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Emissionen der Nürnberger Müllverbrennungsanlage

In der Müllverbrennungsanlage werden während der Betriebszeit der einzelnen Ofenlinien bestimmte Abgasqualitäten am Kamin kontinuierlich gemessen und anschließend elektronisch ausgewertet und gespeichert. So können an jeder Ofenlinie die im gereinigten Abgas noch enthaltenen Reste von Stickoxid, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Chlorwasserstoff, Ammoniak, Staub und Gesamtkohlenstoff festgestellt und bewertet werden.

Grundlage zur Auswertung der kontinuierlich gemessenen Emissionen sind für die genannten Stoffe die Halbstundenmittelwerte. Aus diesen Durchschnittswerten für jeweils 30 Minuten werden alle anderen Werte, wie zum Beispiel Tages-, Monats-, oder Jahresmittelwerte, berechnet.

Einheiten für die Angabe der Emissionen

Die Emissionen werden als Konzentration der Stoffe im Abgasstrom angegeben. Die Einheit dafür ist Milligramm je Kubikmeter (mg/m3N). Damit wird die im Abgasvolumen von einem Kubikmeter (m3N) enthaltene Masse eines Stoffes in Milligramm (1 mg = 0,001 g) bezeichnet. Um das in Abhängigkeit von Druck, Temperatur und Feuchtegehalt veränderliche Abgasvolumen vergleichbar darzustellen, wird in der Auswertung immer der Bezug zu festgelegten Normbedingungen (Temperatur 0 °C, Druck 1,01325 bar, Feuchte 0 %, Sauerstoffgehalt 11 Vol.-%) hergestellt.

Für Konzentrationen, die nur in geringsten Spuren vorkommen, wird für die im Abgasvolumen enthaltene Masse die Einheit Nanogramm je Kubikmeter (ng/m3N) verwendet. Ein Nanogramm entspricht einem Milliardstel Gramm (1 ng = 0,000 000 001 g).

Kontinuierlich gemessene Emissionswerte der MVA Nürnberg (Juni 2016)

Stoff / Monatsmittelwerte

1) Monatsmittelwert, gebildet aus den Tagesmittelwerten
2) Grenzwert für die Tagesmittelwerte gemäß Genehmigungsbescheid

Stoff

Ofenlinie 1
mg/Nm3

Ofenlinie 2
mg/Nm3

Ofenlinie 3
mg/Nm3

Grenzwert
in mg/Nm3

Chlorwasserstoff
HCl

0,01

0,52

0,60

5

Schwefeldioxid
SO2

3,14

4,44

3,1

50

Kohlenmonoxid
CO

9,67

4,81

7,03

50

Stickstoffdioxid
NO2

64,2

65,18

68,02

100

Gesamtstaub
 

0,04

0,15

0,38

10

Kohlenmonoxid
Cges.

0,88

0,12

0,63

10

Ammoniak
NH3

0,25

0,50

0,81

10

Diskontinuierlich gemessene Emissionswerte der MVA Nürnberg

Bestimmte Abgasqualitäten, wie zum Beispiel Schwermetalle und Dioxine, können noch nicht mit hinreichender Genauigkeit kontinuierlich gemessen werden. Für diese Stoffe muss jährlich während einer Messkampagne bei Volllastbetrieb der Ofenlinien die sichere Einhaltung der bestehenden Grenzwerte nachgewiesen werden. Im Jahr 2014 wurden so für bestimmte Stoffgruppen folgende höchste Einzelwerte ermittelt, die hier den entsprechenden Grenzwerten gegenüber gestellt sind:

Stoff

Messwert (höchster Einzelwert)
in mg/m3N

Grenzwert
in mg/m3N

Cadmium, Thallium
insgesamt

< 0,0004

0,05

Antimon, Arsen, Blei, Chrom, Cobalt, Kupfer, Mangan, Nickel, Vanadium, Zinn
insgesamt

< 0,02

0,5

Arsen, Benzo(a)pyren, Cadmium, Chrom, Kupfer
insgesamt

< 0,006

0,05

Quecksilber

0,006

0,03

Fluorwasserstoff

< 0,05

4

Stoff

in ng/m3

in ng/m3

Dioxine und Furane
Toxizitätsäquivalent

0,02

0,1


Bewertung der Emissionen

Die Grenzwerte der diskontinuierlich gemessenen Emissionen konnten im Jahr 2014 sicher eingehalten werden.

Die Grenzwerte der kontinuierlich gemessenen Stoffe sind für Halbstunden- und Tagesmittelwerte festgelegt. Im Normalbetrieb der Müllverbrennungsanlage liegen die Emissionen stets deutlich unterhalb der zugelassenen Grenzen.

Bei Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebes müssen jedoch bis zur Wirksamkeit der dann unverzüglich eingeleiteten Abhilfemaßnahmen (zum Beispiel Reparatur oder Abstellen defekter Anlagen) gelegentlich Grenzwertüberschreitungen hingenommen werden.

Im Jahr 2014 wurden während 21 750 Betriebsstunden aller drei Ofenlinien insgesamt 304 290 Halbstundenmittelwerte und 6 312 Tagesmittelwerte erfasst. Die vorgegebenen Grenzwerte konnten nahezu immer eingehalten werden:

Halbstundenmittelwert

Stoff

Grenzwert für den Halbstundenmittelwert

Anzahl der Halbstundenmittelwerte mit Grenzwertüberschreitung

Stickstoffdioxid

0,40 g/m3N

0

Schwefeldioxid

0,20 g/m3N

0

Kohlenmonoxid

100 mg/m3N

4

Chlorwasserstoff

60 mg/m3N

0

Ammoniak

20 mg/m3<sub<N

0

Staub

30 mg/m3N

0

Gesamtkohlenstoff

20 mg/m3N

0

Tagesmittelwert

Stoff

Grenzwert für den Tagesmittelwert

Anzahl der Tagesmittelwerte mit Grenzwertüberschreitung

Stickstoffdioxid

100 mg/m3N

1

Schwefeldioxid

50 mg/m3N

0

Kohlenmonoxid

50 mg/m3N

0

Chlorwasserstoff

5 mg/m3</sup<N

0

Ammoniak

10 mg/m3N

0

Staub

10 mg/m3N

0

Gesamtkohlenstoff

10 mg/m3N

0

Verbrennungstemperaturen

Bei der Verbrennung von Abfall muss die Temperatur im Feuerraum nach der letzten Luftzuführung mindestens 850 °C betragen. Diese Temperatur in der Nachverbrennungszone wird an allen Ofenlinien ebenfalls kontinuierlich ermittelt und als Durchschnittswert über zehn Minuten ausgewertet und gespeichert. Während der Betriebszeit der drei Ofenlinien wurden im Jahr 2014 insgesamt 130 365 Werte gebildet. Dabei wurde für 99,9 Prozent dieser 10-Minuten-Mittelwerte die Einhaltung der Mindesttemperatur festgestellt. Bei Temperaturunterschreitungen wird das Abfallfeuer durch erdgasbetriebene Zusatzbrenner gestützt.

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