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Lebensmittelüberwachung in Nürnberg

Es begann mit der amtlichen Überwachung der Lebensmittel. Heute ist der Werkbereich Umweltanalytik ausschließlich im Bereich der Umweltüberwachung tätig. Die Aufgaben der Lebensmittelüberwachung übernehmen nun staatliche Behörden.

Anfänge

Die Prüfung der Qualität von Lebensmitteln geht, nicht nur in Nürnberg, bereits auf das späte Mittelalter zurück. In erster Linie sind hier die Gewürze zu nennen: In Nürnberg gab es wohl schon in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts eine amtliche Kontrolle von Gewürzen. Weitere Kontrollen gab es unter anderem auch für Mehl, Käse, Wein, Kerzen und Unschlitt (Rohstoff für Kerzen, Lichter und Seifen).

Nach der Gründung des Königreichs Bayern im Jahr 1806 wurden umfangreiche gesetzliche Regelungen für die Kontrolle von Lebensmitteln erlassen. Zuständig waren zunächst die örtlichen staatlichen Polizeidirektionen. Ab 1818 jedoch war es Aufgabe der Gemeinden, für die Abwehr von gesundheitlichen Gefahren durch Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände zu sorgen. In Nürnberg gab es regelmäßige Kontrollen für Fleisch, Brot, Bier und Wein. Mit den Untersuchungen wurden private Chemiker oder Apotheker beauftragt.

Die Untersuchungsanstalt

Mit steigender Zahl der erforderlichen Lebensmitteluntersuchungen war die Beauftragung privater Chemiker und Apotheker nicht mehr sinnvoll. Als Lösung bot sich die Anstellung eines städtischen Chemikers an. Am 1. Dezember 1876 übernahm Dr. Hermann Kaemmerer, Professor für Chemie an der 1868 gegründeten königlichen Industrieschule, diese Aufgabe. Nürnberg war damit eine der ersten Städte in Deutschland, in der ein städtischer Chemiker tätig war.

Zu Beginn des Jahres 1884 wurde durch Verordnung des Königreichs Bayern die Einrichtung von staatlichen Untersuchungsanstalten beschlossen. Es konnten jedoch auch gemeindliche Untersuchungsanstalten eingerichtet werden. Nürnberg entschied sich für die gemeindliche Variante: Zum 1. Juli 1884 nahm die „Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Genussmittel“ als eigene städtische Behörde ihre Arbeit auf.

Die Tätigkeiten der Lebensmitteluntersuchung

Von Anfang an stellte die Untersuchung von Milch und Milchprodukten einen Schwerpunkt der Tätigkeiten dar. Daneben erfolgte die Untersuchung von Fleisch- und Wurstwaren sowie die Aufsicht über den Obst- und Pilzverkauf auf den städtischen Märkten. Auch die Kontrolle von Trinkwasser aus Hausbrunnen und öffentlichen Brunnen fiel in den Zuständigkeitsbereich der Untersuchungsanstalt.

Nach 1900 kam die Kontrolle von Lebensmittelbetrieben und Verkaufsstätten als weiterer Schwerpunkt hinzu. Ab 1923 gehörte auch die Kontrolle von Gastwirtschaften zu den Aufgaben der Untersuchungsanstalt.

Der Wandel zur Umweltüberwachung

Ende der 1920er Jahre erfolgte der Einstieg in die Umweltüberwachung: Die Untersuchungsanstalt übernahm die Analysen von Wasser- und Abwasserproben, die nicht unmittelbar mit dem Betrieb der Kläranlagen zu tun hatten und bislang am Laboratorium des Stadtentwässerungsamtes durchgeführt wurden.

Ab 1958, mit Aufnahme der Luftuntersuchungen in das laufende Arbeitsprogramm, vollzog sich der Wandel zur Umweltüberwachungsbehörde in schnelleren Schritten. 1965 wurden erste Aufgaben der Lebensmittelüberwachung an staatliche Untersuchungsstellen abgegeben. 1987 übernahm die Untersuchungsanstalt das Labor der Klärwerksüberwachung, im Jahr 1998 wurden dann die letzten Aufgaben der Lebensmittelüberwachung an staatliche Behörden abgegeben.

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