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Der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis

Geschichte und Hintergründe

Nürnberg ist heute Stadt des Friedens und der Menschenrechte. Eine Auszeichnung symbolisiert das besonders eindrücklich: 60 Jahre nach der Verabschiedung der nationalsozialistischen Rassengesetze verlieh die Stadt Nürnberg am 17. September 1995 erstmals den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Der Preis ist eine Antwort auf die staatlich verordneten Menschenrechtsverbrechen während des Nationalsozialismus. Er setzt ein Zeichen, dass von Nürnberg niemals mehr andere Signale ausgehen dürfen als solche des Friedens, der Versöhnung, der Verständigung und der Achtung der Menschenrechte.

Der Preis ist mehr als eine Anerkennung für die Leistung der Ausgezeichneten: Er soll auch dazu beitragen, gefährdete Verteidiger der Menschenrechte zu schützen und andere zu ermutigen, sich ebenfalls zu engagieren. Die Stadt Nürnberg verleiht den Preis alle zwei Jahre an Einzelpersonen oder Gruppen.


Der Preisträger 2017: die Gruppe Caesar

„Caesar“ ist der Deckname eines ehemaligen syrischen Militärfotografen, der nach Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 den Auftrag hatte, Leichen von syrischen Soldaten und Oppositionellen zu fotografieren und diese Bilder systematisch zu archivieren.

Unter den Fotos sind 28.000 Bilder von Gefangenen, die in syrischen Gefängnissen durch Folter, Hinrichtungen, Krankheit, Unterernährung oder andere Misshandlungen getötet worden waren. Caesar litt massiv unter dem, was er täglich sah und erlebte. Er kopierte die Bilder heimlich und schmuggelte sie mit Hilfe von Unterstützern aus dem Gefängnis und aus dem Land.

Aus Sicherheitsgründen sind weder Gesicht noch Wohnort des Preisträgers bekannt. Die französische Journalistin Garance Le Caisne, die ihn interviewt und ein Buch zum Thema veröffentlicht hat, nimmt an seiner Stelle den Preis entgegen.


Die Friedenstafel

Seit 1999 ist es Tradition, dass sich die Nürnberger nach der Preisverleihung an einer Tafel zum gemeinsamen Mahl treffen und damit ein Zeichen für Frieden, Toleranz und die Achtung der Menschenrechte setzen. Die Nürnberger Friedenstafel erstreckt sich auch 2017 von der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße über die Straße der Menschenrechte, den Kornmarkt und den Hall­platz bis hin zur Königstraße.


Frühere Preisträger

Mit dem Preis zeichnet die Stadt Nürnberg Personen aus, die sich vorbildlich und unter hohem persönlichem Risiko für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. Wer den Preis erhält, entscheidet eine Jury jeweils im Jahr vor der Verleihung. Aktuell besteht dieses Gremium aus elf Mitgliedern. Ihm gehören namhafte Persönlichkeiten aus aller Welt an.

Der Preisträger 2015: Amirul Haque Amin

2015 erhielt der Menschenrechtler Amirul Haque Amin aus Bangladesch den Menschenrechtspreis für sein Engagement für die Arbeiter in der Textilbranche in Bangladesch. Seit über 30 Jahren unterstützt er sie, sich in Gewerkschaften zu organisieren, um die gesellschaftlichen Bedingungen in Bangladesch zu verbessern.


Die Preisträgerin 2013: Kasha Jacqueline Nabagesera

Im Jahr 2013 ging der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis an die Uganderin Kasha Jacqueline Nabagesera. Die damals 33-Jährige setzt sich in ihrem Land für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen ein.


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