
Ende 2025 veröffentlichte das Bildungsbüro den 7. Nürnberger Bildungsbericht. Seit Anfang Mai wird die Online-Reihe „BildungsDate“ fortgesetzt, in der ausgewählte Befunde aus dem Bildungsbericht vorgestellt und mit Fachleuten diskutiert werden.

Ende 2025 veröffentlichte das Bildungsbüro den 7. Nürnberger Bildungsbericht. Seit Anfang Mai wird die Online-Reihe „BildungsDate“ fortgesetzt, in der ausgewählte Befunde aus dem Bildungsbericht vorgestellt und mit Fachleuten diskutiert werden.
Beim 12. BildungsDate "Bildungsbericht Nürnberg: Arbeitsmarkt, Soziales und Bevölkerungsstruktur" am 21. Mai 2026 standen Befunde aus dem Kapitel "Bildung im Spannungsfeld aktueller Rahmenbedingungen" des Nürnberger Bildungsberichts im Mittelpunkt. Zu Gast im Bildungsbüro war Juliane Schapper, Expertin für Demographie im Amt für Stadtforschung und Statistik. Anhand von aktuellen Daten aus dem Bildungsbericht wurden gemeinsam mit dem Team des Bildungsbüros gesellschaftliche Rahmenbedingungen analysiert, die die Bildungslandschaft in Nürnberg prägen und beeinflussen. Dabei standen insbesondere Entwicklungen der Bevölkerungsstruktur, Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sowie soziale Ungleichheiten und deren Auswirkungen auf Bildungszugänge und Bildungschancen im Fokus der Diskussion.

Im Gespräch wurde hervorgehoben, dass das Kapitel A "Bildung im Spannungsfeld aktueller Rahmenbedingungen" des Nürnberger Bildungsberichts eine Sonderrolle einnimmt, da es die grundlegenden Rahmenbedingungen der kommunalen Bildungslandschaft abbildet: soziale Lage, Arbeitsmarkt und Demographie.
Zunächst wurden Daten zum Arbeitsmarkt vorgestellt, die einen stetigen Anstieg sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in Nürnberg zwischen 2015 und 2024 zeigen, der mit 15,7 %, etwas stärker war als im Bundesdurchschnitt (12,2%). Im gleichen Zeitraum stieg die Beschäftigungsquote von 57,2 % auf 64,3 %. Gleichzeitig stieg die Anzahl arbeitslos gemeldeter Personen, was auch mit der älter werdenden Bevölkerung zusammenhängt.
Für die sozialraumorientierte Gestaltung der Bildungslandschaft besonders relevant ist die Mindestsicherungsquote, die räumlich stark variiert. Eine Karte im Bildungsbericht zeigt, dass insbesondere Stadtteile im Westen, Süden und Südosten stärker betroffen sind. Das Startchancen-Programm oder MUSIQ:N (früher MUBIKIN) sind Beispiele für sozialräumlich angelegte Förderprogramme, die von derlei Planungsgrundlagen profitieren können. Trotz Schwankungen – etwa durch die Corona-Pandemie oder Zuwanderung – gibt es für Nürnberg insgesamt zuletzt einen leichten Rückgang der Mindestsicherungsquote.
Die Bevölkerungsstruktur Nürnbergs zeigt deutliche Ungleichgewichte zwischen Altersgruppen, wie eine Betrachtung der Bevölkerungspyramiden in Nürnberg zeigte: Ein großer Anteil der Bevölkerung in Nürnberg hat das Renteneintrittsalter bereits erreicht oder steht kurz davor. Das trifft insbesondere auf die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund zu. Dagegen sind sowohl Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und in noch stärkerem Maße Deutsche mit Migrationshintergrund im Durchschnitt wesentlich jünger als Deutsche ohne Migrationshintergrund.
Besonders für Einrichtungen der frühkindlichen Bildung und der schulischen Bildung ist es wichtig, die Entwicklung der jüngeren Bevölkerung nach Altersjahren im Blick zu behalten. Die demografische Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf die Anforderungen an die jeweilige Bildungsinfrastruktur aus. Nürnberg wächst weiterhin, allerdings nicht in allen Altersgruppen gleich stark: Zwischen 2014 und 2024 nahmen die Altersgruppen der 3- bis unter 6-Jährigen, der 6- bis unter 10-Jährigen und der 10- bis unter 15-Jährigen stetig zu. Besonders in den letzten drei betrachteten Jahren zeigte sich in den beiden schulrelevanten Altersgruppen ein Anstieg, der zu rund einem Drittel auf Fluchtbewegungen aus der Ukraine zurückzuführen ist. Ein ähnliches Wachstum lässt sich auch bei Jugendlichen der höheren Altersstufen beobachten.
Juliane Schapper hob hervor, dass das Wachstum in Nürnberg lange vor allem aus internationaler Zuwanderung resultierte, inzwischen zunehmend aus Binnenwanderung. Besonders stark wächst die Gruppe der jungen Erwachsenen, die aus dem Umland oder dem Ausland in die Stadt ziehen. Unter den Top-10-Nationalitäten gewinnt Indien zunehmend an Bedeutung, während klassische Herkunftsländer der Gastarbeitergeneration (z. B. Türkei, Griechenland) weiterhin präsent sind. Der Anteil von Drittstaatenangehörigen steigt, während der Anteil von EU-Ausländer/-innen leicht sinkt. Dies hat Auswirkungen auf Bildungsbiografien, Integrationsstrukturen und Unterstützungsbedarfe.
Am 24. Juni 2026 von 12.00 bis 12.45 Uhr widmet sich das BildungsDate dem Schwerpunktthema „Übergang von der Kita in die Schule“. Zu Gast sind Kerstin Popp-Hufnagl und Theresa Kleinschmit (Amt für Kinder, Jugendliche und Familien - Jugendamt) sowie Claudia Klein (Kindergarten Wandererstraße).
Beim BildungsDate wollen wir in kompakter Form zentrale Themen des Bildungsberichts vorstellen, analysieren und mit Expert/-innen diskutieren. Wenn Sie am BildungsDate teilnehmen möchten, senden Sie uns bitte kurz eine E-Mail an BgA-Bildungsbuero@stadt.nuernberg.de, rechtzeitig vor der Veranstaltung erhalten Sie einen Link für die Teilnahme.