Die Stadt Nürnberg arbeitet aktiv an der Erreichung einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen, der Verringerung der Nahrungsmittelverschwendung, der Verringerung des Abfallaufkommens und der Ermutigung von Unternehmen zur Einführung nachhaltiger Verfahren. Außerdem sollen nachhaltige Beschaffungen im öffentlichen Sektor gefördert und die Verbreitung von Informationen über bzw. eine Schärfung des Bewusstseins für nachhaltige Entwicklung gesichert werden.
Förderung von nachhaltigen Verfahren in der öffentlichen Beschaffung
12_001Nachhaltiges Beschaffungsvolumen der Stadtverwaltung Nürnberg
Trend: Vorteilhafte Entwicklung (steigt)
Definition
Der Indikator gibt das Einkaufsvolumen, das nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien für die Stadt Nürnberg beschafft wurde, an.
Erläuterungen des Indikators und dessen Nachhaltigkeitsbezug/-relevanz
Bei der Stadt Nürnberg wird durch die Zentralen Dienste (ZD) das nachhaltige Beschaffungsvolumen erfasst und in Zusammenarbeit mit der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) im dortigen Smart-Diagramm veröffentlicht. Beschaffungen gelten hierbei als nachhaltig, wenn sie mindestens ein Nachhaltigkeitszertifikat/ -gütesiegel (sozial und/ oder ökologisch) besitzen.
SDG-Ziel
SDG 12 - Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel
Förderung von nachhaltigen Verfahren in der öffentlichen Beschaffung
Erhebungsmethodik und Datenqualität
ZD erfasst jährlich die nachhaltigen Beschaffungen (Liefer-/ Dienstleistungen) im Rahmen des Abteilungscontrollings. Explizit wird hierbei der Vergabegegenstand, das entsprechende Gütesiegel und die Vergabesumme (brutto) erhoben.
Grenzen der Aussagekraft des Indikators
Ein Verhältnis zum gesamtstädtischen Beschaffungsvolumen wäre wünschenswert, ist derzeit aber nicht darzustellen. Das hat folgende Gründe: Beschaffungen im Direktauftrag (unter 5.000 €) werden von ZD nicht erfasst, da diese in Verantwortung und Budgethoheit der Dienststellen und Eigenbetriebe selbst liegen. Zudem gibt es auf dem Markt derzeit noch einige Bereiche (z.B. Hardware, Software), die überhaupt keine Nachhaltigkeitszertifikate/-siegel anbieten, diese müssten somit aus dem gesamtstädtischen Beschaffungsvolumen herausgerechnet werden, was mit sehr hohem Zeit-/ Personalaufwand verbunden ist. Mithin gibt es auch innerhalb der Nachhaltigkeitszertifikate qualitative Unterschiede, so ist es z.B. nicht einheitlich festgelegt, ob ein strikterer Qualitätsrahmen oder eine höhere Quantität an Zertifikaten zu bevorzugen ist.
Variabilität/Zäsuren/Datensprünge
Der Pakt zur nachhaltigen Beschaffung in den Kommunen der EMN wurde 2019 geschlossen, seitdem liegen auch entsprechende Daten vor.
Für Nachhaltigkeit erforderliche Veränderungsrichtung
Erhöhung
Kommentar zur Veränderungsrichtung
Grundsätzlich ist die Entwicklung der letzten Jahre positiv zu bewerten, ein steigendes nachhaltiges Beschaffungsvolumen sollte weiterhin forciert werden.
Berechnungsformel
Summe des Einkaufsvolumens, das nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien für die Stadt Nürnberg beschafft wurde.
Verringerung des Abfallaufkommens durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung
12_002Papierverbrauch bei der Stadt Nürnberg
Trend: Vorteilhafte Entwicklung (sinkt)
Definition
Der Indikator gibt den Papierverbrauch (Blatt DIN A4) in der Stadtverwaltung Nürnberg (inkl. Eigenbetriebe) an.
Erläuterungen des Indikators und dessen Nachhaltigkeitsbezug/-relevanz
Die Zentralen Dienste (ZD) der Stadt Nürnberg beschaffen Recyclingpapier, das mit dem Gütesiegel Blauer Engel zertifiziert ist, und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz: Recyclingpapier spart in der Produktion im Vergleich zu Frischfaserpapier durchschnittlich 78% Wasser und 68% Energie und verursacht deutlich weniger CO2-Emissionen. Zudem nimmt die Stadt Nürnberg am jährlich stattfindenden Papieratlas teil. Der Papieratlas dokumentiert seit 2008 jährlich den Papierverbrauch und die Recyclingpapierquoten deutscher Städte. Partner sind das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.
Mit der vorbildlichen Verwendung von Papier mit dem Blauen Engel erreichte die Stadt Nürnberg den ersten Platz im Papieratlas-Städtewettbewerb 2022 der Initiative Pro Recyclingpapier.
SDG-Ziel
SDG 12 - Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel
Verringerung des Abfallaufkommens durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung
Erhebungsmethodik und Datenqualität
Alle Papierbestellungen werden über das interne E-Shop-System der Stadt Nürnberg abgewickelt und von ZD erfasst.
Grenzen der Aussagekraft des Indikators
Eine Reduktion des Papierverbrauchs im Allgemeinen wäre zielführend, da nicht gekauftes (hergestelltes) Papier den besten Effekt für die Nachhaltigkeit hat. So lange die Stadt Nürnberg auf die Nutzung von Papier angewiesen ist, ist der Kauf nachhaltigkeitszertifizierten Papiers die beste Option. Durch die Entwicklung der digitalen Verwaltung ist davon auszugehen, dass der Papierverbrauch in den nächsten Jahren sinken wird.
Variabilität/Zäsuren/Datensprünge
In den Jahren 2015 bis 2020 wurden keine Daten erfasst. Es ist davon auszugehen, dass die Werte aus 2021 und 2022 Corona-bedingte Einflüsse beinhalten.
Für Nachhaltigkeit erforderliche Veränderungsrichtung
Senkung
Kommentar zur Veränderungsrichtung
Ein Rückgang des städtischen Papierverbrauchs ist das Ziel, die Entwicklung der letzten 10 Jahren ist hier positiv zu bewerten. Die aktuelle Entwicklung sollte jedoch kritisch betrachtet werden, damit sich der angedeutete Trend auch fortsetzen wird.
Der Indikator gibt die Restabfallmenge je Einwohner*in (EW) an.
Erläuterungen des Indikators und dessen Nachhaltigkeitsbezug/-relevanz
Die Stadt Nürnberg betreibt Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung für einen verantwortungsvollen Umgang mit den endlichen Ressourcen zu sensibilisieren. Die Themen Recycling und Umweltschutz sind deshalb seit vielen Jahren ein Anliegen der Stadt.
Grundsätzlich ist eine sinkende Restabfallmenge pro Kopf positiv zu bewerten.
SDG-Ziel
SDG 12 - Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel
Verringerung des Abfallaufkommens durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung
Erhebungsmethodik und Datenqualität
Die Abfallmengen werden durch Wiegescheine der Nürnberger Müllverbrennungsanlage erfasst. Die einzelnen Anlieferungen werden im jährlichen städtischen Abfallbericht in aggegrierter Form dargestellt.
Grenzen der Aussagekraft des Indikators
Der Indikator misst verlässlich die relative Menge an gesammelten Restabfällen (ohne Sperrmüll) im Stadtgebiet Nürnberg.
Für Nachhaltigkeit erforderliche Veränderungsrichtung
Senkung
Kommentar zur Veränderungsrichtung
Die Abfallmenge ist seit 2012 von 196,8 kg auf 188,10 kg pro EW in 2022 gesunken. Der Rückgang i.H.v. 4,6 % ist positiv zu bewerten, vor allem, da trotz eines - in diesem Zeitraum - merklichen Bevölkerungswachstums von ca. 25.000 Personen die absolute Sammelmenge nahezu konstant geblieben ist.
Berechnungsformel
Menge entsorgter Restabfall (ohne Sperrmüll) / Anzahl der Einwohner*innen
Einheit
kg/EW
Quelle
Eigene Erhebung (siehe Abfallbericht der Stadt Nürnberg)
Der Indikator gibt die im öffentlichen Raum entsorgte Abfallmenge in Kilotonnen (1000 Tonnen) gesamt bzw. in kg je Einwohner*in (EW) an.
Erläuterungen des Indikators und dessen Nachhaltigkeitsbezug/-relevanz
Die Reinigung der Straßen und Gehwege in Nürnberg teilen sich Bürger*innen und SÖR. Grundsätzlich sind die Anlieger in der Reinigungspflicht, das bedeutet, die Anlieger müssen Fahrbahn und Gehweg vor ihrem Grundstück sauber halten. In Teilen des Stadtgebiets nimmt SÖR den Anliegern diese Verpflichtung ab und stellt dafür Gebühren in Rechnung. Je nach Gebiet unterscheiden sich die Reinigungshäufigkeit und der Reinigungsumfang (Gehweg und Fahrbahn oder ausschließlich Fahrbahn). SÖR ist für die Leerung der öffentlichen Papierkörbe und deren Unterhalt zuständig. Straßenreinigung ist ein Beitrag zur Aufrechterhaltung öffentlicher Sicherheit und Ordnung. Würde der Abfall liegen bleiben, kämen die Schadstoffe in die Umwelt, z.B. Zigaretten-Kippen verunreinigen Grundwasser, Flüsse und Bäche.
SDG-Ziel
SDG 12 - Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel
Verringerung des Abfallaufkommens durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung
Erhebungsmethodik und Datenqualität
Datenerfassung über Anlieferungsmenge in der Müllverbrennungsanlage (Auswertung über Lieferscheine durch Abfallwirtschaftsbetrieb/ASN)
Grenzen der Aussagekraft des Indikators
Die Zahlen spiegeln nur den Bereich der Straßenreinigung wider. Hier gibt es durch Verwiegung genaue Angaben.
Der Abfall in den Grünanlagen kann aktuell aufgrund der unterschiedlichen Entsorger nicht konkretisiert werden. Derzeit ist der Aufbau eines Erfassungssystems für Grün-Abfall wegen Komplexität und Zeitaufwand nicht in Planung.
Für Nachhaltigkeit erforderliche Veränderungsrichtung
Senkung
Kommentar zur Veränderungsrichtung
Eine Senkung ist nur über eine Veränderung des Konsumverhaltens der Gesellschaft und der Reduzierung von Verpackungen jeglicher Art zu erreichen. Mit unterschiedlichen Maßnahmen versuchen die Stadt sowie private Initiativen, den Bürger*innen Recycling und Mehrweg nahe zu bringen. Beispielsweise wurden an acht Stellen in Grünanlagen Wertstoffinseln aufgestellt, an denen Bürger*innen ihren Abfall trennen können. Es wurden kleine Handascher verteilt, und Kehrd wärd-Aktionen werden durch SÖR unterstützt.
Die gesammelten Abfallmengen steigen seit Jahren an. Bedingt durch verändertes Freizeitverhalten (mehr Aufenthalt im öffentlichen Raum) und auch Corona (sehr viel Essen/ Trinken to Go) wird mehr Abfall im öffentlichen Raum entsorgt.
Berechnungsformel
Menge entsorgter Abfall im öffentlichen Raum / Anzahl der Einwohner*innen
Der Indikator stellt den Anteil des stofflich verwerteten Siedlungsabfalls an dem gesamten Siedlungsabfallaufkommen dar.
Erläuterungen des Indikators und dessen Nachhaltigkeitsbezug/-relevanz
Nach Entstehen der Abfalleigenschaft ist es wichtig, die in den Abfällen befindlichen Wertstoffe im Stoffkreislauf zu halten. Daher ist eine möglichst hohe Verwertungsquote essentiell, um die Ziele einer "circular economy" (Kreislaufwirtschaft) zukünftig erreichen zu können. Dafür existiert in Nürnberg z.B. ein breites Spektrum an Sammelangeboten im Hol- und Bringsystem zur sortenreinen Erfassung von Wertstoffen.
SDG-Ziel
SDG 12 - Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel
Verringerung des Abfallaufkommens durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung
Erhebungsmethodik und Datenqualität
Die Mengenerhebungen sind bis zur Übergabe an die Verwertungseinrichtungen belastbar. D.h. der Input kann genau nachvollzogen werden. Bzgl. des Outputs der externen Verwertungseinrichtungen in den Bereichen außerhalb der Zuständigkeit des städtischen Abfallwirtschaftsbetriebs gibt es zum Teil keine gesicherten Kenntnisse.
Grenzen der Aussagekraft des Indikators
Die Anzahl der an Verwertungseinrichtungen übergebenen Mengen ist verlässlich. Inwieweit Wertstoffe (inbesondere im Bereich der Elektro- und Elektronikaltgeräte, Leichtverpackungen, usw.) durch die Zuständigkeit der Dualen Systeme oder herstellereigener Rücknahmesysteme wirklich stofflich und nicht „nur“ energetisch verwertet oder anderweitig entsorgt werden, kann seitens des städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes nicht eingeschätzt werden.
Für Nachhaltigkeit erforderliche Veränderungsrichtung
Erhöhung
Kommentar zur Veränderungsrichtung
Insgesamt gesehen verbessert sich die Vewertungsquote über die letzten 10 Jahre, auch wenn es immer wieder Jahre gibt, in denen der Indikator rückläufig ist.
Berechnungsformel
(Menge des stofflich verwerteten Siedlungsabfalls / Menge des entsorgten Siedlungsabfalls) * 100
Einheit
%
Quelle
Eigene Erhebung (siehe Abfallbericht Stadt Nürnberg)
Sensibilisierung junger Menschen für eigene Konsum- und Produktionszusammenhänge
12_003Fairtrade Schulen
Trend: Vorteilhafte Entwicklung (steigt)
Definition
Der Indikator stellt die Anzahl der städtischen Schulen mit einer "Fairtrade" Zertifizierung dar.
Erläuterungen des Indikators und dessen Nachhaltigkeitsbezug/-relevanz
Die Fairtrade-Schools-Kampagne bietet Schulen die Möglichkeit, sich aktiv für fairen Handel an der Schule und im Schulumfeld einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Je mehr Schulen sich beteiligen, desto mehr wird der Faire Handel ins Bewusstsein gebracht und Schüler*innen sowie Lehrkräfte für Themen des globalen Südens sensibilisiert.
Um den Titel "Fairtrade Schule" zu erlangen, müssen nachweislich fünf Kriterien erfüllt sein: Schulteam, welches die Organisation an der Schule übernimmt; Entwicklung eines Kompass, der die Pläne an der Schule festhält; Verkauf und Verzehr von fair gehandelten Produkten an der Schule; Aufnahme des Themas "Fairer Handel" im Lehrplan an der Schule; Durchführung von Schulaktionen, die sich mit dem Thema "Fairer Handel" beschäftigen.
SDG-Ziel
SDG 12 - Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel
Sensibilisierung junger Menschen für eigene Konsum- und Produktionszusammenhänge
Erhebungsmethodik und Datenqualität
Die Anzahl der "Fairtrade Schools" ist über die Kampagnen-Seite einsehbar. Hier sind zertifizierte Schulen und Schulen im Zertifizierungsprozess für ganz Deutschland aufgelistet.
Grenzen der Aussagekraft des Indikators
Der Indikator stellt die Anzahl städtischer Schulen mit Fairtrade School-Zertifikat dar. Daher ist der Indikator an sich verlässlich. Inwieweit sich die Zertifizierung auf das Schulleben auswirkt, liegt in der Verantwortung und Ausgestaltung der Schulen.
Für Nachhaltigkeit erforderliche Veränderungsrichtung
Erhöhung
Kommentar zur Veränderungsrichtung
Die Anzahl der städtischen "Fair Trade Schools" in Nürnberg nimmt stetig zu.
Berechnungsformel
Anzahl der städtischen Schulen mit "Fairtrade" Zertifizierung