1909
Am 27. August landet Graf Zeppelin mit seinem gleichnamigen Luftschiff auf der freien Wiese am Großen Dutzendteich. Seither trägt diese Fläche den Namen "Zeppelinfeld".
Am 27. August landet Graf Zeppelin mit seinem gleichnamigen Luftschiff auf der freien Wiese am Großen Dutzendteich. Seither trägt diese Fläche den Namen "Zeppelinfeld".

Im Mai beginnt das Nürnberger Stadtgartenamt mit den Planungen für den Um- und Ausbau des Zeppelinfeldes zu einer Sport- und Freizeitstätte. Im November genehmigt der Stadtrat Nürnberg die Pläne und die Bauarbeiten zum "Volkspark Dutzendteich" beginnen, in deren Zuge auch das am 10. Juni 1928 eröffnete Städtische Stadion (heute Grundig Stadion) entsteht.
Auf dem Zeppelinfeld ist eine mit meterhohen Erdwällen umfasste Turnwiese entstanden, die während des 2. Deutschen Arbeiter-Turn- und Sportfestes benutzt wird.
Das Zeppelinfeld dient als Aufmarschfläche für die Nationalsozialisten während ihrer Reichsparteitage. Errichtet werden provisorische Holztribünen für die Zuschauer. Als wichtigste Propagandaveranstaltung im NS-Staat finden die Reichsparteitage einmal im Jahr für wenige Tage statt. Sie dienen der Selbstinszenierung Hitlers und seines Regimes und sollen durch Architektur und Massenaufmärsche die anwesenden Besucher für den Nationalsozialismus einnehmen.
Nach Plänen von Albert Speer entstehen auf der früheren Turnwiese die 370 Meter lange und 20 Meter hohe Zeppelintribüne sowie Zuschauerwälle mit 34 Türmen aus Stein. Zahlreiche Aufmärsche und Veranstaltungen der Reichsparteitage werden auf dem Zeppelinfeld abgehalten. Vor allem durch zeitgenössische Propagandafilme und -fotos erlangen Zeppelintribüne und Zeppelinfeld eine bis heute anhaltende hohe Bekanntheit im In- und Ausland.

Erstmals wird während eines nächtlichen Aufmarsches ein "Lichtdom" aus um das Zeppelinfeld gruppierten, in den Himmel strahlenden Großscheinwerfern gebildet.

Letztmalige Nutzung der Tribüne durch die Nationalsozialisten beim "Reichsparteitag Großdeutschland". 1939 bis 1945 finden wegen des Zweiten Weltkrieges keine Parteitage der NSDAP mehr statt.
Siegesparade der US-Army auf dem Zeppelinfeld am 22. April. Sprengung des Hakenkreuzes über der Haupttribüne. Nutzung des Feldes für Sport von Armeeangehörigen bis 1995.
Sprengung der Pfeilerreihen auf der Zeppelintribüne, später Abtragung der beiden Seitenteile.

Denkmalschutz für das Gesamtensemble als "Kolossalstil des Dritten Reiches".
Restaurierung des Innenraums der Zeppelintribüne ("Goldener Saal") für Ausstellungszwecke.
Ausstellung "Faszination und Gewalt" in den Sommermonaten im "Goldenen Saal" (bis 2001).

Fachsymposium "Das Erbe. Vom Umgang mit NS-Architektur"
Rückgabe des Zeppelinfeldes durch die US-Army an die Stadt Nürnberg und Weiternutzung als Sportfläche.
Städtebaulicher Ideenwettbewerb zum Umgang mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände ohne 1. Platz
Ende der Ausstellungsfunktion im "Goldenen Saal" der Zeppelintribüne durch die Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in der früheren Kongresshalle. Das Inneren der Zeppelintribüne ist derzeit nur mittels Führungen zu besichtigen. Bauliche Mängel nehmen rapide zu, weswegen verschiedene Absperrungen an der Zeppelintribüne aus Sicherheitsgründen notwendig sind.
Am 19. Mai beschließt der Stadtrat Nürnberg Leitlinien zum Erhalt der Bauten auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände für künftige Generationen.
Installation eines Geländeinformationssystems zur Fußball-WM

Freiräumung der Treppenhäuser der Zeppelintribüne vom Schutt der Pfeilersprengung im Jahr 1967 durch das Hochbauamt der Stadt Nürnberg.
Die Stadt Nürnberg begann unter Federführung des Kultur- und Baureferates mit systematischen Untersuchungsmaßnahmen zum baulichen Erhalt und zur Sicherung der Zeppelintribüne und des Zeppelinfeldes. Seit April 2015 wurden verschiedene Instandsetzungsvarianten an zwei ausgewählten Musterflächen erprobt.
Kostenermittlung der Stadt Nürnberg für den baulichen Erhalt von Zeppelintribüne/-feld an Hand von Musterflächen
Tag des Offenen Denkmals/Infotag Zeppelinfeld mit kostenlosen Rundgängen