Kontrast Hilfe zur Nutzung dieser Seite

Wald in und um Nürnberg

Blick über den Nürnberger Reichswakl und den Schmausenbuckturm.

Bild vergrößern

Ein Waldspaziergang kann Wunder wirken und ist gesund. Aber nicht nur für die Naherholung ist der Wald in und um Nürnberg essentiell. Auch Klima und Naturschutz sind wichtige Faktoren. Zudem leben in den Wäldern viele geschützte oder seltene Tierarten. Im stadteigenen Forstbetrieb, der zum Tiergarten gehört, werden rund 230 Hektar innerstädtische Waldfläche gepflegt, die auf zahlreiche Waldstücke und Stadtwäldchen über das Stadtgebiet verteilt ist. Im Osten und Südosten schmiegt sich der Nürnberger Reichswald um die Stadt. Seine Pflege liegt in der Obhut der Bayerischen Staatsforsten.


Der Nürnberger Reichswald

Mit einer Fläche von 240 Quadratkilometern ist der Nürnberger Reichswald eine der größten zusammenhängenden Waldflächen in unmittelbarer Nähe einer deutschen Großstadt. 1980 wurde er als erster Bannwald Bayerns unter Schutz gestellt. Es handelt sich um den ältesten Kunstforst der Welt, dessen Erscheinungsbild noch heute von Kiefern geprägt ist. Im Mittelalter holzten die Bewohner der Handwerker-Stadt Nürnberg die einstigen Eichen- und Buchenwälder bis zur Verödung ab. Die kahlen Flächen wurden in den nachfolgenden Jahrhunderten mit Fichten und Kiefern zu einem Kunstwald aufgeforstet. Der Nürnberger Reichswald ist heute ein Natura 2000-Schutzgebiet von europäischem Rang und beherbergt landesweit bedeutsame Vorkommen von Spechten, Ziegenmelkern, Heidelerchen, Habichten und Eisvögeln. Darüber hinaus ist er Lebensraum für stark bedrohte Arten wie den Eremit oder die Bechsteinfledermaus.


Infografik zum Nürnberger Reichswald

Bild vergrößern


Waldstrategie der Stadt Nürnberg

Klimawandel und Trockenheit setzen auch den Nürnberger Wäldern zu. Die Stadt und der Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten haben deshalb im Jahr 2020 eine gemeinsame Baum- und Waldstrategie vereinbart. Ziel ist es, die heimischen Wälder schneller und noch entschlossener umzubauen, damit diese dem Klimawandel Stand halten. Die Waldstrategie beinhaltet ein ganzes Bündel an Maßnahmen.

Aufbau von Mischwäldern

Seit den 1970er Jahren baut der Forst die Nadel- und Monobaumkulturen zum Mischwald um. Heute wachsen wieder Buchen und Eichen unter dem schützenden Dach alter Kiefern. In diese Mischwälder müssen – neben der Naturverjüngung – Baumarten eingebracht werden, die derzeit noch nicht oder nicht mehr in unseren Wäldern heimisch sind, die aber in Regionen vorkommen, deren Klimabedingungen dem entsprechen, was für uns in Zukunft erwartet wird.

Aufforstung

Das Maßnahmenpaket der Waldstrategie sieht vor, pro Jahr 5.000 Bäume zusätzlich zu den regulär anstehenden Aufforstungen zu pflanzen. Etwa zehn Prozent der Neupflanzungen sollen im städtischen Raum, etwa an Straßen oder Grünanlagen, erfolgen, der größte Teil aber im Wald.

Baumpflanzungen und Baumpflege bei Sör

Der städtische Eigenbetrieb Sör hat sich 2020 verpflichtet, mindestens 500 klimatolerante Bäume pro Jahr im Stadtgebiet zu pflanzen. Den größten Anteil haben Bäume im Straßenraum, der Rest entfällt auf Bäume in Grün- und Parkanlagen sowie auf Spielplätze.


Zudem wird der Tiergarten in den nächsten zehn Jahren in jedem Jahr ein Projekt des Waldumbaus realisieren, das einen Aspekt der Waldstrategie exemplarisch umsetzt und für die Bevölkerung nachvollziehbar macht.

Tiergarten erprobt neue Laubbaumarten

Um für mögliche Klimaextreme in der Zukunft gerüstet zu sein und Erfahrungen mit Baumarten zu sammeln, die deutlich wärmere Klimabedingungen ertragen können, startete der Forstbetrieb Nürnberg 2020 mit Praxisanbauversuchen von Atlas- und Libanonzeder. Das sind Nadelbäume aus dem Mittelmeerraum, die dort in den Gebirgen sowohl Kälte als auch Wärme aushalten müssen. Mit den Versuchen soll das Wissen um die im Raum Nürnberg neuartigen Baumarten unter den hiesigen Standortbedingungen (Boden, Wasser) erweitert werden.


Erwerb privater Waldflächen

Vorgesehen ist auch, dass die Stadt private Waldflächen erwirbt und diese naturnah bewirtschaftet – auch als Ausgleichsflächen für Bauprojekte. Diese Wälder sollen klimatolerant und ökologisch aufgewertet werden. Mindestens ein zusammenhängendes Waldstück wird so in Nürnberg oder in der Umgebung pro Jahr in einen Zukunftswald gemäß der gemeinsamen Baum- und Waldstrategie umgebaut. Zuletzt wurde beispielsweise das 2,1 Hektar große Flurstück „Ritterholz“ zwischen Katzwang und Kornburg erworben und derzeit aufgewertet.

Stadt kauft Wald im Ritterholz

Bild vergrößern

Von links nach rechts: Gerd Schlieper, Futtermeister im Tiergarten Nürnberg, zuständig für den städtischen Forst, Christoph Grünfelder, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Flächenagentur beim Umweltreferat, Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg

Akteure an einem Tisch

Seit 2020 tagt regelmäßig eine Nürnberger Expertenrunde für die Waldzukunft. Vertreten sind dort die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth und Roth, die Bayerischen Staatsforsten, das Nürnberger Umweltamt, der Servicebetrieb öffentlicher Raum Nürnberg und der Forstbetrieb der Stadt Nürnberg.


Der Wald als Naherholungsgebiet

Der Wald in und um Nürnberg ist die grüne Lunge der Stadt, bietet gesundheitliche Erholung und ist Austragungsort für zahlreiche Sportarten. Zahlreiche Wege laden zum Spazieren, Joggen, Radfahren oder zum Familienausflug ein.


Naturlehrpfad Steinbrüchlein

Auf dem Naturlehrpfad Steinbrüchlein im Süden Nürnbergs lernen Kinder aber auch Erwachsene mehr über das Ökosystem Wald. Der Waldspielplatz lädt zu einer Verschnaufpause und zum Spielen ein.

Radstrecken in Nürnberg und im Umland

Der SportService der Stadt Nürnberg hat hilfreiche Informationen zu Radstrecken in und um Nürnberg zusammengestellt.

Mountainbike-Trailnetz Reichswald

Mit Unterstützung der Bayerischen Staatsforsten sind die Mountainbike-Routen im Reichswald frisch überarbeitet und beschildert worden. Ein ergänzender Bikepark ist in Planung.


Waldbrandgefahr

Langanhaltende Hitzewellen gehen regelmäßig mit einer akuten Waldbrandgefahr einher. Die Böden sind stark ausgetrocknet und leicht entflammbar. Informieren Sie sich vor einem Waldbesuch über die Waldbrandgefahr. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht täglich den Waldbrandgefahrenindex auf einer Skala von 1 bis 5.

Richtiges Verhalten bei Waldbrandgefahr

Achten Sie darauf, dass Sie bei einem Aufenthalt im Wald kein Feuer verursachen. Im Wald sind Grill- und Lagerfeuer verboten. Rauchen Sie nicht und werfen Sie keine Zigaretten weg. Stellen Sie Ihr Fahrzeug ausschließlich auf gekennzeichneten und befestigten Straßen außerhalb des Waldes ab. Rufen Sie sofort den Notruf 112, falls Sie einen Waldbrand entdecken.


Mehr zum Thema

Zurück zum Seitenanfang URL dieser Seite
<http://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/wald.html>