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7. Bildungskonferenz zu Berufsbildung und Hochschulbildung im Wandel

Nürnberger Bildungskonferenz thematisierte Entwicklungen in „Berufsbildung und Hochschule“

Am Freitag 19.Februar 2016 diskutierten Fachleute aus Bildung, Politik, Verwaltung und der interessierten Nürnberger Öffentlichkeit bei der 7. Nürnberger Bildungskonferenz über Wechselwirkungen und Entwicklungen von Berufsbildung und Hochschule.

Nürnberger Bildungskonferenz 2014 Begrüßung von OB Maly

Oberbürgermeister Ulrich Maly eröffnete die Konferenz vor über 300 Besucherinnen und Besuchern und freute sich über das Zusammenkommen renommierter Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Großraum Nürnberg. Die Veränderungen in beruflicher Bildung und Hochschulbildung seien in den letzten Jahren vermehrt deutlich geworden.

Auch wenn die Rahmensetzung für beide große Systeme der nachschulischen Bildung nicht auf der kommunalen Ebene läge, seien die Kommunen als Wirtschafts- und Bildungsstandorte wesentlich von Veränderungen der letzten Jahre betroffen.

Als Hauptredner setzte sich Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin von der Ludwig-Maximilians-Universität München mit inhaltlichen und systemischen Entwicklungen in der akademischen und der beruflichen Bildung und deren gesellschaftlichen Folgen auseinander. Bildungsreformen, so Nida-Rümelin, sollten auf die Ermöglichung individueller Bildungswege, nicht aber auf die bestmöglichste Verwertbarkeit junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt abzielen. Chancengerechtigkeit dürfe nicht daran gemessen werden, wie viele Menschen die Hochschulzugangsberechtigung erreichten, sondern nach der Diversität und Vielfalt individueller Bildungswege. In einem wirklich gerechten System herrsche eine Kultur der gleichen Anerkennung und des gleichen Respekts vor allen Ausbildungsgängen. Den Jugendlichen Klara Hagen und Bako Tofik Sadek des Partizipationsprojektes laut!, die Nida-Rümelin im Anschluss interviewten, riet er: „Macht das was euch interessiert und verfolgt eure Interessen und Fähigkeiten.“

Das an den Hauptvortrag anknüpfende Fachgespräch wurde von Jürgen Kaube, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, eingeleitet und moderiert. Kaube stellte die Frage, wie eng Bildungspfade sein dürften und plädierte dafür, den jungen Menschen auf ihren Bildungswegen auch Freiheiten zuzugestehen. Wenngleich Freiheit auch die Gefahr des Scheiterns beinhalte, müssten Jugendliche Raum haben, Dinge auszuprobieren.

In der Diskussion waren sich Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Prof. Dr. Corinna Kleinert von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, das Vorstandsmitglied der HUK Coburg Sarah Rössler und Prof. Dr. Eckart Severing vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) einig, dass für junge Menschen bei ihrer Berufswahl nicht eine spätere ökonomische Verwertbarkeit, sondern die eigenen Neigungen und Fähigkeiten ausschlaggebend sein sollten.

Im zweiten Teil der Konferenz vertieften am Nachmittag namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Region in sechs Foren unterschiedliche Facetten des Themas. Dabei gestaltete das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ein Forum, in dem Passungsprobleme am Arbeitsmarkt diskutiert wurden.

In einer Abschlussrunde nahmen Prof. Dr. Joachim Möller, der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, Reiner Prölß, Referent für Jugend, Familie und Soziales und Dr. Michael Fraas, Wirtschaftsreferent (beide Stadt Nürnberg), die Situation vor Ort in den Blick.

Das Programm können Sie hier herunterladen.

Newsletter "Bildung im Blick No. 19" dokumentiert die Konferenz

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