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Einrichtung eines Vertretungsgremiums für die freien Szenen

Stilisierte Darstellung zum Thema Diskursförderung

Was ist ein "Kulturrat"?

Im Januar 2018 wurde die Kulturstrategie der Stadt Nürnberg durch den Stadtrat beschlossen. Teil dessen waren auch sieben „Startmaßnahmen“, die zuerst umgesetzt werden sollen. Eine davon ist die Förderung des kulturpolitischen Diskurses: Wir wollen mehr miteinander reden und gemeinsam Kulturpolitik in Nürnberg gestalten!

Ein Baustein soll die Einrichtung eines Vertretungsgremiums sein, das die Anliegen, Meinungen und Expertisen aus Nürnbergs Kulturszenen bündelt und in kulturpolitische Entscheidungsprozesse einbringen kann. Wir verwenden den Begriff „Kulturrat" als Arbeitstitel für ein solches Format.


Was ist bisher geschehen?

Diskurs- und Gesprächsformate

Seit der Erarbeitung der Kulturstrategie beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir den kulturpolitischen Diskurs in Nürnberg weiter stärken können. Dazu wurden 2018 und 2019 große „Kulturkonferenzen“ durchgeführt, die die Umsetzung der Kulturstrategie begleiten und Raum zum Austausch bieten sollten. Gleichzeitig fanden in verschiedenen städtischen Kultureinrichtungen, wie zum Beispiel in der Kulturwerkstatt Auf AEG, Gesprächsreihen zu kulturpolitischen Themen statt.

Außerdem wurden kleinere, temporäre „Fokusgruppen“ zu Themen wie „Kulturförderung“ und „Kulturelle Ermöglichungsräume“ ins Leben gerufen. Ziel dieser war es, bei der Umsetzung der Kulturstrategie die Perspektive der (freien) Kulturschaffenden mitdenken zu können.

Anlässlich der Corona-Pandemie entstand 2020 auf Initiative einiger Kulturakteur*innen ein Runder Tisch zum Austausch über die pandemiebedingte Situation in der Kultur.

Vorbereitungen für einen "Kulturrat"

Der Wunsch auf allen Seiten, den Austausch zwischen Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturakteurinnen und -akteuren zu rhythmisieren und dadurch effektiver zu gestalten, wurde bei diesen Angeboten deutlich sichtbar. Die Kulturverwaltung führte daher mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Städten, die bereits Vertretungsgremien für ihre Kulturszene(n) eingerichtet oder überarbeitet hatten, Gespräche. Auf Grundlage dieser und weiterer Erfahrungen entstand ein erster Fahrplan für einen gemeinsamen Einrichtungsprozess: Bereits die Konzeption eines solchen Formats wird dabei zur gemeinsamen Aufgabe von Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturschaffenden.


Wie ist der aktuelle Stand?

Aus den Ergebnissen der bisherigen Vorarbeiten wurden Grundlagen für die Weiterarbeit entwickelt. Diese lassen sich in folgende Punkte zusammenfassen:

1. Ein Vertretungsgremium für die freien Szenen kann nicht ohne Input der Kulturschaffenden selbst konzipiert werden.

2. Am Ende soll das Konzept so ausgearbeitet sein, dass der Nürnberger „Kulturrat“

  • für alle Beteiligten handhabbar ist
  • keine Parallelstruktur zu bestehenden politischen Gremien bzw. den Aufgaben von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren darstellt
  • sowohl für die Verwaltung als auch für Politik und Kulturschaffende einen echten Mehrwert beinhaltet

3. Essentiell hierfür sind

  • politischer Rückhalt des Kulturausschusses
  • Akzeptanz der freien Szenen
  • Vereinbarkeit mit der Systematik der Verwaltung

4. Besonders relevant in der gemeinsamen Erarbeitung sind die Aspekte

  • Zweck bzw. politische Wirksamkeit der Arbeit des Gremiums
  • Zusammenspiel der Arbeitsabläufe
  • Besetzungsverfahren
  • Modus der (Selbst-)Verwaltung und ressourcenbezogene Ausgestaltung

Kulturpolitische Leitplanken

Um den politischen Rückhalt zu schaffen, wurden 2021, Workshops mit Mitgliedern des Kulturausschusses durchgeführt. In diesen Workshops konnte sich auf „Thesen“ verständigt werden, die als erste kulturpolitische Leitplanken für die Weiterarbeit verwendet werden. Diese Leitplanken werden während des Erarbeitungsprozesses an die Bedarfe und Möglichkeiten der Kulturschaffenden angepasst:

Vernetzung - Beratung - Unterstützung

Durch den Kulturrat sollen Nürnbergs Kulturschaffende stärker miteinander vernetzt werden können und eine zusätzliche Anlaufstelle für ihre Anliegen erhalten. Die Mitglieder des Kulturausschusses sehen in einem Vertretungsgremium für ihre eigene Arbeit vor allem die Chance, Anliegen und Bedarfe frühzeitig zu erkennen und konkrete Entscheidungshilfen zu erhalten: Der Kulturrat soll den Kulturausschuss zu kulturpolitischen Themen auf Grundlage fachlicher Expertise beraten.

Für die freien Kulturszenen

Der Kulturrat wird als Sprachrohr vor allem der freien Kulturszenen gedacht und konzipiert. Das bedeutet, dass mehrheitlich Kulturschaffende ohne institutionelle oder kommunale Anbindung darin vertreten sein sollen. Welche und wie viele Personen für welchen Zeitraum Teil des Kulturrats werden und auf welche Weise die Mitglieder benannt werden, steht noch nicht fest – diese Aspekte werden gemeinsam mit den Kulturschaffenden erarbeitet.

Verlässliche Strukturen

Die „Betriebsform“, also an welcher Stelle ein solches Gremium strukturell angegliedert wird und wie seine Arbeit praktisch aussehen kann, ist ebenfalls noch offen. Neben den internen Sitzungen des Gremiums sollen verlässliche Möglichkeiten geschaffen werden, die Expertise des Kulturrats in den Kulturausschuss einzubringen. Hier gibt es eine Vielzahl an Modellen, die der Kulturausschuss sich vorstellen kann und die gemeinsam weiterentwickelt werden können.


Wie geht es weiter?

Nach diesen ersten Meilensteinen soll im nächsten Schritt die gemeinsame Erarbeitung starten. Zu Beginn sollen dabei zunächst grundlegende Fragen unter und mit den Nürnberger Kulturszenen diskutiert werden:

Warum ist ein Vertretungsgremium für die freien Szenen in Nürnberg wichtig?

Welchen Mehrwert sehen Kulturschaffende selbst in der Einrichtung eines solchen Gremiums?
Welche Aufgaben kann ein solches Gremium im Idealfall erfüllen, die bislang noch nicht erfüllt werden?

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um Akzeptanz herzustellen?

Damit das Vertretungsgremium für die freien Szenen akzeptiert werden kann, muss das Konzept bestimmte Anforderungen erfüllen, zum Beispiel in Hinblick auf die Arbeitsweise, die Besetzungsform oder inhaltliche Schwerpunkte. Unter welchen Bedingungen sind Kulturschaffende bereit, sich für dieses Gremium zu engagieren und es zu unterstützen? Welche Rahmenbedingungen sind notwendig?

Was zeichnet ein zukünftiges Mitglied des Vertretungsgremiums aus?

Abhängig von den jeweiligen Anforderungen an das Gremium bildet sich auch ein Anforderungsprofil für zukünftige Mitglieder des Kulturrats. Dazu kommen weitere Fähigkeiten und Kompetenzen, die gemeinsam festgelegt werden sollen.

Was ist den Kulturschaffenden in Hinblick auf sie vertretende Personen wichtig? Was sollte eine solche Person mitbringen, um die gewünschten Aufgaben gut erfüllen zu können und von den Kulturschaffenden akzeptiert zu werden?


Wie kann ich mitmachen?

Zur weiteren Entwicklung des Kulturrats soll es öffentliche Diskursformate und Workshops geben, bei denen wir über diese Fragen sprechen und gemeinsame Ideen entwickeln wollen.

Achtung!

Um auf dem Laufenden zu bleiben, wie es mit dem Kulturrat weitergeht, lohnt es sich, den Kulturstrategie-Newsletter zu abonnieren. Dieser informiert ab Herbst 2022 etwa viermal im Jahr über Umsetzungsmaßnahmen zur Kulturstrategie. Außerdem gibt es in Sonderausgaben Informationen zu Möglichkeiten der aktiven Mitgestaltung.

Abschlussbericht als PDF

Kultur-Strategie in Leichter Sprache

Cultural Strategy at a Glance

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