Erweiterung der Hesperidengärten

Luftbild Hesperidengärten

SÖR beginnt im Oktober 2023 mit den ersten Schritten zur Erweiterung der Hesperidengärten. Das Areal der ehemaligen Pinselfabrik neben den Hesperidengärten entlang der Johannisstraße hat die Stadt Nürnberg erworben, hier entsteht eine öffentliche Grünanlage. Im Rahmen einer artenschutzrechtlichen Begutachtung wurden in den Gebäudeaußenwänden und in weiteren Gebäudebereichen Fledermausquartiere festgestellt. Der ursprünglich für Herbst 2022 geplante Abriss der ehemaligen Pinselfabrik wurde deshalb verschoben. Der gesamte Zeitplan wurde entsprechend angepasst.

Vorentwurfsplanung

Am 26. Oktober 2023 fand eine Informationsveranstaltung zur geplanten Erweiterung statt. Bürgermeister Christian Vogel hat gemeinsam mit der SÖR-Projektleitung und dem planenden Architekturbüro „toponauten Landschaftsarchitektur GmbH“ den Vorentwurf der Planungen sowie den Zeitplan vorgestellt.


Zeitplan

März 2023

Abstimmung im SÖR-Werkausschuss über Vergabe der Planungsleistung

bis August 2023

Vorentwurfsplanung

Herbst 2023

Bürgerbeteiligung

Oktober 2023 bis Februar 2024

Abriss der Pinselfabrik

2024

Entwurfsplanung

Herbst 2025

Baubeginn

2026

Planung und Bau Spielplatz


Abbruch der Pinselfabrik

Vorbereitung: Baumpflegearbeiten mit ökologischer Baubegleitung

Von Mittwoch bis Freitag, 4. bis 13. Oktober 2023, werden Baumpflegemaßnahmen und Baumfällungen als Vorbereitung für den Abbruch der Pinselfabrik durchgeführt. Es werden sieben Bäume entfernt, die im unmittelbaren Abbruchbereich stehen. Die gefällten Bäume werden durch die gleiche Anzahl an Neupflanzungen ausgeglichen. Es sind dies vier zum Teil mehrstämmige Götterbäume im Innenhof und an der Südwand der Fabrik mit Stammumfängen von 22 bis 122 Zentimetern. Weiter werden zwei Robinien mit einem Stammumfang von 85 und 66 Zentimetern sowie ein Bergahorn mit einem Stammumfang von 107 Zentimetern entfernt.

Im Vorfeld der geplanten Baumfällungen wurde im Jahr 2022 ein Gutachten zur Zustandsbewertung der Bäume erstellt. Dabei wurde besonders das Vorkommen von wildlebenden Tieren und deren Lebensstätten geprüft. Um den Verlust von Bäumen auszugleichen, die als Lebensraum dienen können, werden Fledermaus- und Vogelnistkästen aufgehängt. Bei 18 Bäumen in Gebäudenähe wird ein Kronenrückschnitt notwendig, um deren Erhalt nach dem Abbruch zu sichern. Während der Fällungen und zu Beginn des großflächigen Abbruchs erfolgt eine ökologische Baubegleitung.

Abbrucharbeiten ab Oktober 2023

Der Abbruch der Haupt-, Neben- und Lagergebäude des ehemaligen Pinselfabrikareals in der Johannisstraße 41 erfolgt von Anfang Oktober 2023 bis Februar 2024. Das historische, denkmalgeschützte Vorderhaus, Johannisstraße 41, ist nicht Teil des Projekts und bleibt erhalten. Der Abbruch erfolgt von Süden nach Norden. Die dicht mit Efeu bewachsene östliche Gebäudemauer an der Grundstücksgrenze bleibt in der Höhe des Lagergebäudes komplett erhalten, da sie einen wichtigen Lebensraum für Vögel und Insekten bietet.

Parkplatzsperrung Riesenschritt / Johannisstraße

Für die Vorarbeiten und die Ausführung der Abbrucharbeiten wird der Parkplatz vor dem Spielplatz Riesenschritt als Baueinrichtungsfeld benötigt. Er ist deshalb für die gesamte Zeit von Anfang Oktober 2023 bis Februar 2024 gesperrt. Außerdem werden auf einer Länge von etwa 30 Metern auf Höhe der Johannisstraße 39 – vor der Einfahrt in die Stichstraße zum Baufeld – Parkplätze gesperrt, um eine gute Baustellenzufahrt zu gewähren. Der Fuß- und Radweg Richtung Riesenschritt bleibt nutzbar.


Experten-Hearing zur Gestaltung

SÖR hat am 12. April 2022 ein Online-Experten-Hearing zu der geplanten Erweiterung der Hesperidengärten durchgeführt. Rund 150 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an der zwei Stunden dauernden sachlichen und für alle Seiten informativen Veranstaltung teil.

Hearing zeigt: Neuer Hesperidengarten bietet Chance für Einzigartiges

Das Expertengremium setzte sich zusammen aus Ferdinand Hirschfelder (1. Vorsitzender Bürgerverein St. Johannis-Schniegling-Wetzendorf e.V.), Jochen Martz (Landschaftsarchitekt Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur), Gerhard Arnold (stellvertretender Geschäftsführer Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg) und Prof. Gerd Aufmkolk (Landschaftsarchitekt WGF Nürnberg GbR). Kurzfristig verhindert waren Prof. Dr. Iris Lauterbach (Gartenhistorikerin Zentralinstitut für Kunstgeschichte München) und Dr. Claudia Maué (Stadtheimatpflegerin). Der fachliche Diskurs wurde ergänzt durch Oberbürgermeister Marcus König sowie Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Christan Vogel, geladene Stadtratsmitglieder und einige ausgewählte weitere Experten als Sachverständige im Plenum.

Hervorgegangen ist eine angeregte, sachliche und zielorientierte Diskussion zwischen Expertengremium und dem versammelten Plenum. Zahlreiche konstruktive Fragen von Zuschauerinnen und Zuschauern, die online dabei waren, gingen ein und wurden an die Experten zur Beantwortung weitergereicht. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits bei der Bewertung der Hesperidengärten: Sie sind einzigartig. Allein die Begrifflichkeit ist nirgends sonst auf der Welt zu finden. Aber auch die Tatsache und Möglichkeit, dass diese ehemaligen Gärten am originalen Standort durch die Öffentlichkeit wieder erlebt werden können, ist und bleibt ein Glücksfall.

Oberbürgermeister Marcus König freut sich über die Gartenerweiterung: „Es werden mit dem neuen Hesperidengarten mehr als 2 000 Quadratmeter Fläche entsiegelt und somit wird viel Grünraum und Freiraum für die Bürgerinnen und Bürger geschaffen. Ziel ist es, ein Stück Natur zurück in die Stadt zu holen.“

Das Für und Wider der Historie und deren Bedeutung für eine Gestaltung des vierten Hesperidengartens wurden erörtert. Wichtige Informationen zur Gestaltung der Nürnberger Gärten gingen hervor: Klassische Barockgärten, wie man sie sich vorstellt, gab es in Nürnberg nicht. Es waren Nutzgärten mit Obst und Gemüse. Die bestehenden Gärten sind keineswegs Rekonstruktionen des historischen Zustands. Sie sind – frei interpretiert nach den damaligen Vorstellungen der 1980er Jahre –Stilgärten nach Nürnberger Interpretation. In gewisser Weise sind sie also auch hier schon eine Neugestaltung der Gärten.

Anhand der unterschiedlichen Expertenmeinungen ergibt sich eine klare Richtung, wie mit dem neuen, dem vierten Hesperidengarten, umgegangen werden sollte: Die Historie beachten, aber nicht daran festklammern. Auch unter Beachtung der Geschichte, die selbst ständigem Wandel unterlag, kann Neues entstehen. Als Richtschnur sollte die ursprüngliche Idee der früheren Gärten und der Hesperidenkultur Nürnbergs dienen: Es war die Idee eines bürgerlichen Gartens an historischem Ort als Rückzugsraum, als Ruhezone und Möglichkeit, in eine andere Welt inmitten der Stadt einzutauchen. Die historische Idee der Hesperiden dienen als Leitplanken für eine respektvolle Gestaltung, die aber nicht scheuklappenartig neue Gedanken ablehnt. Ziel ist eine neue Interpretation der Nürnberger Gartengeschichte, bei der auch der Erhalt des derzeitigen Baumbestands eine wichtige Rolle spielen wird. Diese Sicht war die Essenz aus der Expertenanhörung.

Die Ergebnisse werden nun umfassend aufbereitet und bilden die Grundlage der weiteren Gestaltung.

Hier können Sie die Veranstaltung nochmals ansehen

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Sanierung der bestehenden Hesperidengärten 2021

Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg hat 2021 die Hesperidengärten in St. Johannis saniert. Herzstück der Sanierung war der Einbau einer steuerbaren Beregnungsanlage, mit der das Wässern insbesondere während der heißen Sommermonate erleichtert und verbessert wird. Darüber hinaus wurden rund 3 000 Heckenpflanzen gesetzt und rund 2 000 Quadratmeter Rollrasen verlegt. Die Kosten für die Maßnahme betrugen insgesamt rund 380 000 Euro. Veränderungen an der grundlegenden Struktur der Gärten hat es nicht geben, das vertraute Grundgerüst der Gärten blieb bestehen.

Erleichterungen in Unterhalt und Pflege
Herzstück der Sanierung war der Einbau einer steuerbaren Beregnungsanlage, mit der das Wässern insbesondere während der heißen Sommermonate erleichtert und verbessert wird. Dank der Regneranlage können die Hesperidengärten nun auch in den Abend- und Nachtstunden ohne Publikumsverkehr gezielt bewässert werden. Dies entlastet die SÖR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, so dass die Beregnungsanlage langfristige Vorteile für den Unterhalt mit sich bringt.

Barrierefreiheit
Am Eingang Süd / Riesenschritt wurde im Bereich der Steigung geschnittenes Pflaster verlegt, welches von Menschen mit Rollstühlen und Rollatoren erschütterungsfrei befahren werden kann. Die Barrierefreiheit wurde somit verbessert.
Im Dezember 2019 hat SÖR bereits am Übergang des Gartens Johannisstraße 47 zum Innenhof eine Rampe eingebaut, die den Innenhof barrierefrei zugänglich macht. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurden nun auch die beiden benachbarten Gärten im Norden der Anlage mit einer Rampe verbunden, so dass nun alle Gärten untereinander ohne Treppen und barrierefrei erreichbar sind.


Frühlingsimpressionen

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