Auf zwei Bildschirmen sind Statistiken zu Bildung zu sehen, von hinten ist eine Person mit halblangen Haaren zu sehen, sie sitzt vor den Bildschirmen.

Bildungsbüro

BildungsDate zum Bildungsbericht: Übergang von der Kita in die Schule

BildungsDate "Bildungsbericht Nürnberg: Wissenswertes zum Übergang von der Kita in die Schule" am 24. Juni 2026

Beim 13. BildungsDate zum Thema Übergang von der Kita in die Schule am 24. Juni 2026 standen Befunde aus dem Kapitel „Frühkindliche Bildung“ des Nürnberger Bildungsberichts im Fokus. Zu Gast im Bildungsbüro waren Kerstin Popp-Hufnagl, Theresa Kleinschmit und Claudia Klein (Jugendamt – Fachbereich Städtische Kindertageseinrichtungen).

Wie der kürzlich veröffentlichte Nationale Bildungsbericht zeigt, sind soziale Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland weiterhin eng miteinander verknüpft. Die sprachliche, kognitive und sozio-emotionale Entwicklung von Kindern wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst und hängt auch von den familiären Ressourcen ab. Entsprechend unterschiedlich sind die Voraussetzungen, mit denen Kinder in die Schule starten. Gelingt es, diesen Übergang gut zu begleiten, lassen sich Nachteile beim Schulstart wirksam abfedern. Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmenden am BildungsDate, wie der Übergang gestaltet sein muss und wie die beteiligten Institutionen bestmöglich zusammenarbeiten können, um Kindern in Nürnberg möglichst gleiche Startchancen zu bieten.

Zu Beginn stellte das Bildungsbüro ausgewählte Daten aus Kapitel C „Frühkindliche Bildung“ des Nürnberger Bildungsberichts vor — darunter Daten zur Bevölkerungsentwicklung der unter 6-Jährigen in Nürnberg, zum SGBII-Bezug, zur Entwicklung der Anzahl der betreuten Kinder mit (drohender) Behinderung in Kindertageseinrichtungen sowie Befunde aus der Schuleingangsuntersuchung.

Theresa Kleinschmit, Claudia Klein und Kerstin Popp-Hufnagl (Jugendamt – Fachbereich Städtische Kindertageseinrichtungen) sowie Derya Yıldırım und Andrea Müller (Bildungsbüro) (v.r.n.l.)

Gelingensbedingungen für den Übergang

Aus Sicht der Jugendhilfe sind für einen gelingenden Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Schule gezielte Unterstützungsangebote insbesondere in Sozialräumen mit erhöhten Bedarfen notwendig – ein Ansatz, den die Stadt Nürnberg bereits seit vielen Jahren verfolgt.

Inklusion gelinge vor allem dort, wo ausreichend Ressourcen vorhanden sind und Förderbedarfe frühzeitig erkannt werden können, so Kerstin Popp-Hufnagl, wissenschaftliche Mitarbeiterin für die fachlich-pädagogische Planung im Jugendamt. Die Stadt Nürnberg hat deshalb die Vergabekriterien für Kitaplätze angepasst. Kinder aus belasteten Lebenslagen sollen spätestens ein Jahr vor der Einschulung einen Betreuungsplatz erhalten. Ebenfalls von großer Bedeutung seien eine frühe Diagnostik und Förderung. Durch die reformierte Schuleingangsuntersuchung können Förderbedarfe früher erkannt und gemeinsam mit Eltern und Einrichtungen passende Unterstützungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Bedeutung der Sprachförderung

Ein zentrales Thema der Online-Veranstaltung war die sprachliche Bildung, ein Bereich, der als zentral für einen gelungenen Schulstart gilt. Das Nürnberger Fachteam Sprache begleitet Kindertageseinrichtungen bei der Entwicklung sprachförderlicher Konzepte. Sprachbildung wird dabei nicht als isoliertes Förderangebot verstanden, sondern als Aufgabe des gesamten Kita-Alltags, so Theresa Kleinschmit, die gemeinsam mit Monique Hühn das Fachteam Sprache leitet. Die Sprachberaterinnen unterstützen pädagogische Teams, begleiten Elterngespräche und fördern den Austausch innerhalb der Einrichtungen. Für einen gelingenden Übergang in die Schule seien insbesondere sprachliche Kompetenzen, Selbstvertrauen, Aufmerksamkeit und phonologische Bewusstheit wichtige Voraussetzungen.

Blick in die Praxis

Während des BildungsDates gab Claudia Klein, Leiterin des städtischen Kindergartens Wandererstraße, Einblicke in die Arbeit ihrer Kindertageseinrichtung. Eine ausgeprägte Willkommenskultur, mehrsprachige Teams und vielfältige Familienangebote prägen die Einrichtung. Gemeinsame Koch-, Kreativ- und Musikgruppen fördern die Vernetzung der Eltern sowie den Austausch zwischen Familien und Kita.

Als wichtigen Erfolgsfaktor für einen gelingenden Übergang nannte Claudia Klein die enge Kooperation zwischen Kita und Grundschule. Sie hob die Nürnberger Toolbox zum Übergang in die Grundschule hervor – ein Angebot für Fach- und Lehrkräfte mit Handlungsempfehlungen und Impulsen für die Übergangsgestaltung. Als bewährte Maßnahmen nannte sie unter anderem gemeinsame Vorschulangebote, der zweimal wöchentlich stattfindende Vorkurs Deutsch, Schulhausrallyes sowie Schnupperbesuche in Schule und Hort. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und Kindern den Übergang möglichst vertraut zu machen.

Insgesamt wurde während der Online-Veranstaltung deutlich, dass ein gelingender Übergang von der Kita in die Schule ein langfristiger Prozess ist, der eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordert. Frühzeitige Förderung, verlässliche Strukturen, ausreichende Ressourcen und eine konsequente Orientierung an den Bedarfen von Kindern und Familien wurden als zentrale Voraussetzungen für mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit herausgestellt.

Kommende Termine im Überblick

  • BildungsDate: Nürnberger Bildungsbericht (Kap. D Allgemeinbildende Schulen)

    Beim BildungsDate „Bildungsbericht Nürnberg: Schule Vision 2040 – Kompass für die kommunale Schulentwicklung“ am 22.7.26 von 13.15 bis 14.00 Uhr werden Befunde aus Kapitel D „Allgemeinbildende Schulen“ vorgestellt. Zu Gast sind Susanna Endler (IPSN) und Theresa Hühnlein (Wirtschaftsschule Nürnberg).

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Bildungsbericht © Bildungsbüro / Stadt Nürnberg

Anmeldung zum BildungsDate

Beim BildungsDate wollen wir in kompakter Form zentrale Themen des Bildungsberichts vorstellen, analysieren und mit Expert/-innen diskutieren. Wenn Sie am BildungsDate teilnehmen möchten, senden Sie uns bitte kurz eine E-Mail an Ref.IV-Bildungsbuero@stadt.nuernberg.de, rechtzeitig vor der Veranstaltung erhalten Sie einen Link für die Teilnahme.