Angebote zur Verknüpfung sprachlichen Lernens und beruflicher Entwicklung
Mit Blick auf die Bedarfe der Zielgruppen, die im Raum durch fünf typisierte Darstellungen, sogenannte Personas, vertreten waren, erläuterten die Referentin für Schule und Sport Cornelia Trinkl sowie die Referentin für Jugend, Familie und Soziales, Elisabeth Ries die in der Stadt bestehenden Angebote zur Verknüpfung sprachlichen Lernens und beruflicher Entwicklung.
Schul- und Sportreferentin Cornelia Trinkl konzentrierte sich auf die Angebote der beruflichen Schulen, an denen die jungen zugewanderten Menschen insbesondere in den Berufsintegrationsklassen, aber auch in den Fachklassen lernen. Für die notwendige Diagnostik der Eingangsschülerinnen und -schüler der Berufs- und Berufsfachschulen wurde der „Nürnberger Berufliche Schulen DeutschTest (NBD-T)” entwickelt, dessen Auswertung die Erstellung individueller Förderpläne ermögliche. Auch das „Deutsche Sprachdiplom I PRO“ für die Schülerinnen und Schüler der Berufsintegrationsvorklassen an der Beruflichen Schule 5 beginne mit einer Testung und wiederholt diese während des Schuljahres, was den flexiblen Wechsel in Klassen mit dem entsprechend passenden Sprachniveau ermögliche. Neben der Sprachstandsdiagnose sei die additive und integrierte Sprachförderung Konzept in den Fachklassen (z.B. der Beruflichen Schule 8), um Überforderungssituationen bei den Auszubildenden abzumildern und frühen Ausbildungsabbrüchen entgegenzuwirken.
Die Referentin für Jugend, Familie und Soziales, Elisabeth Ries benannte im Anschluss daran Angebote für Menschen, die noch nicht in einer Institution angekommen sind. Ein wichtiger Knotenpunkt im Netz sei hier vor allem die kommunale Zentrale Anlaufstelle Migration, die mit der ZAM-Beratung (Zam-Be) niedrigschwellige Sprach- und Verweisberatungen zu allen Fragen der Migration für die unterschiedlichen Zielgruppen anbietet. Die ZAM, in der auch die Zentrale IQ Beratungsstelle zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen (ZAQ+) integriert ist, arbeitet als Kooperationsprojekt der Stadt Nürnberg mit fünf Trägern der freien Wohlfahrtspflege eng mit der Test- und Meldestelle (TuM) des BAMF zusammen. Ries zeigte sich dankbar für die bestehende Zustimmung des Stadtrats zum kommunalen Programm Deutschspracherwerb (KPDe), das seit 2020 die Angebote im Bereich der Deutschsprachförderung in Nürnberg koordiniert. Auch wenn sich durch die systematische Beratung gezeigt hat, dass viele Personen einen Anspruch haben, gäbe es v.a. aufgrund der sich ständig ändernden Rechtslage bis heute Lücken im System, so dass nicht alle Zugewanderten Zugang zu Sprachkursen haben und auf die kommunale Unterstützung angewiesen sind.