Nuernberg, 26. September 2008: Kettensteg

Servicebetrieb Öffentlicher Raum


Neugestaltung der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg

SÖR gestaltet die Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg neu. Die Grünanlage gliedert und prägt mit ihrem Baumbestand das Quartier Langwasser Südost, ist jedoch nach über 40 Jahren ohne Sanierung in die Jahre gekommen. Deshalb erfolgte eine Überplanung, die sowohl ökologische und klimatische als auch gestalterische und funktionale Aspekte berücksichtigt.

Erster Bauabschnitt fertiggestellt

SÖR hat den Zentralen Platz in der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg fertiggestellt. Das Areal zwischen Dreifaltigkeitskirche, Jauerstraße und Ratiborstraße wurde als lebendiger und einladender Treffpunkt mit Platz-Charakter gestaltet und bietet vielfältige Möglichkeiten zum Verweilen für Menschen jeden Alters. Zusammen mit dem bereits im Sommer 2025 eröffneten neuen Spielplatz nordöstlich des Rodelbergs ist damit der erste Bauabschnitt der umfassenden Umgestaltung der rund 30 Hektar großen Grünanlage abgeschlossen.

Zahlreiche Sitzgelegenheiten stehen zur Nutzung zu Verfügung. Die Bänke sind sowohl einzeln als auch in Gruppen angeordnet und laden so zum entspannten Verweilen sowie zum sozialen Miteinander ein. Verschiedene Möglichkeiten, miteinander zu spielen, bieten eine neue Boulebahn, Bodenschach und mehrere Spieltische. Die große zentrale Mitte des Platzes ist mit Bodensprudlern versehen, die ab Mai, pünktlich zum Start der Brunnensaison, in Betrieb genommen werden.

Dieser neue Bodensprudelbrunnen wird größtenteils mit gefiltertem und aufbereitetem Regenwasser betrieben. Hierfür wird das Regenwasser des angrenzenden 700 Quadratmeter großen Kirchendachs der Dreifaltigkeitskirche in einer unterirdischen Zisterne gesammelt. Bei ausreichender Wassermenge dient das gesammelte Wasser zudem zur Bewässerung der Bäume in der Grünanlage. Überschüssiges Niederschlagswasser, das die Zisterne nicht aufnehmen kann, wird in eine Versickerungsrigole im Wurzelbereich der alten Parkbäume geleitet. Diese Maßnahmen tragen zum Erhalt des wertvollen Baumbestands bei und fördern eine ökologisch nachhaltige Pflege der Grünanlage.

Die Wege wurden neu geordnet. Aus ökologischen Gründen wurden dabei Wege zurückgebaut oder durch Umbau von Asphaltbelägen in wassergebundene Decken entsiegelt. Diese sind bei trockenem Wetter barrierefrei und können problemlos mit Rollstühlen und Gehhilfen befahren werden. Eine ganzjährige Barrierefreiheit kann jedoch nicht gewährleistet werden, da diese Flächen im Winter bei Frost und Schnee nicht geräumt werden können. Es bleibt jedoch möglich, Grundstücke, Bushaltestellen und das Frankenzentrum auf geräumten, eisfreien und beleuchteten Wegen zu erreichen. Dies gilt auch für die wichtigsten Verbindungen zwischen allen Nachbarschaften.

Zudem wurden nicht nur Sitzmöglichkeiten am Zentralen Platz, sondern auch in den angrenzenden Bereichen der Grünanlage geschaffen. Der westliche Eingang zur Grünanlage von der Glogauer Straße aus wurde ebenfalls aufgewertet und wird künftig als attraktiver Eingangsbereich in den Park dienen. Die Blickachse zum Zentralen Platz wird durch besondere Gehölzstrukturen betont, die vor allem die Herbstzeit mit ihren Früchten und dem Blattschmuck in den Vordergrund stellen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Parks, von der Gleiwitzer Straße aus, wurde der Übergang in den Reichswald verbessert und die Eingangssituation in den Park ebenfalls verschönert und aufgewertet.

Entlang der gesamten Querverbindung zwischen Gleiwitzer Straße und Glogauer Straße, die über den neuen Zentralen Platz führt, finden sich Sitzmöglichkeiten in kurzen Abständen, somit ist sie auch für ältere Nutzerinnen und Nutzer besonders einladend gestaltet.

  1. Zentraler Platz mit Bodensprudler

    Sör hat den Zentralen Platz in der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg fertiggestellt, Bild © Kathrin Lehnerer / Stadt Nürnberg
  2. Unterschiedliche Sitzmöglichkeiten

    Sör hat den Zentralen Platz in der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg fertiggestellt, Bild © Kathrin Lehnerer / Stadt Nürnberg
  3. Spieltische laden zum sozialen Miteinander ein

    Sör hat den Zentralen Platz in der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg fertiggestellt, Bild © Kathrin Lehnerer / Stadt Nürnberg

Im Rahmen der Umgestaltung der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg wurde als erster Meilenstein ein rund 4.500 Quadratmeter großer, inklusiver Kinderspielplatz fertiggestellt. Am Montag, 28. Juli 2025, haben Oberbürgermeister Marcus König sowie Bürgermeister und Erster SÖR­-Werkleiter Christian Vogel den Kinderspielplatz feierlich eröffnet und der Öffentlichkeit übergeben.

  1. Kleinkindbereich

    Erster Meilenstein der Umgestaltung der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg erreicht: Neuer inklusiver Kinderspielplatz eröffnet, Bild © Kathrin Lehnerer / Stadt Nürnberg
  2. Doppelseilbahn

    Erster Meilenstein der Umgestaltung der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg erreicht: Neuer inklusiver Kinderspielplatz eröffnet, Bild © Kathrin Lehnerer / Stadt Nürnberg
  3. Inklusives Karussell

    Erster Meilenstein der Umgestaltung der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg erreicht: Neuer inklusiver Kinderspielplatz eröffnet, Bild © Kathrin Lehnerer / Stadt Nürnberg
  4. Sofort wird alles ausprobiert

    Erster Meilenstein der Umgestaltung der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg erreicht: Neuer inklusiver Kinderspielplatz eröffnet, Bild © Kathrin Lehnerer / Stadt Nürnberg
  5. Feierliche Eröffnung

    Erster Meilenstein der Umgestaltung der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg erreicht: Neuer inklusiver Kinderspielplatz eröffnet, Bild © Kathrin Lehnerer / Stadt Nürnberg

Die inklusive Gestaltung des Spielplatzes ist das Ergebnis einer konsequent verfolgten Strategie zur gleichberechtigten Teilhabe. Der Spielplatz im Ferdinand-Drexler-Weg ist Teil des Nürnberger Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Den Ersten Aktionsplan hat der Nürnberger Stadtrat im Dezember 2021 einstimmig beschlossen. Um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in Nürnberg zu verwirklichen, wurden und werden umfangreiche Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Folgerichtig wurden 2022 konkrete Mindestanforderungen an Qualität und Inklusion bestimmt, die künftig bei allen Planungen umzusetzen sind.

Wie diese Leitlinien konkret umgesetzt wurden, zeigt sich in der durchdachten Ausgestaltung des Spielbereichs mit vielfältigen Zonen für unterschiedliche Altersgruppen. Der neue Spielbereich erstreckt sich entlang eines barrierefreien Zugangs zum bestehenden Rodelberg. Er umfasst vielfältige Spielzonen für unterschiedliche Altersgruppen: Für Kinder von drei bis sechs Jahren wurde eine großzügige Sandspielfläche mit Spielturm, Balancier- und Kletterelementen realisiert. Für betreuende Personen stehen direkt angrenzende Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren finden im oberen Bereich unter anderem einen Kletterparcours mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad sowie zwei große Klettertürme mit LED-beleuchteter Röhrenrutsche. Eine zentrale Bewegungszone mit Doppelseilbahn, inklusivem Karussell und Trampolinanlage ergänzt das Angebot. Der Schaukelbereich umfasst vier verschiedene Anlagen, darunter Nest- und Himmelsschaukeln sowie ein Pendelwippkarussell. Ein besonderes gestalterisches Element ist außerdem die farbig konzipierte Kletteranlage mit pädagogischem Mehrwert: Die Dächer erinnern an Baumkronen, in die farbige Blätter eingeprägt sind. Die Namen der jeweiligen Baumarten sind gut sichtbar angebracht und ermöglichen so einen spielerischen Zugang zur heimischen Baumkunde.

Zweiter Bauabschnitt

Im zweiten Bauabschnitt liegt der Fokus auf den Bedürfnissen von Jugendlichen, die sich aktiv in die Planung eingebracht haben. Geplant sind ein Beachvolleyballfeld, ein neu zugeschnittener Bolzplatz, ein Jugendunterstand, große Schaukeln, Teq-Ball-Platte, Disc-Golf-Bahnen, eine Calisthenics- und eine Parkour-Anlage, sowie ein Bikepark. Ergänzt wird das Angebot durch einen öffentlichen Allwetterplatz mit vier Basketballkörben und zwei Toren auf dem Areal der Georg-Ledebour-Schule. Zudem werden im zweiten Bauabschnitt 20 Hochstamm-Bäume gepflanzt, um das grüne Umfeld weiter aufzuwerten. Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt begannen im Februar 2026 und sollen baulich bis zum Jahresende feriggestellt werden. Nach Fertigstellungspflege soll der Bereich dann im Mai 2027 eröffnet werden. Die sukzessive Fertigstellung des gesamten Areals ist bis 2028/2029 vorgesehen

Zeitplan

Bauabschnitt 1

Planung Umsetzung

Wann:

2023 2024 / 2025

Bauabschnitt 2

Planung Umsetzung

Wann:

2024 2026 / 2027

Weitere Bauabschnitte

ab 2027

Durch den Bau einer 30 Quadratmeter großen unterirdischen Zisterne wird das Regenwasser des benachbarten 700 Quadratmeter großen Kirchendaches gesammelt und auf unterschiedliche Weise genutzt:

Mit dem gewonnenen Regenwasser wird ein neuer Bodensprudelbrunnen in der Parkanlage betrieben. Dazu wird das Wasser in der Brunnenanlage gefiltert und aufbereitet. Geplant ist ein wechselweiser Betrieb der Brunnenanlage mit Trinkwasser und Regenwasser.

Wenn ausreichend Wasser in der Zisterne vorhanden ist, wird es für die Wässerung der Bäume in der Grünanlage verwendet.

Das überflüssige Niederschlagswasser, welches die Zisterne nicht fassen kann wird in eine Versickerungsrigole im Wurzelbereich der bestehenden alten Parkbäume geleitet.

Die Grünanlage bietet auch wertvolle Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt, sie ist insgesamt für das Klima in der Stadt sehr wichtig. Ökologisch wertvolle Flächen sollen sich deshalb künftig durch alle Bereiche des Parks ziehen. Ein Wechsel aus stark genutzten intensiv gepflegten Flächen – Spiel- oder Liegeflächen – und extensiven, relativ naturnahen Bereichen wird die Diversität in der gesamten Anlage erheblich erhöhen. Unter anderem bieten Blühwiesen Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten, der Bereich am Langwassergraben wird als Feuchtbiotop weiterentwickelt.

In vielen Bereichen der Anlage befinden sich erhaltenswerte Einzelbäume, teilweise schon höheren Alters. Diese Bäume sollen bewahrt werden. Dazu ist es aber teilweise notwendig, die Bestände wieder frei zu schneiden und von Unterholz zu befreien. Zahlreiche nicht standfeste Gehölze – auch mit größeren Stammdurchmessern – müssen entfernt werden. Denn nur so können langfristig die Verkehrssicherheit und ein gesundes Wachstum in der Anlage sichergestellt werden.

Die Grünanlage hat eine hohe Bedeutung für die Frischluft in der Stadt. Aktuell bilden die durchgewachsenen Gehölzbestände Barrieren für den Kaltluftvolumenstrom. Durch die Öffnung dieser Barrieren wird ein Frischlufttransport vom umliegenden Reichswald in die angrenzenden Wohnquartiere und weiter in Richtung Stadtmitte ermöglicht. Deshalb müssen viele Gehölzbestände vollständig umgebaut oder komplett neu angepflanzt werden, vor allem im Bereich Reinerzer Straße, Striegauer Straße und Jauerstraße.

SÖR hat einen Masterplan zur Erneuerung der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg entwickelt. Auf Basis der vertiefenden Untersuchung "Stadterneuerung Langwasser - Südost" im Nachgang zum Integrierten Stadtentwicklungskonzepts "Nürnberg-Südost" von 2016 wurden Zielformulierungen für die Grün- und Freiflächen festgesetzt. Um die Ziele und Maßnahmen für die knapp 30 Hektar umfassenden Grünflächen zu konkretisieren und abzustimmen, wurde der Weg über einen Masterplan gewählt. Ab dem Winter 2019/20 wurden Stärken und Schwächen der Anlage analysiert und gemeinsam mit den Fachstellen sowie den Bürgerinnen und Bürgern Ziele und Maßnahmen konkretisiert. Eine Beteiligung der Anlieger und weiterer Interessengruppen erfolgte unter Federführung des Stadtplanungsamtes zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 2021. Zahlreiche Anregungen kamen dabei auch von den Naturschutzverbänden, dem Langwasserforum, dem Bürgerverein und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Kosten und Förderung

Die Gesamtkosten betragen rund acht Millionen Euro.

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt – Spielplatz und Zentraler Platz – belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Davon entfallen rund 2,5 Millionen Euro auf die Umgestaltung des Zentralen Platzes.

Das Projekt „Umgestaltung der Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg“ wird durch die Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Bayern im Bund-Länder-Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“, der erste Bauabschnitt mit 60 Prozent, der zweite Bauabschnitt mit 80 Prozent gefördert.

Städtebauförderung Logobalken, Bild © Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

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