Auf zwei Bildschirmen sind Statistiken zu Bildung zu sehen, von hinten ist eine Person mit halblangen Haaren zu sehen, sie sitzt vor den Bildschirmen.

Bildungsbüro

Neues zur 17. Nürnberger Bildungskonferenz: Hauptvorträge

17. Nürnberger Bildungskonferenz zum Thema „Inklusive Bildung – Impulse für Nürnberg“ – Hauptvorträge

Den Mittelpunkt des Vormittagsprogramms bilden zwei Hauptvorträge: Univ.-Prof. em. Ulrich Heimlich und Tim Wiegelmann beleuchten das Thema inklusive Bildung aus wissenschaftlicher, pädagogischer und persönlicher Perspektive und geben damit unmittelbar anschlussfähige Impulse für die Diskussion. Diese können in den Foren am Nachmittag an ausgewählten Beispielen aus der Bildungsbiografie weiter diskutiert und vertieft werden.

  1. Univ.-Prof. Dr. paed. habil. Ulrich Heimlich

    emeritierter Universitätsprofessor für Lernbehindertenpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München

    Ulrich Heimlich, Bild © Bildungsbüro / Stadt Nürnberg
  2. Tim Wiegelmann

    Bildungsrebell, Lernwirkstatt Inklusion

    Tim Wiegelmann, Bild © Bildungsbüro / Stadt Nürnberg

Inklusion leben! Inklusive Momente im Bildungsprozess

Univ.-Prof. Dr. paed. habil. Ulrich Heimlich wird den ersten Vortag der Konferenz halten. Er war 10 Jahre Lehrkraft für Sonderpädagogik und nach Lehrstühlen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universität Leipzig bis 2021 Universitätsprofessor für Lernbehindertenpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München u.a. mit dem Arbeits- und Forschungsschwerpunkt „Inklusive Bildung und Inklusionsforschung“. Prof. Dr. Heimlich fragt, wie „Inklusive Momente“ in Lernprozessen entstehen können. Für ihn geht inklusive Bildung dabei weit über den Unterricht hinaus: „Sie betrifft Schulen und Kindertageseinrichtungen als Systeme auf allen Ebenen. Sie erfordert nicht nur mehr Eingehen auf immer heterogener werdende Bedarfe von Kindern und Jugendlichen und einen differenzierten und individualisierten Unterricht. Veränderte Kooperationsstrukturen innerhalb und außerhalb von Bildungseinrichtungen sowie die gemeinsame Arbeit an einem inklusiven Leitbild zählen ebenfalls zu den Gelingensbedingungen von inklusiver Bildung. Allerdings reicht die Aufgabe der Inklusion ebenso über Bildungseinrichtungen hinaus in die Kommune und Region, wo es um eine intensive Vernetzung aller Beteiligten geht. Letztlich stehen wir als Gesellschaft vor der Herausforderung, Inklusion gemeinsam zu leben.“

Inklusive Bildung – worüber sprechen wir da eigentlich?

Tim Wiegelmann fragt in seinem Vortrag „Worüber sprechen wir da eigentlich?“, wenn wir von „inklusiver Bildung“ reden. Er hat als 20-jähriger Schüler mit Körperbehinderung eine eigene Perspektive auf Bildungsprozesse und möchte als „Bildungsrebell“ zum Perspektivwechsel im Bildungssystem beitragen.
Anhand konkreter Erfahrungen aus seiner Lebenswelt zeigt er auf, dass Bildungsprozesse Beziehungen gestalten, welche den Einzelnen mit der Welt verbinden, ohne seine Individualität auszulöschen (E. Fromm). „Behinderung ist eine Randbedingung innerhalb eines größeren Lebenszusammenhangs, kein Lebensschicksal.“ Inklusion ist für Tim Wiegelmann deshalb kein Attribut, das man fakultativ an Bildung anfügen kann. Als Menschenrecht verlange Inklusion stattdessen einen grundlegenden Perspektivwechsel im gesamten Bildungswesen.

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