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Karl-Bröger-Tunnel erstrahlt in neuem Glanz

Am 25. Oktober 2019 wurde der Karl-Bröger-Tunnel im Stadtteil Tafelhof nach einer achtwöchigen Renovierung wiedereröffnet. Damit ist eine wichtige und sichere Verbindung ohne Autoverkehr für Fußgänger und Radfahrer zwischen der Südstadt und der Lorenzer Altstadt wieder nutzbar. Die Gestaltung dieser Bahnunterführung lag in den Händen des Nürnberger Künstlers Winfried Baumann. Mit seinem künstlerischen Konzept geht Baumann weit über eine rein funktionale Gestaltung heraus: Er hat die für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen wichtige Verbindung als Klang- und Rauminstallation gestaltet.

Die Tunnelverbindung war wenig ansehnlich, in schlechtem Zustand und dunkel. Durch die Vibrationen und Erschütterungen der darüber hinweg fahrenden Züge hatten sich über die Jahre hinweg Risse gebildet. Entlang dieser Fugen waren Kacheln zerbrochen, herabgefallen und nur provisorisch ergänzt, da die Originalkacheln nicht mehr verfügbar waren. Darüber hinaus dringt vom Gleiskörper immer wieder Niederschlagswasser durch die undichte Tunneldecke, was zu zahlreichen Kalkablagerungen geführt hat.

SÖR als der zuständige städtische Eigenbetrieb hat bei der jetzt abgeschlossenen umfassenden Neugestaltung die unterschiedlichsten Anforderungen berücksichtigt; eine enge Abstimmung zwischen allen Projektbeteiligten war deshalb während der gesamten Planungs- und Bauzeit enorm wichtig. So unterstützte beispielsweise die Deutsche Bahn AG die Stadt Nürnberg im Projekt und stimmte unter anderem dem Abbau der im Tunnel befindlichen Werbetafeln zu. Auch ließen sich die dringlichsten bestehenden Undichtigkeiten nur von der Bahnseite aus beseitigen. Eine bauliche Herausforderung war daneben die unvermeidbare Höhenanpassung des vorhandenen Fernwärmeschachts.

Dazu kam der Denkmalschutz: Da die Kacheln, mit denen die Tunnelwände verkleidet sind, unter Denkmalschutz stehen, müssen sich die neueingefügten Kacheln deutlich von den historischen Kacheln abheben. So ist klar zu erkennen, welcher Anteil dem Originalbauwerk zuzuordnen und welcher Teil neueren Datums ist.

Die Stadt Nürnberg rechnet aufgrund der Neuordnung der jeweiligen Bereiche für Radverkehr und Fußgänger mit einem besseren Miteinander der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Bürgermeister Christian Vogel erklärt: „Wir haben vor allem auf der Nordseite eine klarer gekennzeichnete Zufahrt eingerichtet. Eine deutlichere Trennung von Fuß- und Radverkehr war wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts.“

Aufgewertet ist jetzt nicht nur der Tunnel selbst, sondern auch der Platz vor dem Nordportal. Hier ist die Verbindung zur Südstadt schon baulich klar erkennbar: Winfried Baumanns Konzept "Extension" besteht aus der Bodenskulptur vor dem Nordeingang des Tunnels, die durch ein Bodenband mit dem bereits vorhandenen Brunnen auf dem Willy-Prölß-Platz, dem einstigen Karl-Bröger-Platz, zur Südstadt hin verbunden ist. Das künstlerische Konzept im Spannungsfeld von Funktionalität, Denkmalschutz und Ästhetik, das Baumann vor rund 20 Jahren auf der Südseite mit der Brunnenanlage begann, ist nun vollendet. Nach der Eröffnung zeigt sich die Gestaltung komplett und weist sowohl den Weg in Richtung Altstadt als auch den Weg in südliche Richtung, ohne den einen oder den anderen Eingang zu priorisieren.

Jetzt finden sich im Tunnel neben dem auffälligen Bodenband eine neue, helle Beleuchtung und farbige Querbänder. Fehlstellen und Risse in der Wand bezog der Künstler ebenso in sein Werk ein wie die Linearität der Kachelreihen. Dazu setzte er eine sensible, durch einen Zufallsgenerator gesteuerte Klanginstallation und Farbtafeln an den Eingängen, die den Fußgänger- und Fahrradverkehr leiten sollen.

„Mit seinem künstlerischen Input hat Winfried Baumann der Funktionalität des Tunnels ein Sahnehäubchen aufgesetzt und der früheren Tristesse dieses Ortes ein Ende bereitet“, freut sich Matthias Everding, Vorstand der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg. Diese hat die künstlerische Ausgestaltung der Unterführung mit einem Zuschuss von 50.000 Euro ermöglicht.

Auch Bürgermeister Vogel lobt das Ergebnis: „Ich freue mich außerordentlich, dass dank des gelungenen Zusammenspiels der verschiedenen städtischen Stellen mit der Deutschen Bahn AG und dem Künstler Winfried Baumann aus diesem Fragment jetzt endlich ein schönes Beispiel für Stadtgestaltung geworden ist. Fußgängern und Radfahrenden bietet sich nun eine attraktive, helle Verbindung zwischen Südstadt und Altstadt! Möglich wurde das nicht zuletzt durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg und der Regierung von Mittel-franken, für die ich mich im Namen der Stadt Nürnberg herzlich bedanke.“

Die Kosten für die Sanierung und künstlerische Neugestaltung des Karl-Bröger-Tunnels betragen rund 335.000 Euro; das Projekt wird durch die Städtebauförderung sowie mit 30.000 Euro aus dem Etat „Kunst in der Stadt“ und mit 50.000 Euro von der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg (speziell für den künstlerischen Beitrag) gefördert.

Sanierung Karl-Bröger-Tunnel abgeschlossen

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Der Künstler Winfried Baumann, Bürgermeister Christian Vogel und Dr. Matthias Everding, Vorstand der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg, durchschneiden gemeinsam mit Kindern der anliegenden Kindertagesstätte "Humanistisches Haus für Kinder Steinbühl" das rote Band - der Karl-Bröger-Tunnel ist wieder eröffnet.


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