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Zeitfenster für Vielfalt

Mit dem Projekt „IKÖK – interkulturelle Öffnung in Kommunen“ treibt das Bildungsbüro in Kooperation mit der AWO Nürnberg einen breit angelegten Prozess voran mit dem Ziel, entsprechende Veränderungsprozesse in der Kommunalverwaltung anzustoßen. Dazu gehören interkulturelle Schulungen ebenso wie verschiedene Beteiligungs- und Austauschformate mit Migrantenorganisationen, Wirtschaftsverbänden sowie Mitarbeitenden der Kommunalverwaltung aus verschiedenen Hierarchieebenen.

Am 1. Dezember lud das Projekt zu einem Aktionsabend „interkulturelle Öffnungen in Kommunen“ ein – pandemiebedingt digital. Inhaltlicher Ausgangspunkt des Abends war die Studie „Ein Zeitfenster für Vielfalt – Chancen für die interkulturelle Öffnung in der Verwaltung“, die von der Mitautorin Dr. Anne-Kathrin Will vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) vorgestellt wurde.

Im Fokus stand dabei die Personalpolitik in der öffentlichen Verwaltung angesichts verstärkter Renteneintritte der sogenannten Babyboomer-Jahrgänge mit Geburtsdaten aus den Jahren 1954 bis 1969. Diese Entwicklung hat in den letzten Jahren bereits deutlich an Fahrt aufgenommen und wird erst Mitte der 2030er Jahre ihren Scheitelpunkt erfahren – aktuellen Schätzungen zufolge bei deutlich über 70.000 Renteneintritte in der öffentlichen Verwaltung in der Bunderepublik im Vergleich zu gut 30.000 im Jahr 2018.

Dadurch, so Will, ergebe sich ein Zeitfenster für Vielfalt; eine historische Chance, der strukturellen Unterrepräsentation von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in öffentlichen Stellen entgegenzuwirken. Welche Bemühungen in diese Richtung bereits unternommen werden, untersuchte Wills Projekt mithilfe zahlreicher Interviews mit Bundes- Landes und Kommunalverwaltungen. Zwar hat sich ein Großteil der öffentlichen Stellen das Ziel gesetzt, den Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund zu erhöhen; das Ausmaß, sowie die Wahl der Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, unterscheiden sich jedoch stark.

Welche Möglichkeiten, aber auch welche Probleme und Fallstricke es gibt, wenn sich eine Kommunalverwaltung aktiv um eine vielfältigere Belegschaft bemüht, diskutierten am Aktionsabend insgesamt 43 Teilnehmende mit der Expertin des DeZIM. Einig waren sich alle Beteiligten, dass noch eine deutliche Wegstrecke vor der öffentlichen Verwaltung liegt – auch in Nürnberg – und dass das „Zeitfenster für Vielfalt“ genutzt werden muss.

Interkulturelle Öffnung in Kommunen

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