Tagung am Samstag, 26.09.2026 und Sonntag, 27.09.2026
Eintritt frei | Anmeldung erforderlich
Eintritt frei | Anmeldung erforderlich

Im Februar 2026 beschloss der Nürnberger Stadtrat, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Nürnberger Presse ein Konzept für ein „Haus der Demokratie“ im ehemaligen „Gauhaus“ mit den Schwerpunkten Pressefreiheit, Medienkompetenz und Demokratiebildung zu entwickeln. Die Tagung bildet den öffentlichen Auftakt der Konzeptentwicklung und öffnet den Diskurs für Perspektiven aus Wissenschaft, Journalismus, Kultur und Bildungsarbeit.
Im Jahr 1934 kaufte die Stadt Nürnberg das Grundstück Marienstraße 11 der jüdischen Eigentümerfamilie Tuchmann zu einem niedrigen Preis ab und schenkte es dem NSDAP-Gauleiter Julius Streicher. Mit dem Bau einer neuen Parteizentrale wurde der Architekt Franz Ruff beauftragt. Diese wurde 1937 fertiggestellt. Nach Kriegsende ging das Gebäude in die Verwaltung der US-Militärregierung über, die es dem Gründer der „Nürnberger Nachrichten“, Joseph E. Drexel, übergab. Im April 1949 erwarb der Verlag Nürnberger Presse das Gebäude, wobei ein Teil der Kaufsumme zur Entschädigung an die jüdischen Vorbesitzer weitergeleitet wurde. Bis 2025 nutzte der Verlag Nürnberger Presse das Haus als Hauptsitz.
Ort: Fabersaal im Bildungscampus, Gewerbemuseumsplatz 2, 90402 Nürnberg
Freie und unabhängige Medien sind eine Grundvoraussetzung demokratischer Gesellschaften. Doch Pressefreiheit steht unter vielfältigem Druck – durch politische Polarisierung, wirtschaftliche Abhängigkeiten, digitale Plattformen und Wandel öffentlicher Kommunikation. Beleuchtet werden historische Entwicklungen ebenso wie aktuelle Herausforderungen. Welche Bedingungen benötigt eine freie demokratische Öffentlichkeit heute?
Moderation: Ella Schindler (Verlag Nürnberger Presse)

Dr. Norman Domeier ist DAAD-Gastprofessor für deutsche und europäische Geschichte an der Karls-Universität Prag. Seine Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere in der historischen Medienforschung, der Geschichte des Journalismus sowie der historischen Diktaturforschung und dem Verhältnis von Diktaturen und globaler Öffentlichkeit.

Prof. Dr. Jeanette Hofmann ist Politikwissenschaftlerin, Professorin für Internetpolitik und Gründungsdirektorin des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft. Sie ist Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission Digitalisierte Gesellschaft der Leopoldina sowie in weiteren politikberatenden Gremien aktiv. Ihre aktuelle Forschung beschäftigt sich mit Digitalisierung und Demokratie, der Entstehung von Internetpolitik in Deutschland sowie internationalen Regulierungsmechanismen des Internets.

Dr. Matthias Politycki ist freier Schriftsteller und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Als Essayist meldet er sich seit Jahrzehnten mit vieldiskutierten Debattenbeiträgen zu Fragen der Gegenwart zu Wort, so auch zur Entwicklung der Rede- und Meinungsfreiheit. Seit Juni 2025 ist er außerdem Präsident des PEN Deutschland.
Historische Orte eröffnen Räume für gesellschaftliche Auseinandersetzung und demokratisches Lernen. Das ehemalige „Gauhaus“ in Nürnberg steht exemplarisch für die Frage, wie belastete Orte zu zukunftsorientierten Lernorten entwickelt werden können. Welche Potenziale bieten historische Orte für Demokratiebildung, welche Rolle können sie angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen übernehmen – und wo liegen ihre Grenzen?
Moderation: Michael Husarek (Verlag Nürnberger Presse)

Nach Stationen in der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie im Haus der Geschichte Baden-Württemberg leitet Dr. Imanuel Baumann nun neben dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände auch die Abteilung Erinnerungskultur und Zeitgeschichte der Museen der Stadt Nürnberg.

Paulina Fröhlich leitete als stellvertretende Geschäftsführerin des Berliner Think Tanks „Das Progressive Zentrum" u. a. die Demokratiekonferenz „Innocracy“ und gestaltete Dialog- und Diskursräume. Mit der Initiative Kleiner Fünf unterstützte sie Menschen dabei, mithilfe “radikaler Höflichkeit” gegen Rechtspopulismus aktiv zu werden. 2023 wurde sie in das Forum #Zukunftsstrategie im Bundesministerium für Bildung und Forschung berufen und ist seit September 2025 als Senior Expert im Programm Demokratie und Zusammenhalt der Bertelsmann Stiftung tätig.

Rupert Grübl ist Leiter der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht dabei unter anderem die Aufklärungsarbeit über den Einfluss von Digitalisierung, sozialen Medien und Fake News auf die Demokratie.
mit Michael Husarek (Verlag Nürnberger Presse)
Treffpunkt: Marienstraße 11, 90402 Nürnberg
mit Dr. Alexander Schmidt (Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände)
Treffpunkt: Marienstraße 11, 90402 Nürnberg
Der Dokumentarfilm (Ungarn, 2025/2026) begleitet unabhängige Journalistinnen und Journalisten in Ungarn und zeigt eindrücklich, unter welchen Bedingungen freier Journalismus unter zunehmendem politischen Druck arbeitet. Das anschließende Filmgespräch ordnet den Film in einen europäischen Kontext ein und schlägt den Bogen zu den Fragestellungen der Tagung.
mit Andrea Kuhn (Nuremberg International Human Rights Film Festival) und Katharina Viktoria Weiß (Reporter ohne Grenzen e. V.)
Ort: kino eins, Filmhaus Nürnberg im Künstlerhaus, Königstrasse 93, 90402 Nürnberg
Ort: Fabersaal im Bildungscampus, Gewerbemuseumsplatz 2, 90402 Nürnberg
Künstliche Intelligenz, soziale Medien und digitale Räume verändern die Art, wie wir Informationen wahrnehmen, bewerten und weitergeben. Medienkompetenz wird damit zu einer zentralen Schlüsselkompetenz. Welche Fähigkeiten benötigen Bürgerinnen und Bürger heute, wie wirken Quellenkritik, ethische Orientierung und journalistische Innovation zusammen und welche Rolle können dabei Bildungs- und Kulturinstitutionen übernehmen?
Moderation: Alexander Jungkunz (Verlag Nürnberger Presse)

Maren Burghard (dechent Medienkommunikation) kuratierte 2023 die Ausstellung "New Realities - Wie Künstliche Intelligenz uns abbildet" und schreibt auf LinkedIn regelmäßig über generative KI und AI Literacy.

Agnes Eschment vertritt das Wissens- und Innovationszentrum "Publix", das rund 30 Redaktionen, Verlagen sowie gemeinnützige Initiativen eine Heimat bietet. Publix verfolgt das Ziel, eine vielfältige und unabhängige Medienlandschaft in Deutschland und Europa zu sichern, journalistische Innovationen zu fördern und den demokratischen Diskurs zu fördern.

Dr. Stefanie Schardien ist Theologin und gehörte von 2019 bis 2024 zum Team der ARD-Sendung "Das Wort zum Sonntag". Seit 2024 ist sie Geschäftsführerin des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik.

Prof. Dr. Gyburg Uhlmann ist Gründungsdekanin an der Technischen Universität Nürnberg und verbindet in ihrer wissenschaftlichen Arbeit Philosophie-, Wissens- und Rhetorikgeschichte mit Digital Humanities und aktuellen Fragestellungen zum Verhältnis von menschlicher und künstlicher Intelligenz.
Erkenntnisse aus der Tagung werden zusammengeführt und erste Perspektiven für ein „Haus der Demokratie“ skizziert. Welchen Beitrag können bestehende Institutionen aus Journalismus, Wissenschaft, Bildung, Kultur sowie die Zivilgesellschaft dabei leisten? Welche Erwartungen, Anknüpfungspunkte und Entwicklungsziele für einen Lern- und Bildungsort wurden sichtbar und was sind die nächsten Schritte?
Moderation: Alexander Jungkunz (Verlag Nürnberger Presse)
Mit Michael Husarek (Verlag Nürnberger Presse)

Michael Husarek ist seit 2016 Chefredakteur des Verlags Nürnberger Presse (VNP). Themenschwerpunkte sind neben der politischen Kommentierung auch die Einordnung des Geschehens im Großraum Nürnberg. Er gehört von Seiten des Verlags zum Projektteam für die Konzepterarbeitung für ein "Haus der Demokratie".

Prof. Dr. Christoph Safferling ist neben seiner Professur an der FAU Erlangen-Nürnberg Direktor der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung der internationalen Strafgerichtsbarkeit, der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit einsetzt.

Katharina Viktoria Weiß ist Pressereferentin bei Reporter ohne Grenzen e. V. mit dem Schwerpunkt Europa und analysierte 2025 die zunehmenden Bedrohungen von Journalistinnen und Journalisten in Deutschland sowie deren Auswirkungen.
Anmeldezeitraum: 01. - 16.09.2026
Der Eintritt ist frei.
Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihren Vor- und Nachnamen sowie ggf. Ihre Institution an.
Für das Tagungsprogramm können Sie die Option einer Übersetzung in DGS manuell auswählen.
Für das Tagungsprogramm können Sie sich, sollte die maximale Teilnehmerzahl erreicht sein, auf einer Warteliste eintragen. Bitte hinterlassen Sie uns hier zusätzlich eine Telefonnummer, damit wir Sie erreichen können. Hierfür können Sie die Funktion "Persönliche Nachricht" im Zuge der Anmeldung nutzen.
Bitte denken Sie daran, Ihre Anmeldung zu stornieren, sollten Sie eine Teilnahme nicht möglich machen können - nur so können wir frei werdende Plätze anderen Personen zur Verfügung stellen.
Bitte beachten Sie auch die verschiedenen Veranstaltungsorte.
Mit der Teilnahme wird dem Veranstalter die Erlaubnis erteilt, während der Tagung Foto- und Filmaufnahmen zu machen und diese für die Öffentlichkeitsarbeit und die Dokumentation, analog und digital, zu verwenden.
Tagungsprogramm:
Fabersaal im Bildungscampus
Gewerbemuseumsplatz 2
90402 Nürnberg
Anfahrt: U2 oder Tram 8 (Wöhrder Wiese)
Rundgänge:
Treffpunkt Marienstraße 11, 90402 Nürnberg
Film & Gespräch:
kino eins, Filmhaus Nürnberg im Künstlerhaus, Königstrasse 93, 90402 Nürnberg
Der Zugang zum Fabersaal im Bildungscampus ist barrierefrei über die Gebäudeseite Richtung Marientorgraben möglich.
Für das Tagungsprogramm im Fabersaal ist eine Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache möglich. Bitte teilen Sie uns bei Ihrer Anmeldung mit, ob Sie diese in Anspruch nehmen möchten.
Die Rundgänge sind leider nicht barrierefrei begehbar.
Der Zugang zum Filmhaus Nürnberg ist barrierefrei sowohl über den Osteingang am Königstorgraben als auch über den Westeingang auf der Seite der Königstormauer möglich.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Geschäftsbereich Kultur unter 0911 / 2 31-34 52 oder kontaktieren Sie uns per Mail bzw. über das Kontaktformular.