr Prof. Dr. Lindemann machte auch deutlich: der Weg zur Inklusion ist ein sich stetig weiter entwickelnder Prozess, dessen Ende noch nicht absehbar ist.

Am Nachmittag wurde in den verschiedenen Arbeitsgruppen eine Wertediskussion geführt. Das bedeutet, es wurden Oberbegriffe festgelegt, die von der Inklusionskonferenz später genauer bearbeitet wurden. Jeder Teilnehmer des Fachtags hatte sich schon vorher für eine Arbeitsgruppe gemeldet.

Hier eine Übersicht der Arbeitsgruppen und deren Moderatoren:

AG 1:
Arbeit und Beschäftigung – Sonja Abend, Ifes-Institut (BRN-Mitglied)

AG 2:
Gesundheit, Prävention, Reha, Pflege – Dieter Rosner, Seniorenamt

AG 3:
Bildung im Lebensverlauf – Michael Galle-Bammes, Bildungszentrum

AG 4:
Kinder, Jugendliche, Familie, Partnerschaft –Dr. Kerstin Schröder, Jugendamt

AG 5:
Bauen und Wohnen – Fabian Meißner, Lebenshilfe

AG 6:
Mobilität im öffentlichen Raum – Peter Vogt, Behindertenrat Nürnberg

AG 7:
Kultur, Freizeit, Sport – Jonas Lanig, Stiftung CivilCourage

AG 8:
Gesellschaftliche und politische Teilhabe sowie Persönlichkeitsrechte - Gudrun Dreßel, Stadtmission und Yasemin Yilmaz, Inklusionskonferenz

Die Ergebnisse wurden im Anschluss vorgestellt.

Mit den Schlussworten von Herrn Prof. Dr. Lindemann und Herrn Dieter Maly endete der Fachtag.

Es war ein langer Tag mit vielen Informationen, konstruktiven Gesprächen und guten Ergebnissen. Wir wurden vom Cateringbetrieb der Lebenshilfe sehr hervorragend verpflegt, so musste auch niemand an Durst oder Hunger leiden.

-Renate Serwatzy Vorstandsmitglied-

Aktualisiert am 13.10.2017, 14:06 Uhr

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