Auf zwei Bildschirmen sind Statistiken zu Bildung zu sehen, von hinten ist eine Person mit halblangen Haaren zu sehen, sie sitzt vor den Bildschirmen.

Bildungsbüro

Nürnberg forscht 2 - Citizen Science im Stadtteil

Nürnberg ist eine Stadt der Vielfalt. Migration prägt seit vielen Jahren das gesellschaftliche Leben – und dieser Einfluss wächst weiter. Gleichzeitig zeigt sich, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte innerhalb der Stadt ungleich verteilt leben. In einigen Vierteln führt dies zu sozialräumlicher Segregation, die wiederum eng mit sozioökonomischen Benachteiligungen verbunden ist. Zahlreiche Erfahrungen zeigen, dass ein gut funktionierendes Zusammenwirken im Stadtteil – getragen von sozialen Netzwerken, Bildungsorten und unterstützenden Strukturen – Teilhabe, Zusammenhalt und Lebensqualität nachhaltig stärkt.

Citizen Science als Motor für Beteiligung

Genau hier setzt „Nürnberg forscht 2" als Folgeprojekt von "Nürnberg forscht" an. Es geht mit dem bereits bewährten Citizen-Science-Ansatz in ausgewählte Stadtteile und beteiligt Menschen an der Erforschung und Gestaltung ihres direkten Lebensumfeldes. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur über, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu gewinnen.

Zum Einsatz kommen partizipative Forschungsmethoden wie Community Mapping, Stadtteilspaziergänge, Fokusgruppen und Interviews. So kommen Erfahrungen, Herausforderungen und Bedarfe aus der Perspektive der Menschen zur Sprache, die den Stadtteil täglich leben und prägen. Im Fokus stehen dabei besonders Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, da deren Stimmen in klassischen Beteiligungsformaten häufig unterrepräsentiert sind.

Perspektiven sichtbar machen, Hürden abbauen

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, Beteiligungshürden abzubauen und insbesondere die Perspektiven von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte systematisch in die Stadtteil- und Quartiersentwicklung einzubinden. So sollen nachhaltige und diversitätssensible Lösungen entstehen – sowohl für bestehende Stadtteile als auch für neue Quartiere.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse. Während sich das Projekt zunächst mit etablierten Nürnberger Stadtteilen beschäftigt, richtet sich der Blick im weiteren Verlauf auf das neu entstehende Stadtquartier Lichtenreuth. Dort sollen bis 2030 mindestens 6.000 Menschen ein neues Zuhause finden.

Vielfalt von Anfang an mitdenken

Angesichts der demografischen Entwicklung in Nürnberg ist davon auszugehen, dass auch in Lichtenreuth ein signifikanter Anteil der zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner eine Zuwanderungsgeschichte haben werden. Umso wichtiger ist es, interkulturelle Netzwerke und partizipative Strukturen frühzeitig zu fördern. Der Citizen-Science-Ansatz von „Nürnberg forscht im Stadtteil“ ermöglicht es, Diversität bereits im Planungsprozess mitzudenken und integrationsfördernde Strukturen von Anfang an zu verankern.

Gleichzeitig knüpft das Projekt an die Zusammenarbeit zwischen migrantischen Organisationen, zivilgesellschaftlichen Akteuren, Quartierbüros und weiteren relevanten Institutionen. Ziel ist der Aufbau langfristiger Kooperationsstrukturen, die über die Projektlaufzeit hinaus Wirkung entfalten.

Integration als gemeinschaftliche Aufgabe

Auch auf politischer Ebene wird die Bedeutung dieses Ansatzes unterstrichen: Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hebt den hohen Nutzen einer systematischen Verbindung von Stadtentwicklung und kommunaler Integrationspolitik hervor. „Nürnberg forscht im Stadtteil“ setzt genau hier an und ist eng mit den Leitlinien der Stadt Nürnberg zur Integrationspolitik verzahnt.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus Mitteln des Asyl- und Migrationsfonds (AMIF) über eine Laufzeit von 3 Jahren (Januar 2026 bis Dezember 2028).

Weitere Informationen finden sich auf der Projekt-Homepage "Nürnberg forscht 2 - Citizen Science im Stadtteil", die in Kürze erscheint.

Was ist Citizen Science?