Kontakt

7. Nürnberger Integrationskonferenz

Einmischen und Mitgestalten - Teilhabe stärken für mehr Miteinander

Die 7. Nürnberger Integrationskonferenz am Samstag, 6.10.2018 von 10.30-17.00 Uhr im südpunkt, widmet sich der gleichberechtigten Teilhabe der in Nürnberg lebenden Menschen. Im Zentrum steht die Frage, wie diese Teilhabe, also das Ein- und Mitmischen wirklich aller Nürnbergerinnen und Nürnberger weiter befördert werden kann.

Den Impulsvortrag hält Ferda Ataman, neue deutsche organisationen, Berlin. Sie nimmt aus einer postmigrantischen Perspektive zu den aktuellen Entwicklungen in Sachen Integrations- und Gesellschaftspolitik Stellung und erläutert, welche Instrumente aus ihrer Sicht auf dem Weg zu mehr Teilhabe unerlässlich sind. Ihre Forderung lautet: Wir müssen uns mehr einmischen und sichtbarer werden!

Ingo Siebert, Landeskommission Berlin gegen Gewalt, Referent der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, erläutert in seinem Vortrag die Begriffe Beteiligung, Teilhabe und Gleichstellung. Er verdeutlicht sie exemplarisch mit praktischen Erfahrungen.

Welche Anregungen von Ferda Ataman und Ingo Siebert können wir in Nürnberg aufgreifen? Im Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly werden zum Abschluss des Vormittags mögliche Ansätze diskutiert.

In Workshops können Sie am Nachmittag neue Ideen mitgestalten, sei es bei der politischen Beteiligung, beim Sport, im kulturellen Bereich oder bei der Stadtentwicklung.

Zum Abschluss der Konferenz berichten Nürnbergerinnen und Nürnberger mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte über ihre Erfahrungen der Teilhabe am gesellschaftlichen, beruflichen oder politischen Leben in Deutschland und Nürnberg. Welche positiven und negativen Erfahrungen haben sie dabei gemacht, was war hinderlich und was hat sie unterstützt?

Die Teilnahme an der 7. Nürnberger Integrationskonferenz ist kostenlos, die Anmeldung ist bis 27. September 2018 möglich.

Veranstalter: Stadt Nürnberg / Koordinierungsgruppe Integration in Kooperation mit dem Nürnberger Rat für Integration und Zuwanderung

Veranstaltungsort: südpunkt, Pillenreuther Straße 147, 90459 Nürnberg

Programm

10.30 Uhr: Ankommen und Kaffee

11.00 Uhr: Begrüßung
Jürgen Markwirth, Leiter Amt für Kultur und Freizeit
Dimitrios Krikelis, Vorsitzender Nürnberger Rat für Integration und Zuwanderung

11.15 Uhr: Wir müssen uns mehr einmischen und sichtbarer werden!
Ferda Ataman, neue deutsche organisationen, Berlin

Ferda Ataman ist in Nürnberg aufgewachsen und lebt in Berlin. Sie ist Journalistin und Mitbegründerin der Initiative „Neue deutsche Medienmacher“ und seit 2017 Sprecherin der „neuen deutschen organisationen“, einem Zusammenschluss von über 100 Vereinen und Initiativen, die sich gegen Rassismus und für Vielfalt in der Gesellschaft einsetzen. In ihrem Impulsvortrag nimmt sie - durchaus persönlich gefärbt - aus einer postmigrantischen Perspektive zu den aktuellen Entwicklungen in Sachen Integrations- und Gesellschaftspolitik Stellung und erläutert, welche Instrumente aus ihrer Sicht auf dem Weg zu mehr Teilhabe unerlässlich sind.

12.00 Uhr: Beteiligung, Teilhabe, Gleichstellung
Ingo Siebert, Landeskommission Berlin gegen Gewalt, Stadtsoziologe und Referent der Senatsverwaltung für Inneres und Sport

Ingo Siebert erklärt in seinem Vortrag die Begriffe Beteiligung, Teilhabe, Gleichstellung aus stadtsoziologischer Sicht und verdeutlicht sie exemplarisch mit praktischen Erfahrungen. Er war an der Herausgabe des Handbuchs Partizipation der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin beteiligt. Das Handbuch bietet einen Überblick über Rahmenbedingungen, konkrete Methoden und nützliche Handlungsempfehlungen für die Vorbereitung und Durchführung von Beteiligungsprozessen.


12.30 Uhr: Teilhabe im Gespräch: Ferda Ataman, Dr. Ulrich Maly, Ingo Siebert

Welche Anregungen von Ferda Ataman und Ingo Siebert können wir in Nürnberg aufgreifen? Im Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly werden mögliche Ansätze diskutiert und entwickelt.
Moderation: Dr. Leyla Güzelsoy

13.00 Uhr: Mittagspause

14.00 Uhr: Parallele Workshops

15.45 Uhr: Kaffeepause

16.15 Uhr: Ich bin hier - Erfahrungen beim Einmischen und Mitgestalten

In der Gesprächsrunde berichten Nürnbergerinnen und Nürnberger mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte über ihre Erfahrungen der Teilhabe am gesellschaftlichen, beruflichen oder politischen Leben in Deutschland und Nürnberg. Welche positiven und negativen Erfahrungen haben sie dabei gemacht, was war hinderlich und was hat sie unterstützt?
Moderation: Gülay Incesu-Asar, Geschäftsstelle Nürnberger Rat für Integration und Zuwanderung

17.00 Uhr: Ende der Konferenz

Parallele Themenworkshops

1. Teilhabe in der Stadtentwicklung

Das Forschungsprojekt „Willkommene Perspektiven – Migrants4Cities“ zielt darauf ab, Migranten/innen aktiv in die Gestaltung der Stadt Mannheim einzubinden. Hierfür wurden 2017 und 2018 verschiedene Workshops - sogenannte UrbanLabs - angeboten. Helke Wendt-Schwarzburg, Koordination Forschungsverbund Willkommene Perspektiven- Migrants4Cities, stellt das Projekt und erste Ergebnisse des Prozesses vor. Eine Teilnehmerin an den UrbanLabs ist Dr. Rajya Karumanchi-Dörsam. Sie stammt aus Hyderabad/Indien und lebt nach Aufenthalten in Portugal, Brasilien und den USA mittlerweile seit vielen Jahren in Deutschland. Sie wird über ihre Erfahrungen als Teilnehmerin am Projekt berichten.

Moderation: Phillip Meinardus, Büro PLANWERK

2. Politische Teilhabe

Dr. Henriette Litta, Leiterin Bereich Geschäftsführung und Stabsstelle Organisationsentwicklung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), stellt die Studienergebnisse des SVR aus "Schwarz, rot, grün –
welche Parteien bevorzugen Zuwanderer?“ sowie aktuelle Daten aus der wiederholten Erhebung vor. Die Parteineigungen der Zuwanderer/innen haben sich in den letzten Jahren zum Teil gewandelt. Das Herkunftsland bestimmt nicht mehr automatisch – und schon gar nicht dauerhaft –, welche Partei bevorzugt wird. Mit dieser Erkenntnis geraten auch die politischen Parteien unter Handlungsdruck: Sie können sich nicht mehr auf feste Bindungen verlassen. Vielmehr müssen sie auf die Bedürfnisse und Interessen von Zuwanderer/innen gezielt eingehen und sich für diese öffnen, wenn sie sie als Parteimitglieder, (potenzielle) Wähler/innen oder zukünftige Mandatsträger/innen gewinnen wollen. Im Workshop können Ideen entwickelt werden, wie dies gelingen kann.

Moderation: Réka Lőrincz, Geschäftsführerin AGABY - Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns

3. Teilhabe im Sport

Ingo Wagner, Bildungsreferent im Ressort Integration durch Sport im Bayerischen Landes-Sportverband e.V., informiert über die Programmarbeit und wie Integration im Sportverein gelingen kann. Das Programm Integration durch Sport unterstützt seit 30 Jahren Sportvereine und -organisationen mit Beratungen, Konzeptentwicklung, Fortbildungen und Workshops, der Einbindung in Integrationsnetzwerke vor Ort und der finanziellen Förderung von Integrationsmaßnahmen. Motiviert werden Menschen mit Zuwanderungsgeschichte für eine sportbezogene Freizeitgestaltung im Verein, Vereine können wiederum durch sportliche Talente, neue Mitglieder und ehrenamtlich engagierte Übungsleiter/innen und Vorstände profitieren. Im Workshop werden gute Beispiele vorgestellt und es können Ideen für die praktische Umsetzung der Integrationsarbeit vor Ort entwickelt werden. Hierzu nehmen Alfred Castano von Taekwondo Özer und Andrea Ackermann vom Sportservice der Stadt Nürnberg am Workshop teil.

Moderation im Doppelpass: Nasser Ahmed, ehemaliger Schiedsrichter und sportpolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion und Maximilian Müller, Olympiasieger und sportpolitischer Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion

4. Kulturelle Teilhabe

Kultureinrichtungen sind wichtige Zentren der Vermittlung kultureller Vielfalt. Indem sie verstärkt postmigrantische Perspektiven einbeziehen, schaffen sie neue Räume für kulturelle Teilhabe und stärken auch ihre eigene gesellschaftliche Anziehungskraft. Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt mit dem Programm „360° - Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ Kultureinrichtungen aller Sparten, sich für mehr kulturelle Diversität zu öffnen. In Nürnberg ist das Staatstheater Nürnberg an diesem Programm beteiligt. Bijan Kafi, Kulturstiftung des Bundes, stellt das Programm vor und Evropi Thomopoulou, Staatstheater Nürnberg, die für Nürnberg geplanten Schwerpunkte. Im Workshop können auch Kooperationen mit bestehenden Projekten wie „House of Resources“ oder dem „Global Art Netzwerk“ diskutiert werden.

Moderation: Dr. Marco Puschner, Nürnberger Zeitung

5. Sprach- und Integrationsmittlung als Türöffner für Teilhabe

Für Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach wird in den nächsten Jahren eine Servicestelle SprInt - Sprach- und Integrationsmittlung aufgebaut. Die Qualifizierung wird durch das bfz Nürnberg durchgeführt. Die Sprach- und Integrationsmittler/innen erwerben Kenntnisse über Grundlagen und Strukturen im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen. Die Teilnehmenden erhalten ein fundiertes Dolmetschtraining, sie beschäftigen sich mit Migrationssoziologie, Diskriminierung und Partizipation von Migranten/innen. Das Curriculum der Qualifizierung wurde an der Alice Salomon Hochschule Berlin mit entwickelt. Prof. Dr. Theda Borde, Alice Salomon Hochschule Berlin, stellt das Curriculum vor, Reinhard Heinl, bfz Nürnberg, erläutert den Ablauf der Qualifizierung.

Moderation: Derya Yıldırım, Bildungsbüro der Stadt Nürnberg

Zurück zum Seitenanfang URL dieser Seite:
<http://www.nuernberg.de/internet/integration/konferenz2018.html>