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Umgestaltung der Rechenberganlage

Im August 2020 ging es los

Der erste Bauabschnitt seit August 2020 bis April 2021 betrifft die Welser- und Nettelbeckstraße und Ballspielfläche
Seit Anfang August 2020 wird im ersten Bauabschnitt ein neuer Parkeingang angrenzend an die Welserstraße geschaffen. Beidseitig von Heckenkörpern gerahmt, führen nördlich und südlich großzügige Promenaden in den Park. In deren Mitte spannt sich eine weitläufige baumüberstandene Fläche auf, die einen Filter zwischen der westlich angrenzenden Fitness- und Aufenthaltsfläche für Jung und Alt und dem östlich anschließenden Ballspielfeld bildet.
Durch die Ausarbeitung eines ebenen Ballspielfeldes wird im östlichen Bereich des Spielfeldes in Teilbereichen eine Sitzkante herausbildet. Diese Einfassungsmauer bildet gleichzeitig das Fundament des Ballfangzaunes. Ein neuer lärmmindernder Belag sowie ebenfalls lärmmindernde Materialien für den Ballfangzaun steigern die Sozialverträglichkeit des im Bebauungsplan festgesetzten Bolzplatzes zukünftig.

Das bestehende Basketballfeld taucht in neuer Lage westlich des Ballfangkäfigs wieder auf. Die Fitness- und Aufenthaltsfläche blendet mit der an den Heckenkörper angelagerten Spielwand den Verkehr der Welserstraße weitestgehend aus. Gleichzeitig fungiert die Wand mit daran befestigten Barren-, Hangel- und Klimm- Elementen als Fitness- oder Parcoursgerät. Zusätzlich schälen sich an einigen Stellen Sitzelemente aus der Mauer, die für die nötige Aufenthaltsqualität sorgen. Um auch Senioren die Möglichkeit der körperlichen Betätigung zu ermöglichen, sind einzelne Fitnessgeräte für ältere Menschen vorgesehen, mit welchen vor allem einfache Arm- und Beinbewegungsübungen möglich sind.

Der Rechenberg mißt 338 Meter ü.M.

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Der Plan zeigt es: Es werden neue Wegeverbindungen hergestellt und die bereits bestehenden Wege verbessert. Die Ausbildung von attraktiven grünen Räumen ("Zimmer") mit verschiedenen Nutzungsangeboten war das Kernstück der Überlegungen der Landschaftsarchitekten, die sich das ausgeprägte Gefälle des Geländes zunutze machten.

On the top of the hill - die Sternwarte Nürnberg

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Auf der zweitgrößten Erhebung des Nürnberger Stadtgebiets befindet sich im Stadtteil St. Jobst die Regiomontanus-Sternwarte, die ehrenamtlich betrieben wird. Sie liefert die Grundideen für die neuen Spieleinrichtungen, die im zweiten Bauabschnitt für die kleinsten Nutzerinnen und Nutzer des Rechenbergs geschaffen werden: Raketen, Sternbilder und ferne Planeten.

Ludwig Andreas Feuerbach

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Ludwig Andreas Feuerbach (1804-1872), Philosoph und Ideengeber für die Bewegung des Vormärz 1848, lebte ab 1859 auf einem als Sommerwohnsitz erbauten Herrenhaus am Rechenberg. Auf dem Nürnberger Johannisfriedhof befindet sich seine Grabstätte, die wiederum von dem Nürnberger Industriellen Theodor von Cramer-Klett gestiftet wurde. Das Kenotaph sowie eine Büste für Ludwig Feuerbach auf dem Rechenberg erinnern an sein Lebenswerk und werden im Zuge des dritten Bauabschnitts in die behutsame Sanierung der Grünanlage durch Sör mit einbezogen.

Prägend ist das Gefälle des Rechenbergs

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Der wertvolle alte Baumbestand und die Rasenflächen des Rechenbergs bilden weiterhin das Kernstück des Parks - hier in Blickrichtung der Welserstraße. Von dem quirligen Stadtteil Schoppershof hinter der Welserstraße ist an diesem Standort nichts zu erahnen.

Die Bürgerbeteiligung

Anwohner und andere Interessierte waren eingeladen, ihre Ideen und Anregungen für diese Grünanlage einzubringen. Die Auftaktveranstaltung fand am 16. Oktober 2018 statt, ergänzt wurde sie durch eine Veranstaltung speziell für Kinder und Jugendliche am 2. Oktober 2018. Hier stand vor allem die Weiterentwicklung der Spieleinrichtungen im Mittelpunkt.

Viele Ideen und Anregungen sind in die weitere Planung eingeflossen. Die Entwurfs- und Abschlusspräsentation erfolgte am 5. Februar 2019, am 20. März 2019 fand die zweite Kinder- und Jugendbeteiligung statt.

Jetzt liegt der Abschlussbericht zur Bürgerbeteiligung vor. Er zeigt und erläutert ausführlich die Planungen für die Umgestaltung und zeichnet die einzelnen Schritte und Inhalte der Bürgerbeteiligung nach.

Wesentliche Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung

Gemeinsamer Wunsch war, dass Ausdehnung, Größe und Baumbestand erhalten bleiben und dass die Park-Ränder mit dichtem Strauchwerk erneuert werden. Das zur Zeit transitartige Wegesystem soll von einer neuen Rundweg-Struktur abgelöst werden: Die Ost-West-Ausrichtung der Anlage wird eine sonnige „Winterpromenade“ an der Nordseite sowie eine schattige „Sommerpromenade“ an der Südseite ermöglichen.

Ein Postulat der Bürgerinnen und Bürger auf der Bürgerbeteiligung war es auch, eine
interessante Raumabfolge für verschiedene Nutzergruppen wie z. B. Joggende, Kinder sowie auf Gehhilfen angewiesene Menschen in die bestehende Grünanlage zu bringen: Ein Wechsel von engen Stellen und Orten mit Aktivitäten, ein lichter Baumhain, eine Lichtung, natürliche Heckenbereiche und dichtes Strauchwerk führen zu einer ansprechenden Raumqualität.

Die Promenaden werden mit verschiedenen Vegetationsformen und Nutzungsmöglichkeiten aufgewertet, u.a. mit Arealen für blühende Blumen, darunter die spezielle Blütenmischung „Nürnberger Blauen Bienen-Paradies“. Die Erweiterung des Rodelhügels sowie eine Optimierung der Wegeverbindungen in Richtung Barrierefreiheit stehen ebenfalls auf dem Sanierungsprogramm.

Eine klare Wegeführung soll vor allem das Plateau besser erlebbar machen und
an den Highlights des Rechenbergs vorbeiführen. Im unteren Bereich an der Welserstraße (Basketballplatz / Fußballplatz) wird der bestehende Bolzplatz saniert und ausgebaut, um das Defizit an Spielangeboten für Kinder und Jugendliche auszugleichen.

Am Rechenberg entsteht ein schäins Blädzla

Am Rechenberg entsteht ein "schäins Blädzla".

Es rührt sich etwas am Rechenberg

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Den Auftakt der behutsamen Sanierung des Rechenbergs bilden eine neue, attraktive Eingangssituation in den Park von der Welserstraße her sowie neue Spiel- und Sporteinrichtungen, die von Schoppershof her gut erreichbar sind.

Präsentation der Planungen für den Rechenberg

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Präsentation der Planungen für den Rechenberg bei der Abschlussveranstaltung der Bürgerbeteiligung.

Zur Geschichte des Rechenbergs

Der Rechenberg bildet intensiv die Stadtgeschichte ab. Von ihm herab beschoss
1552 der Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach von seiner Geschützstellung aus erfolglos die Reichsstadt Nürnberg. Exakt 307 Jahre später wählte der berühmte Philosoph Ludwig Feuerbach den Rechenberg als beschaulichen dauerhaften Wohnsitz.

Die Höhe des Rechenbergs mit knapp 380 m ü.d.M. prädestiniert ihn zudem als Standort für Himmelsbeobachtung. Deshalb hat die Regiomontanus-Sternwarte seit 1931 ihren Sitz auf dem höchsten Punkt des Rechenbergs. Zum feierlichen Abschluss ihrer Kernsanierung im Jahr 2004 wurde sogar ein Kleinplanet auf den Namen „Nürnberg“ getauft.

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