„Das Lächeln von ... – Ein Land. Seine Menschen. Ihr Bier.“
Fränkische Lebenskunst in literarischen Portraits mit Bierfilzkunst-Unikat-Sammelsurium
Die ganze Welt reist nach Franken – seiner legendären Wirtshäuser, uralten Bierkeller und seiner echt handwerklichen Biere wegen. Man berauscht sich an einer Alltags- bzw. Volkskultur, die im übrigen Deutschland längst verschwunden ist und dort schmerzlich vermisst wird. Ja, diese Text- und Bierdeckelausstellung ist eine verspielte, hymnische Eloge auf ein real existierendes Paralleluniversum – auf eine Destination nostalgischer Sehnsüchte.
Im Zentrum stehen literarische Porträts von Bewohnern des oben genannten Paralleluniversums. Bier ist ihr Lebenselixier, das Wirtshaus ihr Wohnzimmer. Der Autor der Prosaminiaturen, Martin Droschke, weiß, wovon er erzählt, er hat etliche erfolgreiche Bücher über die fränkische, die altbayerische, die schwäbische, die badische und die österreichische Bierkultur verfasst. Er selbst ordnet die Porträts dem Genre der „Heiligenlegenden“ zu.
Die Bierdeckel wirken, als hätte der Künstler Oliver Heß sie nicht selbst gestaltet, sondern irgendwo gefunden. Genau dieser Eindruck ist beabsichtigt. Mit großer gestalterischer Vielfalt und viel Liebe zum Detail schafft Heß einzigartige Bierfilze, die ihren ganz eigenen Sog entwickeln. Dank der gestaltungstechnischen Variabilität und der Detailverliebtheit des Künstlers entwickeln die Unikate einen magischen Sog. Jeder Bierfilz erzählt Fantastisches – und zusammen ergeben sie nichts Geringeres als: Die Geschichten aus Tausendundeiner bei Bier und Presssack verhockten Nacht.
Begleitheft
Zur Ausstellung kann das in der Edition Blumen, Nürnberg 2023, erschienene Begleitheft „Das Lächeln von...“ zum Preis von 7,- € über deren Website erworben werden.
Geboren 1972 in Augsburg, studierte er Philosophie, Pädagogik und Geschichte in Erlangen. Anschließend war er rund zehn Jahre als freier Literaturkritiker und Kulturjournalist tätig, u. a. für den »Tagesspiegel«, die »taz« und die »Süddeutsche Zeitung«. Heute lebt er als freier Autor, Journalist und Konzeptkünstler in Coburg. Er ist Mitglied des Kunstlabels „Verwertungsgesellschaft“ und verfasst Bücher u. a. über fränkische Kultur, Kirchen und Biertraditionen.
1972 in Coburg geboren, studierte Oliver Heß Kommunikationsdesign in Nürnberg und arbeitete bis 2017 als Art Director in Werbeagenturen. 2014 gründete er mit Martin Droschke das Kunstlabel „Verwertungsgesellschaft“. Seit 2017 ist er Bereichsleiter Kultur der Volkshochschule Coburg. Seine künstlerische Arbeit bewegt sich spielerisch zwischen Typografie, Sprache und Konzeptkunst. 2005 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Coburg, 2022 den Coburger Medienpreis.