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Neugestaltung des Europaplatzes

Katzenminze Schafgarbe Sonnenhut

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Ganz Europa in einem Beet – Katzenminze, Schafgarbe und Sonnenhut.

Beim Europaplatz in St. Jobst handelt es sich um einen ruhigen Platz, der zum Verweilen einlädt. Auf knapp 1.000 m² flankieren die vorhandenen Pflanzflächen eine baumgesäumte Promenade. Die Namensgebung des Platzes verweist auf die Europa-Idee. Für die Randbepflanzung zeigt sich bereits eine Reihe sehr engagierter Pflanzbeet-Paten verantwortlich. Der Bürgerverein Jobst-Erlenstegen hatte seinerzeit die Infotafeln gestiftet und die Beete stets im Blick gehabt.

Für das Engagement danken wir ausdrücklich an dieser Stelle.

SÖR hatte im Jahr 2011 bei der Beetgestaltung ein Farbkonzept umgesetzt, das sich an den jeweiligen Flaggenfarben der europäischen Länder orientierte. Da zwischenzeitlich neue Länder der EU beigetreten sind, mit Großbritannien ein Land die EU verlassen hat und die Anlage generell in die Jahre gekommen ist, hat SÖR ein neues, frisches Konzept für die Pflanzbeet-Gestaltung entwickeln lassen, das im Juni 2020 behutsam umgesetzt werden soll.

Das Büro OREL +HEIDRICH•LANDSCHAFTSARCHITEKTEN hat uns dabei tatkräftig unterstützt.

Bürgerinformation

Für April 2020 war eine Bürgerinformationsveranstaltung geplant, um vor Ort das neue Konzept detailliert vorzustellen. Leider hat uns die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb informieren wir Anwohner und Interessierte mit einem Flyer über die Eckpunkte der Neugestaltung.

Sonnenhüte am Europaplatz

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Immer ein Blickfang: Sonnenhüte – Rudbeckia fulgida ‚Goldsturm‘ und Echinacea.

Eckpunkte des neuen Konzepts

Das 2011 umgesetzte Farbkonzept hat sich an den jeweiligen Flaggenfarben orientiert. Bis auf Gelb und Weiß kommen die meisten auf Landesfahnen gebräuchlichen Farben in der Pflanzenwelt nicht so häufig vor. Deshalb waren Gelb und Weiß die Leitfarben des damaligen Konzepts. Da Europa im Lauf der Zeit immer bunter geworden ist, werden die Leitfarben Lila und Rosa hinzutreten. Damit Sie als Anwohnende von März bis November durchgängig blühende Stauden entdecken können, wird es einen heiteren Farbablauf geben, der sich auch an den Standortbedingungen sonnig, halbschattig und schattig orientiert. Ein übergeordnetes Farbkonzept, das über die Flaggenfarben hinausgeht, verbindet die Flächen. Einzelne Gräser und Kleinsträucher wiederholen sich, ebenso manche Pflanzengruppen.

Wir meinen: Europa ist eine menschliche, landschaftliche und politische Vielfalt mit unterschiedlich großen Ländern. Deshalb spiegelt sich die Vielfalt in der heiter-bunten Farbkomposition wider, die aber dennoch durch ihre Rhythmisierung und durch ihren Ablauf die Einheit Europas symbolisieren wird.

Um die Zusammengehörigkeit der Länder Europas auszudrücken und gleichzeitig den Pflanzungsrhythmus zu optimieren, wird je nach Ländergröße einem Land eine oder mehrere Pflanze(n) zugeordnet. Dabei wird jede Pflanzenart in unterschiedlichen Sorten mehrfach erscheinen. In einem zweiten Schritt wird die Pflanzenauswahl dem Farbkonzept untergeordnet und orientiert sich dann noch an gestalterischen Merkmale wie Wuchsform, Blütenform und Blütezeit.

Funkien als Grün am Europaplatz

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Funkien symbolisieren mit je einer Sorte die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Irland.

Bei sonnigen Standorten haben wir eine breitgefächerte Farbpalette zur Verfügung: Es gibt sehr viele rosa und lila getönte Pflanzen, die variationsreich kombiniert werden können. Die strahlenden Farben Orange und Gelb und zusätzlich blau ergänzen ideal die Gestaltung der sonnigen Standorte.

Auch für den Schatten gibt es Stauden in Rosa und Lila in verschiedenen Wuchshöhen und -formen. Zu verschiedenen Jahreszeiten blühend und auch mit attraktiven Blättern versehen, ist eine gute Sortimentsauswahl geplant, die den Ansprüchen einer Pflanzung im öffentlichen Grün gerecht werden wird.

Länglich schwingende Pflanzengruppen ziehen sich über den Europaplatz. Einige Arten werden dabei durchgängig erscheinen, wie zum Beispiel der gelbe Wiesensalbei. Den größeren Ländern werden sich öfter wiederholenden Pflanzen zugeordnet. Bei kleineren Ländern werden die Leitpflanzen nur gelegentlich oder in kleinen Grüppchen erscheinen. Hübsche Detailgruppen innerhalb der großen Anordnung zeigen sich quasi wie gepflanzte Blumensträuße.

Nicht zu hoch werdende Gräser sorgen ebenso für Rhythmisierung innerhalb der Beete wie kleine Sträucher. Sie sorgen zusammen mit stabilen Stauden für einen durchgängigen Winteraspekt.

Tulpen am Europaplatz

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Zarte Frühlingsboten als Auftakt ins Blüh-Jahr.

Die Pflanzenauswahl im Detail

1. Die Pflanzenauswahl im Schatten - Länderbeispiele

  • Herbst-Anemone (Anemone japonica‚Königin Charlotte‘) für Russland
  • Funkien (Hosta) in verschiedenen Sorten: jeweils eine Sorte für Irland, Estland, Lettland, Litauen
  • Storchenschnabel (Geranuim) in verschiedenen Sorten: jeweils eine Sorte für Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, Island

2. Die Pflanzenauswahl in der Sonne - Länderbeispiele

  • Bartblume (Caryopteris x clandonensis) für Polen
  • Salbei (Salvia nemorosa ‚Caradonna‘ ) für Frankreich
  • Reitgras (Calamagrostis x acutiflora) für Spanien
  • Sonnenhut (Rudbeckia fulgida ‚Goldsturm‘) für Deutschland

3. Die Pflanzenauswahl für die kleinen EU-Staaten

Eine Vielzahl von Tagliliensorten für Mazedonien, Türkei (europäischer Teil), Slowenien, Montenegro, Kosovo, Luxemburg, Andorra, Malta, Liechtenstein, San Marino, Monaco, Vatikanstadt, Faröer, Isle of Man, Jersey, Guernsey, Gibraltar.

Da Taglilien sowohl in der Sonne gut wachsen als auch einen gewissen Grad an Schatten vertragen, werden sie als die Blume eingesetzt, die in allen Bereichen spürbar ist. Die Taglilien sind ein verbindendes Element über alle Beete hinweg. Außerdem treiben sie ausgesprochen früh aus, so dass sie schon im März für frisches Grün sorgen werden.

Storchenschnabel am Europaplatz

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Der Storchenschnabel symbolisiert die Länder Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Island.

Blumenzwiebeln

So wie jedem Beet mindestens eine oder auch mehrere Stauden zugeordnet werden, so verhält es sich auch bei den Blumenzwiebeln. Nachhaltig funktionierende Zwiebeln wie Krokus, Lauch, einige Tulpenarten, die mehrjährig blühen sowie Narzissen und Hyazinthen sorgen schon vor dem Erblühen der Stauden für Farbe im Beet. Etliche Sorten blühen zeitgleich mit Stauden und ergänzen diese farbenreich.

Artenreich und nachhaltig

Der Europaplatz bietet mit seinen großen Pflanzflächen eine große Chance, eine artenreiche, insekten- und bienenfreudige innerstädtische Pflanzenwelt zu liefern. Gleichzeitig orientiert sich das Pflanzkonzept an der ursprünglichen Europa-Idee: im jeweiligen historisch gewachsenen Kontext gemeinsam und miteinander verbunden die Zukunft des Kontinents zu gestalten.

Dies symbolisiert die geplante Mischbeet-Bepflanzung des neuen Europaplatzes: für ein Land eine Pflanze zu verwenden, diese aber auf mehreren Stellen der Fläche einzusetzen und damit eine innig verwobene Komposition zu erzielen. Das zielt auf ein hohes Maß an Nachhaltigkeit: Der Platz wird durchgängig blühen.

Zeit- und Kostenrahmen

Die Neugestaltung befindet sich in Planung und die Ausführung ist geplant für Anfang Juni 2020. Wir bitten um Verständnis für etwaige Unannehmlichkeiten wie weitere Wege aufgrund von punktuellen Sperrungen der einzelnen Areale während der Bau- und Pflanzzeit.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 143.000 Euro. Darin inkludiert sind sämtliche Staudenpflanzungen, deren Lieferung und etwaige notwendige Anpassungen der Umrahmung des Pflanzbeets. Für die Pflege werden zusätzliche Mittel in den Haushaltsplan eingestellt.

Anemonen am Europaplatz

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Die Herbst-Anemone Japonica ‚Königin Charlotte‘ symbolisiert die Russische Föderation.


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