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Umgestaltung der Rechenberganlage läuft

Am 15. März 2021 haben wir mit den Bauabschnitten zwei und drei für die Umgestaltung der Rechenberganlage begonnen. Zum einen wird jetzt das Spielplatzareal erweitert und grundlegend saniert. Zum anderen wird das Wegesystem umgestaltet: Hier werden neue Beziehungen hergestellt und alte verbessert, sodass künftig auch Rundwege nutzbar sind, was bisher kaum möglich war.

Die beiden Bauabschnitte werden in einem Zug durchgeführt. Damit können die Wegebeziehungen – mit kleinen Umwegen – während der Sanierung erhalten bleiben. Der Ballspielplatz bleibt offen und bespielbar. Die Arbeiten sollen bis Ende Oktober abgeschlossen werden.

Der Rechenberg mißt 338 Meter ü.M.

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Der Plan zeigt es: Es werden neue Wegeverbindungen hergestellt und die bereits bestehenden Wege verbessert. Die Ausbildung von attraktiven grünen Räumen mit verschiedenen Nutzungsangeboten war das Kernstück der Überlegungen der Landschaftsarchitekten, die sich das ausgeprägte Gefälle des Geländes zunutze machten.


2. Bauabschnitt

Der zweite Bauabschnitt umfasst die Kinder- und Kleinkinderspielfläche am nördlichen Rand des Plateaus. Hier werden neben Spielgeräten, Fallschutzoberflächen und Sitzeinfassungen auch die Wege zum Anschluss an die Promenade und das anliegende Rasenoval hergestellt. Die Areale für die Altersgruppen „null bis drei Jahre“ und „vier bis 14 Jahre“ schließen unmittelbar aneinander an; sie werden ergänzt um einen Bereich, der für Kinder jeden Alters nutzbar ist.


3. Bauabschnitt

Im dritten Bauabschnitt wird unter anderem der Aussichtspunkt um das Feuerbach-Ehrengrabmal um ein neues Holzdeck ergänzt, das westlich des Denkmals zum Sitzen einlädt. Der Mittelweg im Rodelhang wird zurückgebaut, dafür wird ein neuer dezentraler Erschließungsweg am nördlichen Parkrand hergestellt: die sonnige Winterpromenade.


Abgeschlossen: der 1. Bauabschnitt

Der erste Bauabschnitt wurde im Juni 2021 abgeschlossen; jetzt können die Spielangebote an der Welserstraße - Parkour, Basketball, Fußballkäfig - genutzt werden.

Dieser Bauabschnitt begann im August 2020. Der Parkbereich an der Welserstraße wurde nebst Fitnessgeräten, Ballspielfläche mit Ballfangzaun sowie Sitz- und Spielmauer neugestaltet, ebenso die begleitenden Promenaden mit Heckenpflanzung.

Angrenzend an die Welserstraße wurde ein neuer Parkeingang geschaffen. Beidseitig von Heckenkörpern gerahmt, führen nördlich und südlich großzügige Promenaden in den Park. In deren Mitte spannt sich eine weitläufige baumüberstandene Fläche auf, die einen Filter zwischen der westlich angrenzenden Fitness- und Aufenthaltsfläche für Jung und Alt und dem östlich anschließenden Ballspielfeld bildet.

Durch die Ausarbeitung eines ebenen Ballspielfeldes ist nun im östlichen Bereich des Spielfelds in Teilbereichen eine Sitzkante herausgebildet. Diese Einfassungsmauer ist gleichzeitig das Fundament des Ballfangzaunes. Ein neuer lärmmindernder Belag sowie ebenfalls lärmmindernde Materialien für den Ballfangzaun steigern zukünftig die Sozialverträglichkeit des im Bebauungsplan festgesetzten Bolzplatzes.

Das bestehende Basketballfeld taucht in neuer Lage westlich des Ballfangkäfigs wieder auf. Die Fitness- und Aufenthaltsfläche blendet mit der an den Heckenkörper angelagerten Spielwand den Verkehr der Welserstraße weitestgehend aus. Gleichzeitig fungiert die Wand mit daran befestigten Barren-, Hangel- und Klimm-Elementen als Fitness- oder Parkourgerät. Zusätzlich schälen sich an einigen Stellen Sitzelemente aus der Mauer, die für die nötige Aufenthaltsqualität sorgen. Um auch Senioren die Möglichkeit der körperlichen Betätigung zu ermöglichen, gibt es Fitnessgeräte für ältere Menschen, mit denen vor allem einfache Arm- und Beinbewegungsübungen möglich sind.


Verjüngung des Baumbestands

Im Zuge der Sanierung müssen elf Bäume entfernt werden. Damit der Verlust der Bäume ausgeglichen wird, wurden bereits 2019 vor Ort Großbäume gepflanzt. Darunter waren auch fünf Baumhaseln vom Hallplatz in der Altstadt, die aufgrund der Erneuerung des City-Points entfernt werden mussten. Als weiterer Ersatz werden Großsträucher und
neun Bäume gepflanzt. Ziel ist es auch, den Baumbestand innerhalb der Grünanlage zu verjüngen.

Dazu kommen Wildhecken und Schnitthecken sowie Blühwiesen und Zwiebelpflanzen, die vor allem im zeitigen Frühjahr für einen ersten Blühakzent sorgen. Insbesondere die Pflanzflächen entlang der Promenaden am Rande der Rechenberganlage schaffen einen
harmonischen Übergang zwischen den einzelnen Abschnitten der Anlage und verbinden diese mit dem umliegenden Quartier.

Prägend ist das Gefälle des Rechenbergs

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Der wertvolle alte Baumbestand und die Rasenflächen des Rechenbergs bilden weiterhin das Kernstück des Parks - hier in Blickrichtung der Welserstraße. Von dem quirligen Schoppershof hinter der Welserstraße ist an diesem Standort nichts zu erahnen.


Die Bürgerbeteiligung

Zwischen Oktober 2018 und März 2019 waren Anlieger und andere Interessierte sowie Kinder und Jugendliche eingeladen, ihre Ideen und Anregungen für diese Grünanlage einzubringen. Zahlreiche Ideen und Anregungen aus diesen Veranstaltungen sind in die weitere Planung eingeflossen.

Anlässlich des Beginns der Bauabschnitte 2 und 3 betont Bürgermeister und erster SÖR-Werkleiter Christian Vogel die umfangreiche Bürgerbeteiligung bei diesem Projekt: „In insgesamt sechs Veranstaltungen haben Kinder und Jugendliche sowie die Bürgerinnen
und Bürger ihre Ideen und Vorstellungen zur Gestaltung der Rechenberganlage eingebracht. Ich danke noch einmal für die rege Beteiligung und freue mich, dass wir in allen Bereichen Anregungen in die Planung aufnehmen konnten: von der Gestaltung des Sandspielplatzes der Kleinsten bis hin zur Schaffung von Sichtachsen durch ein
vorsichtiges Ausdünnen der Vegetation. Auch die farbliche Unterscheidung der Spielareale für die einzelnen Altersklassen war ein Wunsch, der aus einer Kinderveranstaltung kam. Der Rechenberg ist eine Grünanlage für alle – deshalb werden auch die Wünsche der unterschiedlichen Nutzergruppen umgesetzt, wo es eben geht.“

Ein Abschlussbericht zur Bürgerbeteiligung zeigt und erläutert ausführlich die Planungen für die Umgestaltung und zeichnet die einzelnen Schritte und Inhalte der Bürgerbeteiligung nach.

Zahlreiche Wünsche aus der Bürgerbeteiligung aufgenommen

Gemeinsamer Wunsch war, dass Ausdehnung, Größe und Baumbestand erhalten bleiben und dass die Park-Ränder mit dichtem Strauchwerk erneuert werden. Das bisher transitartige Wegesystem wird von einer neuen Rundweg-Struktur abgelöst: Die Ost-West-Ausrichtung der Anlage wird eine sonnige „Winterpromenade“ an der Nordseite sowie eine schattige „Sommerpromenade“ an der Südseite ermöglichen.

Ein Postulat der Bürgerinnen und Bürger auf der Bürgerbeteiligung war es auch, eine
interessante Raumabfolge für verschiedene Nutzergruppen wie z. B. Joggende, Kinder sowie auf Gehhilfen angewiesene Menschen in die bestehende Grünanlage zu bringen. Ein Wechsel von engen Stellen und Orten mit Aktivitäten, ein lichter Baumhain, eine Lichtung, natürliche Heckenbereiche und dichtes Strauchwerk führen nun zu einer ansprechenden Raumqualität.

Die Promenaden werden mit verschiedenen Vegetationsformen und Nutzungsmöglichkeiten aufgewertet, unter anderem mit Arealen für blühende Blumen, darunter die spezielle Blütenmischung „Nürnberger Blauen Bienen-Paradies“. Die Erweiterung des Rodelhügels sowie eine Optimierung der Wegeverbindungen in Richtung Barrierefreiheit stehen ebenfalls auf dem Sanierungsprogramm.

Eine klare Wegeführung soll vor allem das Plateau besser erlebbar machen und
an den Highlights des Rechenbergs vorbeiführen. Im unteren Bereich an der Welserstraße (Basketballplatz / Fußballplatz) wird der bestehende Bolzplatz saniert und ausgebaut, um das Defizit an Spielangeboten für Kinder und Jugendliche auszugleichen.

Was wird umgesetzt? - Bürgerbeteiligung

  • Einbeziehung der Sternwarte durch Einrichtung des Planetenrundwegs,
  • Blühwiese und Staudenflächen,
  • Pflanzung von Geophyten,
  • vielfältige Heckenstrukturen mit Totholzbereichen,
  • Ausgleich der Baumfällungen, um Bestand zu verjüngen,
  • Mehrgenerationenbereich mit Geräten,
  • zum Teil asphaltierte Wegeflächen,
  • vielfältige Sitzmöglichkeiten,
  • Vermeidung von Verschmutzung durch Erhöhung der Pflegeklasse.

Was wird umgesetzt? - Kinderbeteiligung

Fast alle Wünsche aus der Kinderbeteiligung sind in die Planung integriert worden, vor allem der Wunsch nach "ganz viel zum Klettern". Auch eine Trocken-Toilette wird kommen. Lediglich Spielgelegenheiten mit Wasser können nicht umgesetzt werden.

  • Kugelmeteorit (als Baumhaus) und Raketenhütte zum Verstecken,
  • Teil-Tunnelrutsche,
  • Rutschstange,
  • Nestschaukeln,
  • Wippen,
  • großer Fußballplatz,
  • Gurtsteg,
  • Wippen,
  • Seilbahn,
  • großer Sandspielbereich.

Was wird umgesetzt? - Jugendbeteiligung

Auch fast alle Wünsche aus der Jugendbeteiligung werden umgesetzt. Ein Unterstand, eine Beleuchtung und Überdachung des Bolzplatzes sowie weitere Bank-Tisch-Kombinationen lassen sich zwar leider nicht verwirklichen, dafür aber:

  • verschiedene Sitzgelegenheiten,
  • Parkour-ähnliche Geräte,
  • Tischtennisplatte,
  • mehr Mülleimer,
  • Sanierung des Basketballbereichs (der Belag wird jetzt erneuert),
  • Sanierung des Bolzplatzes (Zaun und Belag; erfolgt in den nächsten Jahren durch den SÖR-Unterhalt).

Zur Geschichte des Rechenbergs

Ludwig Andreas Feuerbach

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Ludwig Andreas Feuerbach (1804-1872), Philosoph und Ideengeber für die Bewegung des Vormärz 1848, lebte ab 1859 auf einem als Sommerwohnsitz erbauten Herrenhaus am Rechenberg. Auf dem Nürnberger Johannisfriedhof befindet sich seine Grabstätte, die wiederum von dem Nürnberger Industriellen Theodor von Cramer-Klett gestiftet wurde. Das Kenotaph sowie eine Büste für Ludwig Feuerbach auf dem Rechenberg erinnern an sein Lebenswerk und werden im Zuge des dritten Bauabschnitts in die behutsame Sanierung der Grünanlage durch SÖR mit einbezogen.

Der Rechenberg bildet intensiv die Stadtgeschichte ab. Von ihm herab beschoss
1552 der Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach von seiner Geschützstellung aus erfolglos die Reichsstadt Nürnberg. Exakt 307 Jahre später wählte der berühmte Philosoph Ludwig Feuerbach den Rechenberg als beschaulichen dauerhaften Wohnsitz.

Die Höhe des Rechenbergs mit knapp 380 m ü.d.M. prädestiniert ihn zudem als Standort für Himmelsbeobachtung. Deshalb hat die Regiomontanus-Sternwarte seit 1931 ihren Sitz auf dem höchsten Punkt des Rechenbergs. Zum feierlichen Abschluss ihrer Kernsanierung im Jahr 2004 wurde sogar ein Kleinplanet auf den Namen „Nürnberg“ getauft.

On the top of the hill - die Sternwarte Nürnberg

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Auf der zweitgrößten Erhebung des Nürnberger Stadtgebiets befindet sich im Stadtteil St. Jobst die Regiomontanus-Sternwarte, die ehrenamtlich betrieben wird. Sie liefert die Grundideen für die neuen Spieleinrichtungen, die im zweiten Bauabschnitt für die kleinsten Nutzerinnen und Nutzer des Rechenbergs geschaffen werden: Raketen, Sternbilder und ferne Planeten.

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